Neue Regelung der Jugendwohlfahrt gefordert

14. Februar 2012, 12:32
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Vereine verlangen Ausweitung der Betreuungspflicht bis zum 27. Lebensjahr und mehr Prävention

Wien  - Die "Plattform Kinder- und Jugendhilfegesetz" präsentiert ihre Forderungen zu einer Erneuerung des Jugendwohlfahrtsgesetzes. Verschiedene Interessensvertretungen, darunter die Diakonie Österreich, SOS Kinderdorf und der Dachverband Österreichischer Jugendwohlfahrtsvereinigungen appellierten bei einer Pressekonferenz am Dienstag an die Politik, das seit 1989 bestehende Gesetz als Kinder- und Jugendhilfegesetz zu novellieren. Sie fordern die Ausweitung der Betreuungspflicht bis zum 27. Lebensjahr, mehr kostenfreie Therapieplätze für Kinder und Jugendliche, eine Stärkung der präventiven Maßnahmen und österreichweit einheitliche Rahmenbedingungen.

Zu wenig Therapie

Mit 18 Jahren seien die Jugendlichen oft weder emotional bereit, noch mit der Ausbildung fertig, begründete Martin Schenk von der Diakonie Österreich die Forderung nach einer längeren Betreuungspflicht. Auch in der Gesundheitsversorgung würden große Defizite herrschen, für zehntausende Kinder würden kostenfrei Ergo- und Psychotherapieplätze fehlen. Das Versäumnis einer frühen Förderung der Beziehung des Kindes zu den Eltern würde auch hohe ökonomische Kosten verursachen, so Schenk.

Einen unabhängigen Jugendwohlfahrts- bzw. Jugendhilfebeauftragten forderten Roswitha Laminger-Purgstaller von SOS Kinderdorf und Maria Moritz vom Österreichischen Berufsverband der SozialarbeiterInnen. Moritz pochte außerdem darauf, dass das "Vier-Augenprinzip" bei der Feststellung der Gefährdung von Kindern verpflichtend wird.

Seit 2008 finden Verhandlungen zwischen Bund und den Ländern statt, es sind aber noch nicht alle Länder mit der Höhe der Finanzierung einverstanden. Aus dem Familienministerium heißt es, Oberösterreich, Steiermark und das Burgenland hätten bisher noch nicht zugestimmt. Justizministerin Beatrix Karl (V) hatte Herbst 2012 als Deadline für ein neues Jugendhilfegesetz genannt. (APA)

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