Statistik Austria

Jeder fünfte junge Migrant ohne Ausbildung, Betreuung oder Job

14. Februar 2012, 15:09

Insgesamt 75.000 Jugendliche in Österreich betroffen, Integrationsstaatssekretär fordert höhere Strafen

Wien - Etwa 75.000 Jugendliche in Österreich besuchen keine Schule, gehen keiner Arbeit nach und befinden sich nicht in beruflicher Fortbildung. Besonders stark betroffen sind junge Menschen mit Migrationshintergrund, wie eine Erhebung des Instituts für Soziologie der Universität Linz in Zusammenarbeit mit der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich zeigt. Demnach fällt beinahe jeder fünfte junge Migrant in die Gruppe der sogenannten "NEET-Jugendlichen" ("Not in Education, Employment and Training").

Ausgehend vom Mikrozensus der Statistik Austria, bei dem rund 22.500 Haushalte bzw. bis zu 47.000 Personen befragt wurden, haben Uni und AK Zahlen erhoben und Risikogruppen ermittelt. Die Gruppe der NEET-Jugendlichen könne zwischen 16 und 24 Jahren festgemacht werden und sei vor allem "armen und bildungsfernen Familien" zuzuordnen, wie es in einer Aussendung heißt. Etwa sieben bis acht Prozent der Jugendlichen in Österreich befinden sich laut Studie weder in Ausbildung noch in Training oder am Arbeitsmarkt und müssen sich in der Folge "mit schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs" durchschlagen oder von Eltern und Sozialleistungen leben, so der Soziologe Johann Bacher, der als Gegenmaßnahme u.a. den Ausbau von Ganztagsschulen fordert.

Frauen stärker betroffen

Frauen sind dabei besonders stark betroffen: Durchschnittlich knapp neun Prozent der jungen Frauen sind der NEET-Gruppe zugehörig. Unter den 16- bis 24-jährigen Männern sind es 7,5 Prozent. Ein möglicher Grund liegt laut Studie darin, "dass männliche Jugendliche leichteren Zugang zu Lehrstellen finden bzw. auch öfters Hilfstätigkeiten in jungen Jahren annehmen und somit aus diesem Indikator herausfallen".

Besonders hoch ist das Risiko, zumindest vorübergehend aus dem Bildungssystem ausgeschlossen zu werden, bei Migranten. Hier ist der Anteil an jungen Menschen, die weder in (Aus)-Bildung, Beschäftigung noch Training sind, bei Jugendlichen der ersten Generation (18,8 Prozent) um etwa sechs Prozentpunkte höher als bei in Österreich geborenen Jugendlichen der zweiten Generation (11,7 Prozent). Ein signifikant höheres Risiko trifft Migrantinnen: Beinahe 24 Prozent der jungen Frauen der ersten Generation sind betroffen (Männer: 13,5 Prozent).

Staatssekretär Sebastian Kurz  sieht "ein Integrationsthema

Aus Sicht von Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) ist das Ergebnis der Studie "ein Integrationsthema". Die Zahl der NEET-Jugendlichen hänge direkt mit Schulpflichtverletzungen und infolgedessen frühzeitigem Schulabbruch zusammen. So sei die Schulabbrecherquote bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund viermal so hoch (16 Prozent) wie bei jenen ohne Migrationshintergrund (vier Prozent). In diesem Zusammenhang erneuert Kurz seine Forderung nach einer höheren Strafe bei Schulpflichtverletzungen (1.500 statt 220 Euro) sowie möglichen Sanktionen bei Schulabbruch. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 64
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King of Cowards
50
21.2.2012, 09:37

Die Zensur schläft wohl. Dann muss ich wieder selbst bedenkliche Postings melden.

TeddyBear
13
15.2.2012, 15:35
Schulpflichtverletzung

Ich wusste nicht dass schulpflichtverletzung zur zeit nur 220 euro kostet. ein bemmerl dafür dass man seinen kindern die zukunft versaut!

schulpflichtverletzungen müssten zumindest mit sofortigem entzug der staatl unterstützung geahndet werden.

donaquijote
10
21.2.2012, 03:59

hilft das gegen hoffnungslosigkeit und armut in sogenannten "bildungsfernen" schichten?
hilft das gegen möglicherweise schwierigste belastungssituationen der unsicherheit, z.b. zum aufenthalt oder durch communities?

ich hoffe doch, dass es dazu auch qualitative untersuchungen gibt. die quantitativen erhebungen geben überhaupt keinen aufschluss über die gründe und neigen zu skandalösen fehlinterpretationen.

Martina77
00
15.2.2012, 15:30
Schulstageln

Bei uns in der Gasse gibt es ein Internet-Cafe, da sitzen fast täglich mehrere Kinder/Jugendliche am späten Vormittag und spielen im Internet verschiedene Spiele - wird vielleicht Herrn Kurz interessieren, werde ihm schreiben.

living reef
01
15.2.2012, 14:49
ein weiterer grund mag auch darin liegen

dass hier die jungen frauen gefälligst heiraten und kinder zu bekommen haben. eine ausbildung - wozu ??? diese denke ist gerade in eher bildungsfernen "clans" nicht unüblich

elf*assa
111
15.2.2012, 11:44
und alle die

zu dieser situation beigetragen haben schweigen nun vornehm...
und, noch trauriger, sie unterstützen, nach wie vor die zuwanderung ins sozialsystem über die asylschiene.

ND1
02
15.2.2012, 10:53

da hatte die Statistik Austria ja richtig Glück bei der Auswahl der 22Tsd Haushalte - die müssen die Gebildetsten erwischt haben ... 20% ist viel zu wenig ...

Prof. h.c. Doleg Stinida
012
15.2.2012, 09:11
Ohne Ausbildung und Job

Man bedenke, dass jene (zurzeit noch) Jugendlichen zeitlebens unser Sozialsystem belasten werden. Oder, noch schlimmer, nach dem Kippen des Systems ihren Lebensunterhalt auf andere Weise (welche, kann man sich vorstellen) bestreiten werden. Und deren Nachkommen? In Deutschland geben viele Kinder von Hartz4-Empfängern als "Berufswunsch" ebenfalls Hartz4 an. Kommentar überflüssig!
Und derweil ergeht sich die Politik in parteipolitischem Taktieren, ohne etwas zu bewegen, und füllt sich auf unsere Kosten die Taschen... :((((

Otto Normalverraucher
111
15.2.2012, 09:05
"Jeder fünfte" = 20%!!!

"... brauchen wir unbedingt verstärkt die Zuwanderung, um die Überalterung Österreichs hintanzuhalten und auch in Zukunft unser Sozial- und Pensionssystem zu sichern... bla bla bla..." :(

Iris Berger
00
15.2.2012, 15:25

dann denken sie an die restlichen 80% der NEET-Jugendlichen. Dürften wohl alle österr. StaatsbürgerInnen sein.

Feind der Blasmusik
00
20.2.2012, 20:45
Hallo, bitte keine Fehler machen beim Denken ....

... wenn 20% DER MIGRANTEN Neets sind, dann sind die übrigen 80% naturgemäß auch Migranten, und keine österreichischen Staatsbürger.

fahrenheit 451
00
15.2.2012, 18:43

beinahe jeder 5te

80% der jugendlichen migranten bekommen einen job dank ihrer ausbildung und 20% haben wohl nie eine chance. der % anteil an der gesamtmenge der 75.000 lässt sich wohl auf umwegen über den bevölkerungsanteil berechnen. in wien sollte der anteil in dieser altersgruppe ca. bei 40 bis 44% liegen. habe aber die genauen zahlen nimmer in kopf.

Sanduhr
011
15.2.2012, 08:24
Bitte mal lesen

ich empfehle allen, mal die Bücher von Necla Kelek über das türkische Leben in Deutschland und Österreich zu lesen (Die fremde Braut; Die verlorenen Söhne). Vielleicht auch mal was für die Integrationsfanatiker ? Dann versteht man, warum so viele keine Ausbildung und Arbeit haben/bekommen.

Te Ata
012
15.2.2012, 06:58
Eine Aufenthaltsgenehmigung ist an etliche Auflagen gebunden.

Und selbige werden immer weiter verschärft.

Da ich diese Verfahren gerade hautnah mit Freunden mitverfolgt habe, ist mir aufgefallen, dass es bei der Verlängerung der Genehmigung KEINEN Nachweis geben muss, dass man seinen Kindern einen guten Start in Österreich ermöglicht.

Dazu gehört der geregelte Schulgang.

Es mag nicht viel bringen, aber ich könnte mir trotzdem vorstellen, dass die Koppelung einer Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung an die Förderung der eigenen Kinder auch in bildungsferneren Familien diesbezügliche Energien freisetzen könnte.

Und bevor alle aufjaulen: Traditionell autoritär gestrickte Menschen reagieren nun einmal auf Druck.

Bevor sie ihren Kindern weiter die Zukunft versauen, sollte man es probieren.

King of Cowards
00
21.2.2012, 09:28
"dass die Koppelung einer Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung an die Förderung der eigenen Kinder"

Welche Art von Förderung meinen Sie?

Johannes99
08
15.2.2012, 07:29
"Bevor sie ihren Kindern weiter die Zukunft versauen"

trifft's wahrscheinlich recht gut: Ich kann es mir nur so erklären, dass diesen Eltern die Schulbildung ihrer Kinder a) egal ist, b) sie nicht wissen, was ein Schulabschluss wert ist, oder c) sie gar kein Interesse haben, sich mit dem Thema übehaupt zu beschäftigen.
Ich geb dem Staatssekreträr Recht: Man muss die Strafen so erhöhen, dass sie gespürt werden. Auch wenn's gerade die Ärmsten trifft. Und dopelt bestraft gehört, wer seine Töchter zuhause einsperrt und ihnen jede Ausbildung verwehrt.

Erwin Wolfram
170
15.2.2012, 01:41
...

am besten waere es den kurz ein bischen einzusperren, da wuerde ihm das sinnentleerte dummschwaetzen schnell vergehen... und er wuerde es ploetzlich schaffen seine nazibeamten die geringstens, wenigstens die geringsten menschenrechtsstandards einhalten zu lassen...

Eine liebe Dame
00
20.2.2012, 09:27
Nicht Strafen - Prämien!

Âlso, ich denke, die Strafen greifen viel zu kurz und sind außerdem nicht nachvollziehbar.

Warum sollten Jugendliche arbeiten bzw. eine Schule besuchen? Ist das nicht menschenrechtlich bedenklich?

Viel besser wäre eine Prämie pro besuchtem Schultag! Bisher hat das in anderen Bereichen auch ganz gut geklappt!

(Ironie aus)

binnenischmarrn
 
01
20.2.2012, 21:48

die prämie bekommen sie och schon über sozialhilfe,- arbeitslosen- kinergeld , wohnungsbeihilfe, etc....
so gesehen würde es vielleicht wirklich helfen, ein paar prämien zu streichen...

Loyalist
09
14.2.2012, 23:05
Den NEET-Jugendlichen gehts viel zu gut.

War früher in AMS Kursen (als Teilnehmer) wo u.a. auch viele Jugendliche waren.
Die hatten Vorstellungen!
Ohne Ausbildung und Erfahrung einen "super" Job haben wollen und nicht weniger als 1.7000 net verdienen.
Eine (öst.) Jugendliche wollte sogar nur einen Teilzeit Job in ihrem Bezirk annehmen, weil sie den Hund nicht alleine zuhause lassen wollte - obwohl ihre Mutter (auch AMS) zuhause war - aber der Hund kommt nur mit ihr gut aus.

Iris Berger
015
14.2.2012, 21:17

Eine Geldstrafe bringt nicht viel. Die zahlt eh das Sozialamt oder Magistrat, weil viele dieser Eltern das Geld dafür nicht aufbringen können.

Besser wäre vielleicht, jenen Eltern, die wenig Interesse zeigen, ihre Sprösslinge in die Schule zu schicken, das Kindergeld zu streichen. Eine "kleine" Motivation für die Eltern, sich mehr um die Schulausbildung ihrer Kinder zu kümmern.

Bestens wäre aber, wenn diese Jugendliche SELBST
ihr Geschick in die Hand nähmen und erkennen würden, dass ein positiver Schulabschluss die Basis, der Schlüssel für ihr zukünftiges (Arbeits)Leben ist.

Es schreckt mich sehr, dass es in Ö ca. 75 000 NEET-Jugendliche gibt!

Alles was die Welt nie wissen wollte
021
14.2.2012, 18:55

möchte nur anmerken, daß dieser Artikel beachtlich schnell von der Startseite verbannt wurde. Nur so ...

Der Wutbürger1
 
23
14.2.2012, 18:47
Dieser junge Mann, Sebastian Kurz, hat die besten Ideen,

wenn es darum geht ein Problem, das seinen Aufgabenbereich betrifft, zu lösen. Schulbesuch und Abschluss einer Schule ist Pflicht! Wird diese Pflicht nicht erfüllt ist auch der Staat in späterer Folge dem Schulabbrecher nichts mehr schuldig. Bei der Berufsausbildung ist das schon ein Problem, eine Lehrstelle zu bekommen, ist nicht so leicht, jedoch bekommt er eine, dann hat sie oder er sich entsprechend zu engagieren um sein Ziel zu erreichen.
Erfolgt das nicht sind sämtliche Leistungen so lange zu streichen bis die jeweilige Person durch Zwang ihr Ziel erreicht.
Mutig und vernünftig scheint dieser junge Mann zu sein,er heißt KURZ, LANG sollte er heißen und lang seinen Parteikollegen ein Vorbild jugendlicher Vernunft sein.

living reef
00
15.2.2012, 14:52
pressesprecher vom "kurz(en)" ???

grandw
53
14.2.2012, 19:05

Thema Gesamtschule: Jemand der eine AHS abschließt und dann nicht studiert ist dann in einem Alter wo er ins Berufsleben einsteigen kann, hat aber keine (berufliche) Qualifikation.

Eine Idee wäre vielleicht eine verlängerte Volksschule
-> Gesamtschule, die mit einer Berufsausbildung abschließt (zB Fachkraft), danach die Entscheidung zur akademischen oder praktischen Bildung.
Das duale System ist eigentlich sehr gut, es gehört aufgewertet.

Da ist natürlich auch die soziale Verantwortung der Arbeitgeber wichtig, die in den letzten Jahren aus der Mode gekommen ist. Wenige Firmen bilden noch aus und suchen dann händeringend nach Fachkräften, der typische Schuss ins Knie.

Mehr Lehrwerkstätten, wieso nicht staatlich?

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