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"Hätte mir gedacht, dass mir das Auto öfter fehlen wird", sagt Thomas Fritz.
Ich verzichte bereits seit Oktober mehr und mehr auf mein Auto. Das fällt mir nicht so schwer wie zu Beginn gedacht. Seitdem ich meinen Blog gestartet habe, melden sich immer wieder UserInnen, die mir von ihrem autofreien Leben berichten. Ich habe bei zwei von ihnen nachgefragt und mir erklären lassen, wie einfach es tatsächlich ist, längere Zeit auf den motorisierten Individualverkehr zu verzichten. Dennoch haben beide UserInnen zugegeben, dass es wohl in Wien einfach ist, auf alternative Fortbewegungsmittel umzusteigen. Vor allem, wenn Wohn- und Arbeitsort nahe beieinander liegen. Ilse Graf und Thomas Fritz im Gespräch:
Warum haben Sie schlussendlich auf das Auto verzichtet?
Graf: Ich habe im April 2000 mein Auto nach einem Unfall auf den Schrottplatz bringen lassen. Während ich auf der Suche nach einem neuen Pkw war, fuhr ich regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit. Weil das so gut funktionierte, beschloss ich, mir erst dann ein neues Auto zuzulegen, wenn ich der Meinung sein sollte, dass es tatsächlich nicht mehr ohne geht. Der Fall ist nie eingetreten. Nach zwei Jahren hat mein neuer Lebenspartner allerdings wieder ein Auto in die Familie mitgebracht. Das steht aber auch meistens am Parkplatz.
Fritz: Nach meinem Umzug von der Steiermark nach Wien habe ich anfänglich mein Auto behalten. Ich benutzte es allerdings nur ein- bis zweimal pro Monat. Als ich mit meiner Frau über Einsparungen von Fixkosten gesprochen habe, wurde das Auto einfach gestrichen.
Worauf mussten Sie durch das fehlende Auto verzichten?
Graf: Auf nichts. Nur wenn ich meine Freunde im südlichen Niederösterreich besuchen wollte, musste ich mir eine Mitfahrgelegenheit organisieren. Von Liesing in ein Dorf im Bezirk Mödling geht das mit den Öffis nicht so leicht. Auch spontane Fahrten in die Shopping City waren nicht mehr möglich. Darüber war ich aber eigentlich froh. Dadurch habe ich zusätzlich Geld gespart. Meine Töchter mussten auf den "Mama-Taxi-Dienst" verzichten. Sie haben sich aber schnell daran gewöhnt.
Fritz: Ich hätte mir gedacht, dass mir das Auto öfter fehlen wird. Aber man lernt einfach, Ausflüge oder Großeinkäufe besser zu planen. Spontan geht das leider nicht mehr. Aber wenn man drei Tage vorher weiß, wann und wofür man das Auto braucht, dann funktioniert das mit Carsharing problemlos. Und ich kann mir sogar das passende Auto für die Gelegenheit aussuchen.
Haben Sie bereits einmal die Ersparnis errechnet?
Graf: Ich habe mir das noch nie im Detail ausgerechnet. Aber ich brauche keine Jahres- oder Monatskarte für die Öffis, weil mein Arbeitsplatz in Rad- bzw. Gehdistanz liegt. Für Carsharing gebe ich im Monat maximal 100 Euro aus.
Fritz: Die Ersparnis liegt bei mir zwischen 400 und 500 Euro im Monat. Das lässt sich aber sicher nicht mit anderen Fällen vergleichen, da ich zuvor auch noch ein teures Leasingauto hatte. Carsharing nutze ich nur einmal pro Monat. (derStandard.at, 14.2.2012)
Können Sie sich ein autofreies Leben vorstellen? Leben Sie bereits ohne eigenen Pkw? Stammen Sie eventuell aus einer ländlichen Gegend und verzichten ebenfalls auf das Auto? Melden Sie sich bei mir per Mail oder posten Sie im Forum.
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Also EINEN Fall gibt es, dem wird man die Mär' von wegen "Man kann auch ohne Auto (über)leben" sicher nicht mehr einidrucken:
http://derstandard.at/132850812... eitem-Auto
Nix für ungut...
tolle infrastruktur und öffis, aber bald werden sie sich die miete & kanalgebühren nicht mehr leisten können in den städten. als ich jung war musstes du ein auto haben alles andere wäre verrückt gewesen. wenn ich heute meine enkel betrachte hat nur einer von 5 einen führerschein. der rest lebt und studiert mit freundin (auch kleinkind) in wien und graz auch ganz ohne auto glücklich...
wann er will und wohin er will.
stellt euch vor es ist eine große demo gegen die regierung und die öffis werden einfach abgedreht.
lasst mal kurz eure gehirnrädchen arbeiten falls nicht eingerostet.
diese ökos sind der grosse bruder.
Das funktioniert nur wenn die Töchter nicht bestimmten Hobbies nachgehen. Reiten die Kids oder spielen sie Tennis oder Golf wird es mit dem Öffis schon kompliziert. Bei Tennis geht es eh noch am ehesten, bei Golf oder Reiten kann man es vergessen. Ähnliches gilt fürs Skifahren. Spielen Sie vielleicht dann noch in einer Mannschaft und spielen am Wochenende auswärts dann ist es mit den Öffis schon eher unmöglich. Wenn ich in Innsbruck lebe aber ein Auswärtsspiel im Paznaun habe das gewöhnlich um 9 oder 10 Uhr beginnt dann kann man das mit den Öffis vergessen, dann ist man schon vor dem Spiel müde. Bei Reiten gilt es noch mehr, möchte das Gesicht des Schaffners sehen wenn ich mit nem Pferd in den Zug steigen will.
Das was bei diesen Themen immer so lustig ist, dass die Poster bei Dingen wie Vorratdatenspeicherung, mehr Polizeibefugnisse dem Staat vorwerfen die Freiheit zu beschneiden, bei anderen Dingen wie Autos, Besitz, Waffen, Steuern auf Vermögen etc. am liebsten aber volle staatliche Kontrolle hätten. Daraus kann ich nur auf zwei Dinge folgern:
Entweder sie wollen eine Einheitslebensart für alle Menschen, oder aber sie glauben Ihre Lebensweise ist die Einzig wahre.
ich hab nirgends gefordert dass autos oder autofahren oder autobesitz verboten werden soll. das ist die übliche paranoia der scheinliberalen, die sofort hysterisch "verbooooooooote!!!!!" schreien sobald sie mit kritik konfrontiert werden.
dass die welt ein besserer ort wäre wenn in europa mehr (viel mehr) menschen ihr leben so führen würden wie ich, das glaube ich allerdings, und dazu stehe ich.
und dass sie ein schlechterer ort ist wenn jede/r den persönlichen egoismus so hemmungslos auslebt wie die scheinliberalen (du darfst dich angesprochen fühlen), davon bin ich auch überzeugt.
und vermögensbesteuerung hat mit einer freiheitsdebatte sowieso nicht das geringste zu tun.
Was verstehe ich falsch? Ich habe das Wort verbot nicht benutzt. Was ist Scheinliberalismus? Was fordern sie dann genau, dass ich zwar ein Auto besitzen kann, sie aber nicht nutzen darf?
Was verstehen Sie unter einer besseren Welt? Ist es egoistisch, dass ich am Wochenende lieber mit dem Auto an Orte fahre die durch öffentliche Verkehrmittel nicht erschlossen sind, damit ich eben alleine sein kann? Wenn die Bewohner eines Stadtteiles sich entschließen, ihr Stadteil zur autofreien Zone zu machen, dann habe ich damit kein Problem.
ist wenn leute ständig begriffe wie eigenverantwortung und freiheit im mund führen, tatsächlich aber nur ihren persönlichen egoismus meinen.
sind meistens leut die "oben" sind, wirtschaftlich gut gestellt, keineswegs notwendigerweise aus echter eigener leistung. echter liberalismus is ihnen wurscht, es geht nur darum dass sie tun und lassen können was sie wollen und keinerlei rücksicht auf irgendjemand anderen nehmen wollen.
Wie kommen Sie eigentlich dazu mir Scheinliberalismus gemäß ihrer Definition vorzuwerfen? Kennen Sie mich, wissen Sie wer ich bin? Ich habe in meinem Post meine Eindrücke zu den Post beschrieben ohne jemanden persönlich anzugreifen. Ich schreibe niemals Sätze die vom Muster "Ihr Autoverweigerer.." etc. da ich mich immer redlich bemühe niemanden persönlich anzugreifen. Der vorletzte Satz impliziert den Begriff Klassenkampf. Und genau hier wird das Ganze unseriös. Hier geht es dann nicht mehr um Umweltschutz oder einen bessere Welt sondern ganz einfach nur noch darum Person A hat etwas was sich Person B nicht leisten kann. Also muss man schauen, dass Person A daran keinen gefallen mehr hat. Und das ist nicht mehr das eigentliche Thema.
ob du unter diesen "scheinliberalismus" fällst. sorry.
ad klassenkampf: nein es geht nicht darum wohlhabenden etwas zu verleiden was sich nicht jeder leisten kann. sondern darum dass man im eigenen handeln etwas mehr gedanken dran verwendet wie sich dieses eigene handeln auf das leben anderer auswirkt. das betrifft keineswegs nur aber eben auch (in höherem masse) leute in privilegierter position.
ich könnte mir gemütlich ein auto leisten und jeden tag damit die 3 km in die arbeit fahren. ich machs NICHT deshalb nicht weil ichs mir nicht leisten könnte.
viele dinge des täglichen lebens sind mit nachteilen für andere menschen (aber oft auch für diejenigen die sie benutzen) verbunden. das ist nicht nur beim auto so - auch straßenbahnen haben schon leute überfahren und produzieren feinstaub (nur als beispiel; es gäbe auch genugbeispiele die mit straßenverkehr nix zu tun haben)
darüber wieviel nachteile und gefahren wir als gesellschaft akzeptieren kann es keine absolute wahrheit geben, nur einen gesellschaftlichen konsens, der durchaus auch so aussehen mag dass autofahren allgemein akzeptiert ist - auch wenns einzelnen nicht passt.
insofern ist die ganze diskussion darüber großteils, obwohl durchaus unterhaltsam, eigentlich komplett sinnlos.
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