EU will Schattenbanken stärker kontrollieren

14. Februar 2012, 13:22
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Barnier-Entwurf zu Krediten außerhalb regulierter Bankgeschäfte

Brüssel/Berlin - Die EU treibt einem Zeitungsbericht zufolge eine schärfere Kontrolle von Kreditgebern außerhalb des regulierten Bankengeschäfts voran. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier habe Vorgaben für sogenannte Schattenbanken zusammengestellt und wolle das Papier im März vorstellen, berichtete die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf den Entwurf, der ihr vorliege. So könnten Banken strikte Grenzen bei der Auslagerung von Aktivitäten gesetzt werden. Zudem schlage Barnier einen stärkeren Informationsaustausch der Aufseher vor. Auch wolle er prüfen, ob die Regeln für Wertpapiergeschäfte noch strikter gefasst werden müssten.

Die Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer dringt seit längerem auf eine bessere Aufsicht über den kaum kontrollierten Sektor, dessen Kreditvolumen vom Finanzstabilitätsrat (FSB) auf 60 Billionen Dollar (45,3 Bill. Euro) geschätzt wird. Als Schattenbanken gelten alle Marktteilnehmer, die im weitesten Sinne am Kreditvergabeprozess mitwirken, ohne der Bankenregulierung zu unterliegen, also auch Broker-Dealer, Geldmarktfonds oder Unternehmen, die Hypothekenkredite vergeben. Sie liefern erheblichen Schmierstoff, um den Geldfluss aufrecht zu halten, können das Finanzsystem aber auch leicht ins Wanken bringen. Die jüngst von den Aufsehern bekräftigte Pflicht zu einer höheren Eigenkapitalquote der Banken droht das Schattensystem zu fördern: Die Institute müssen milliardenschwere Bilanzrisiken loswerden und stoßen dabei vor allem bei Schattenbanken auf Interesse. (APA/Reuters)

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