Fragen & Antworten zur Zuschusskürzung

14. Februar 2012, 16:10
9 Postings

Der Staat will seinen Zuschuss bei der Bauspar-Prämie halbieren, die Folgen für die Sparer halten sich in Grenzen

Was steht im Sparpaket bezüglich der Bausparer?

Die knapp 5,5 Millionen Bausparer in Österreich erhalten ab 2013 eine geringere staatliche Prämie. Sie wird halbiert. Wer also die maximal 1.200 Euro pro Jahr auf seinen Bausparer einzahlt, bekommt ab nächstem Jahr nur mehr maximal 18 Euro an Bausparprämie statt der bisherigen 36.

Was ist die Bausparprämie?

Wer einen Bausparvertrag abschließt, der bekommt zusätzlich zu den Sparzinsen von der Bank einen bestimmten Betrag, die "Bausparprämie", vom Staat. Auf diese Prämie muss man keine Kapitalerstragssteuer (KESt) bezahlen. Wenn man mehrere Bausparverträge hat, bekommt man die Prämie aber dennoch nur einmal.

Wie wird die Bausparprämie berechnet?

Die Bausparprämie ist kein fixer Betrag sondern wird Jahr für Jahr neu berechnet. Wie viel Geld man als Sparer bekommt ist von der Höhe des jährlichen Sparbetrags und vom allgemeinen Marktzinsniveau abhängig und schwankt zwischen mindestens drei und höchstens acht Prozent, die der Staat zu den Einzahlungen der Bausparer dazulegt. Die Bausparprämie wird in Prozent angegeben, 2012 hat sie z.B. eine Höhe von 3,0 Prozent - das heißt für jeden Spar-Euro bekommt man 3,0 Cent zusätzlich vom Staat. Die Obergrenze für die Berechnung der Prämie liegt bei 1.200 Euro - das sind bei 3,0 Prozent die genannten 36 Euro. Wer mehr spart, bekommt derzeit trotzdem nur 36 - künftig eben nur noch 18 Euro - Bausparprämie.

Wann wird die Bausparprämie gekürzt?

Der Zeitpunkt steht noch nicht fest. Sobald das Parlament die Halbierung des Bausparzuschusses beschließt, soll dies für alle Bausparverträge - bestehende und neue gelten. (eine Bestätigung des Finanzministeriums dafür steht noch aus)

Was heißt das für die Bauspardarlehen?

Die Bausparkassen verfallen ob dieses Teils des Sparpakets ein wenig in Panik. Sie befürchten, viele würden auf das Bausparen zukünftig verzichten, weil die Prämie geringer ist. Damit würde auch für Bauspardarlehen weniger Geld in den Bausparkassen liegen. Die können immer nur so viel verleihen, wie sie einnehmen. Damit würden auch die Zinsen für Bauspardarlehen steigen, im Gegenzug aber auch die Zinsen für Einlagen. Die Einlagen-Zinsen dürften von derzeit im Schnitt 1,4 auf 1,6 bis 1,7 Prozent steigen; die Darlehenszinsen von aktuell 3,3 auf 3,5 Prozent. Die Kredite der Bausparkassen sind zweckgebunden für Wohnbau, Sanierung Pflege und Bildung.

Ist Panik angesagt?

Wahrscheinlich nicht. Beim Verein für Konsumenteninformation ist man sich sicher, an der Attraktivität der Bausparverträge für Anleger werde auch die geringere Prämie nicht viel ändern. Der Bausparer ist schließlich nach dem Sparbuch an der Spitze der Anlageformen in Österreich. Mit dem Ertrag kann das kaum zusammenhängen. Die Kürzung der Prämie werde laut VKI die Rendite um 0,5 Prozent sinken lassen. VKI-Experte Walter Hager meint im Ö1-Morgenjournal, hier könnten die Bausparkassen bei den Konditionen ansetzen, um so Nachteile gegenüber den Kapitalsparbüchern wieder aufzuholen.

Soll man Bausparverträge vorzeitig kündigen?

Bausparverträge laufen sechs Jahre. Der vorzeitige Ausstieg ist teuer. Nicht nur die staatliche Prämie ist zurückzahlen, die Bausparkassen verlangen auch - je nach Kasse unterschiedlich hohe - Ausstiegsgebühren und das Sparguthaben wird abgezinst. Nur wenn der Sparer nachweisen kann, dass er bei vorzeitiger Kündigung das Geld für Wohnbau, Pflege oder Bildung verwendet, muss er die Prämie nicht rückerstatten. Wie sich die Sache mit dem vorzeitigen Ausstieg angesichts der Prämienkürzung gestaltet ist noch nicht festgelegt. (rb, rom, derStandard.at, 14.02.2012)

Details zum Bausparen gibt es auch auf den Seiten der AK

Share if you care.