Graz - Das oststeirische Bauunternehmen F & R Bau GmbH mit Sitz in
Ludersdorf bei Gleisdorf im Bezirk Weiz musste mit einer Überschuldung von rund
1,2 Mio. Euro Insolvenz anmelden, wie die Kreditschutzverbände AKV und KSV am
Dienstag bekanntgaben. Beim Handelsgericht Graz wurde ein Sanierungsverfahren
mit Eigenverwaltung beantragt. Als Insolvenzursache führte die Firma u.a. an,
dass man in den letzten Wirtschaftsjahren immer positiv bilanzieren konnte, aber
einige Forderungsausfälle zu Liquiditätsengpässen geführt hätten. Den
Sanierungsplan will man u. a. mit finanzieller Unterstützung eines Auftraggebers
erfüllen, eine Weiterführung wird angestrebt.
Das Unternehmen mit den Geschäftszweigen Hoch- und Tiefbau sowie Installation
und Handel beschäftigt in der Saison bis zu 50 Mitarbeiter, im Winter sind es 8.
Von der Insolvenz betroffen sind mehr als 80 Gläubiger. Die Aktiva belaufen sich
auf 0,97 Mio. Euro, die Passiva auf 2,17 Mio. Euro, woraus sich eine
Überschuldung von rund 1,2 Mio. Euro ergibt.
Laut Sanierungsplanantrag sollen die Gläubiger eine Quote von 30 Prozent
erhalten. Diese ist gegliedert in eine zehnprozentige Barquote, auszuschütten
durch den Sanierungsverwalter binnen 14 Tagen nach Annahme des Planes, weitere
10 Prozent binnen einem Jahr, die letzten 10 Prozent binnen zwei Jahren ab
Annahme.
Das 1998 gegründete Unternehmen war zuletzt ständig gewachsen, allerdings
fremdfinanziert. Das Unternehmen war im Zuge der Wirtschaftskrise mit
Umsatzrückgängen konfrontiert gewesen. Während laut AKV 2008 noch ein Umsatz von
rund 11, 7 Mio. Euro erzielt wurde, hatte sich dieser im Wirtschaftsjahr 2010
auf 6,7 Mio. Euro fast halbiert. Die wahrscheinliche Insolvenzursache sieht man
bei F & R Bau im Jahr 2011: Hier habe man beim Bauvorhaben
Bahnhofgürtel/Zollgasse in Graz einen Verlust von 1 Mio. Euro wegen zu hoher
Schäden und einer Fehlkalkulation. Zudem hatte man hohe Vorlaufkosten für die
Abwicklung von Großbaustellen sowie Forderungsausfälle. Im Rahmen der
Restrukturierungsmaßnahmen will man sich künftig nur auf den Hochbau
konzentrieren und so die Personalkosten reduzieren. (APA)