Justiz beklagt "Staats­not­stand" bei Korruptions­verfahren

14. Februar 2012, 15:24
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    foto: apa/fohringer

    Karl-Heinz-Grasser in Aktion - für ihn gilt die Unschuldsvermutung

Die Stadtzeitung Falter veröffent­licht vertrauliche Dienstbe­sprechungs­protokolle aus dem Justizministerium zum Fall Grasser

Wien - Die Wiener Wochenzeitung Falter veröffentlicht in ihrer morgen Mittwoch erscheinenden Ausgabe streng vertrauliche "Dienstbesprechungsprotokolle" aus dem Justizministerium im Fall Grasser. Diese Dokumente wurden der Zeitung nach eigenen Angaben von einem Informanten zugespielt, "weil sie Einblicke in einen Staatsnotstand bei Korruptionsverfahren zeigen."

Ministerialbeamte, Sektionsleiter, Oberstaatsanwälte und ermittelnde Ankläger diskutieren laut dem Bericht im kleinen Kreis über die Causa Grasser und geben dabei Einblicke in skandalöse Zustände, die das Innenministerium zu verantworten habe. So beklagte Grasser-Staatsanwalt Gerald Denk mehrmals, dass er ganz zentrale mutmaßliche Schmiergeld-Komplexe in der Causa Grasser nicht untersuchen könne, weil die ihm zugeordnete Polizeieinheit (Soko Constantia) "inferior ausgestattet" sei.

Zuwenig Personal

Die Ermittlungen betreffend zwei mutmaßliche Schmiergeldzahlungen in der Höhe von 1,2 Millionen Euro mussten demnach "zurückgestellt" werden, weil zu wenig Personal aus dem Innenministerium bereitgestellt werde, so Staatsanwalt Denk. Darunter befinde sich auch eine offenbar mittels Scheinrechnung abgewickelte Zahlung der Baufirma Porr an Walter Meischberger im Juni 2005 in der Höhe von 500.000 Euro, die Denk in Zusammenhang mit Grassers "Schwiegermuttergeld" bringt. Offiziell sei das Geld für ein Münchner Hotelprojekt geflossen. Doch Denk offenbarte der Justiz-Runde andere Erkenntnisse. Das Geld sei wohl für eine Umsiedlung von 400 Finanzbeamten in die Simmeringer Brehmstraße geflossen, wie Telefonüberwachungen zwischen Buwog Aufsichtsrat Ernst Plech und Walter Meischberger zeigen würden. Im Juni 2005 habe Meischberger 500.000 Euro kassiert und etwa die Hälfte wieder bar behoben.

Dann lasse Denk in der Dienstbesprechung aufhorchen, heißt es weiter. "Bemerkenswert ist, dass Mag. Grasser etwa zwei Wochen später 100.000 Euro am Konto der Ferint AG einbezahlte" und zwar in bar. "Den Ermittlungsbehörden gegenüber behauptete er, er habe das Geld von seiner Schwiegermutter erhalten", referiert Denk. Doch diese Aussage sei, so die Kripo, "widerlegt". Weitere Ermittlungen - etwa auch eine Zahlung über 700.000 Euro an Meischberger für die Vermittlung einer Telekom-Immobilie - mussten damals allerdings aus Personalnot "zurückgestellt werden", wie Denk bemerkt. Es ist jene Provision, deren Hintergrund Meischberger mit den legendären Worten "Wo woa mei Leistung" bei Plech erfragte.

Fünf Ermittlungsbeamte

Das Dienstbesprechungsprotokoll vom Jänner 2011 vermerkt: "Staatsanwalt Denk erklärt, dass die personellen Kapazitäten (...) derzeit inferior sind. Mit der Causa Buwog seien lediglich fünf Ermittlungsbeamte beschäftigt." Zum ersten Mal schlage Denk in der Dienstbesprechung auch eine Brücke zwischen Grassers Stiftungen in Steueroasen und möglichen Schmiergeldzahlungen in Österreich. Grasser habe von seiner Stiftung etwa ein Darlehen in der Höhe von 3,7 Millionen Euro erhalten, so Denk: "Es besteht der Verdacht, dass die Gelder aus den dargelegten inkriminierten Geschäften stammen könnten." (red, derStandard.at, 14.02.2012)

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mizzi9
01
24.2.2012, 10:37
Staatsnotstand!

Ich fordere Untersuchungshaft für alle im Spiegel (Österreich aus der Sicht des Auslands) genannten Personen! Und zwar solange, bis alles restlos aufgeklärt ist. Da diese verwinkelten Transaktionen seitens der Regierung Schüssel (Grasser und alle anderen) so schwer aufzudecken sind, dauerts eben umso länger.

Warum passiert das nicht? Was ist los mit Österreichs Justiz? Wieviele Menschen brauchts (Demonstrationen) um diese wachzurütteln? Ich erinnere an die Donnerstagsdemos am Heldenplatz. Wie wurden die belächelt. Die wussten damals schon, dass die Regierung Schüssel absolut nichts taugt.

Wolfgang Pimminger
 
01
25.2.2012, 03:20
"Warum passiert da nichts?"

Ist doch klar: Der ganze Haufen würde bis an's Lebensende aus der U-Haft nimmer rauskommen und darüber dürften sich die Beteiligten im Klaren sein ;-)

Jochen Mars
03
15.2.2012, 15:10

Wieviel Beamte waren nochmal am Tierschutzprozess dran ?

Angelika70
03
15.2.2012, 14:43

Dieser Bericht gehört auf Seite 1 und nicht versteckt im Wirtschaftsteil ganz unten.

Ein Echter Wiener
00
15.2.2012, 14:29
Leute, wisst ihr, was die österr. Justiz uns mit dem Ganzen beibringen will: "Verbrechen und Korruption lohnt sich wieder. Wer anständig bleibt, ist selber schuld"

Also, warum haltet ihr euch zurück?

Behaltet eure Steuern, werft sie nicht diesem Moloch in den Rachen.
Räubert, betrügt, erschleicht, kauft euch Zeugen, Minister, Justizbeamte. Alles kein Problem. Ein guter Anwalt wird alle Beschuldigungen abwimmeln und nur einen Klacks von dem kosten, was euch eure Räuberei gebracht hat.

Auch Briefträger brauchen Liebe..
50
15.2.2012, 11:02
nur 5 Beamte..

Einer reicht wenn es klare Verdachtsfälle gibt

Ist die Chose zu hoch für die Sachbearbeiter, darf ich bitten in entsprechenden Schulen Anleihe zu nehmen.

sylli1
10
15.2.2012, 13:49

schulen helfen auch bei orthografie-schwächen

Auch Briefträger brauchen Liebe..
00
15.2.2012, 19:13

und wo genau liegt die diagnostizierte Orthographieschwäche?

Walter Kaiser.
00
16.2.2012, 10:07
Das ist einfach:

sylli1 hat beim Kapitel Groß- Kleinschreibung gefehlt.

Aber inhaltlich ists schon Unfug, den sie da von sich geben. Oder sind sie Insider bzw. Fachmann auf dem Gebiet der polizeilichen Erhebungen und haben bei derartigen Erhebungen schon mitgearbeitet?

Auch Briefträger brauchen Liebe..
00
18.2.2012, 10:01

wenn der Fall Grasserds logisch wäre, wäre er in kurzer Zeit von einem Computerprogramm überführt worden.

Auch Briefträger brauchen Liebe..
00
16.2.2012, 10:19

umgekehrt detto. Was in Österreich als Experte gilt wird doch jederzeit durch unvollständige und unfertige Anklagepunkte widerlegt.
Für mich stellt sich die Frage, abseits verwendeter Ironie, einfach dar: Österreich tut sich schwer mit Recherche und argumentieren. Großes Beispiel: der Tierschützerskandal (pardon, -Prozess)
Ich stelle mit meinem Beitrag die Konsistenz österreichischen beamteten und begründeten Vorgehens in Frage

Walter Kaiser.
00
17.2.2012, 08:02
Also Beleg durch Behauptung?

Den Tierschützerprozess sollten sie nicht als Argument anführen, ich bin mir sicher, dass der politisch gesteuert war, der Staatsanwalt hatte sicher die Weisung, irgendwas zu finden, aber die Suppe war halt zu dünn. Pech aber auch, dass die Richterin nicht mitgespielt hat.

Ansonsten teile ich Ihre Ansicht nur sehr bedingt: Wie sollten Staatsanwälte (oder auch Richter, Erhebungsbeamten) Fachleute für einfach alles sein?

Sind auch nur Menschen und auf der anderen Seite sitzt jemand, der nichts Anderes im Sinn hat, als Beweislücken zu finden - das ist wesentlich einfacher, als Beweise zu erbringen.

Und ja, die Expertenflut ist schon ein wenig nervig, aber genaugenommen gehören wir Beide nun auch dazu.

Auch Briefträger brauchen Liebe..
00
18.2.2012, 10:01

wenn man die Logik des Prozesses (die Prozesslogik - oder Argumen tation) als politisch gesteuert sieht, bestätigt man dadurch wieder die Möglichkeit, durch Einflussnahme logische, verständliche Prozesse steuerungsabhängig zu machen.

So is it

Auch Briefträger brauchen Liebe..
00
18.2.2012, 09:59

der Staatsanwaltschaft hat immer eine Weisung, wenn man den gesellschaftl. Hintergrund als einen solchen Auftrag annimmt. Der Tierschützerprozess war politisch nicht gesteuert.. Sie sehen, wie man Inhalte drehen kann.

Meine Darstellungen geben meinen Meinung wieder, Sie verlangen nach Beweisen.. um meine Meinung gesellschaftsfähig werden zu lassen, wäre ich ein anderes Kaliber

Grasser: politisch gesteuert waren die Anwürfe von anfang an, man suchte einen Konkurrenten zu beflecken. Es gelang. Aus bislang 135 Vorwürfen kam es zu keiner Verurteilung, weil es nicht möglich war, aber zur Demontage Grassers, jedenfalls vor dem Volksbild.

Logisch ist gar nichts, aber Vorwürfe wie Vorurteile halten sich penetrant dafür

sylli1
00
16.2.2012, 11:08

hmpf - na servas. also wenn man meint, unbedingt besonders intellektuell klingen zu müssen, dann bitte auch wirklich mit exakter orthografie.

Auch Briefträger brauchen Liebe..
00
16.2.2012, 19:12

Orthographie heist Rechtschreibung, werter.
Groß - und kleinschreibung werden den Blick zu durchdringenden Erkenntnissen nicht versperren

sylli1
10
17.2.2012, 10:22

kleinschreibung dann bitte auch groß schreiben. LOL

Auch Briefträger brauchen Liebe..
00
17.2.2012, 19:58

sagt der der Kleinschreibt. Sagns, was haelt Sie vom Pulitzerpreis ab

Auch Briefträger brauchen Liebe..
00
17.2.2012, 19:57

Ihr lol war von mir abgesehen, Doppelloll

sylli1
00
17.2.2012, 10:20

echt? wo haben´s denn da nachschauen müssen?

Auch Briefträger brauchen Liebe..
00
18.2.2012, 09:53

uff, das ist ja ein altes post. Na ja, sie stammen aus Wien

Auch Briefträger brauchen Liebe..
00
18.2.2012, 09:52

ihr post hat dazu gereicht

Auch Briefträger brauchen Liebe..
00
16.2.2012, 19:09

ups, der Geruch genügt. Manche wollen Servietten und Kübel

sylli1
00
17.2.2012, 10:21

....ja....eh....

solodiver
02
15.2.2012, 10:42
Und wie sieht man Österreich im benachbarten Ausland?

http://www.spiegel.de/spiegel/p... 18262.html

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