L'Oreal-Erbin verlässt Verwaltungsrat

Die 89-jährige Liliane Bettencourt scheidet aus der Kosmetikkonzern-Führung aus, ihr Enkel Jean-Victor Meyers übernimmt den Posten

Paris - Sie hat bereits einen Vormund, saß aber noch im Verwaltungsrat ihres Unternehmens: Die 89-jährige L'Oreal-Erbin Liliane Bettencourt verlässt nun das Kontrollgremium des französischen Kosmetikkonzerns. Der Verwaltungsrat unter Vorsitz von Vorstandschef Jean-Paul Agon dankte Bettencourt, die als reichste Frau Frankreichs gilt, in einer Mitteilung vom Montag für ihre "aktive Teilnahme" an den Sitzungen. Den Posten übernimmt künftig ihr 25 Jahre alter Enkel Jean-Victor Meyers, der seit einigen Monaten auch ihr Vormund ist.

Die Großaktionärin und Milliardärin leidet nach Einschätzung von Ärzten an einer Mischung aus Alzheimer und anderen Demenzformen. Bettencourt hatte sich jahrelang mit ihrer Tochter gestritten, ob sie geistig fit genug sei, ihr Erbe zu verwalten.

Um Frankreichs reichste Frau ranken sich seit Jahren Familienzwistigkeiten, die in aller Öffentlichkeit ausgetragen wurden. Ende Jänner teilte ihr Anwalt Jean-Rene Farthouat mit, Liliane Bettencourt werde gegen eine Entscheidung des Berufungsgerichts in Versailles in die Revision gehen, nach dem sie unter der Vormundschaft ihrer Tochter bleiben soll. Die L'Oreal-Hauptaktionärin war Mitte Oktober wegen fortschreitender Demenz entmündigt worden. Die Verwaltung ihres Vermögens wurde der 58-jährigen Tochter Francoise Bettencourt-Meyers und deren zwei Söhnen übertragen.

Der Familienstreit im Hause Bettencourt hatte auch eine Reihe von Affären ausgelöst, die die konservative Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy erschütterten. Außer Steuerhinterziehung wurde Liliane Bettencourt illegaler Spenden an die konservative Regierungspartei UMP beschuldigt. Das Vermögen Bettencourts wurde vom US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" auf 17 Mrd. Euro geschätzt. (APA)

Share if you care
2 Postings
Diese Werbeeinschaltung widmete Ihnen Durex.

Eine Frau zum Heiraten ,-)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.