Europas Börsen schließen mehrheitlich mit Verlusten

14. Februar 2012, 18:22
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US-Konjunkturdaten drücken Leitbörsen ins Minus

Wien - Die europäischen Leitbörsen haben am Dienstag an ihre schwache Eröffnungstendenz angeknüpft und einheitlich im Minus geschlossen. Zu Mittag lagen sie aufgrund guter Daten kurzzeitig im Plus. Der Euro-Stoxx-50 sank bis zum Handelsende um 3,25 Einheiten oder 0,13 Prozent auf 2488,29 Zähler.

Die Eröffnung war geprägt von der Abstufung einiger Euroländer, darunter Italien und Spanien, durch die Ratingagentur Moody's und die meisten europäischen Börsen starteten mit Verlusten. Für eine Trendwende sorgte im Verlauf des Vormittag gutlaufende Anleiheauktionen eben von Italien und Spanien, die niedrigere Zinsen als zuletzt für die Refinanzierung zahlen mussten. Die Börsen wurden dann weiter gestützt durch gute ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland, die mit 5,4 Punkten erstmals seit Mai 2011 auf einen positiven Wert stiegen.

Nach mäßigen Zahlen zu den US-Einzelhandelsumsätzen, die im Jänner mit 0,4 Prozent nur halb so stark zulegten wie von Experten erwartet, ließen die europäischen Leitbörsen am Nachmittag zusehends Federn. Auch die US-Lagerbestände stiegen im Dezember nicht so stark wie erwartet.

L'Oréal nach Zahlen im Plus

Unternehmensnachrichten gab es zu L'Oréal. Der weltgrößte Haar- und Körperpflegekonzern konnte im Vorjahr seinen Gewinn um knapp neun Prozent und seinen Umsatz um 5,1 Prozent steigern. Damit lag man deutlich über den Erwartungen der Analysten. Die Aktien beendeten den Handel mit einem Plus von 3,77 Prozent bei 84,73 Euro an der Spitze des Euro-Stoxx-50.

Ebenfalls gute Zahlen kamen von der Deutschen Börse. Der Börsenbetreiber hat im Schlussquartal 2011 Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis erzielt und die Markterwartungen übertroffen. Zudem sind neben einer Steigerung der regulären Dividende auch eine Sonderdividende sowie ein neues Aktienrückkaufprogramm in der zweiten Jahreshälfte geplant, um die Aktionäre nach der gescheiterten Fusion mit NYSE Euronext bei Laune zu halten. Die Titel befestigten sich bis Handelsschluss um 2,37 Prozent bei 49,94 Euro.

Der Bankensektor stand am heutigen Dienstag europaweit unter Abgabedruck. Societe Generale bildeten das Schlusslicht im Euro-Stoxx-50 mit einem Minus von 3,69 Prozent bei 21,90 Euro und setzten damit ihren Abwärtstrend der letzten Tage weiter fort. BNP Paribas gaben 2,36 Prozent ab und schlossen bei 33,52 Euro. Deutsche Bank sanken um 1,93 Prozent auf 32,99 Euro.

Nokia verbesserten sich um 2,07 Prozent auf 3,84 Euro, nachdem Nokia-Siemens-Network-Chef Raajev Suri einen Börsengang des Gemeinschaftsunternehmen von Nokia und Siemens nicht ausgeschlossen hatte. Man plane ein "starkes und unabhängiges Unternehmen", sagte Suri.

Shell rückten in Amsterdam um 1,29 Prozent auf 27,84 Euro vor. Der Mineralölkonzern profitierte von hohen Ölpreisen in New York, die durch Gerüchte über mögliche Versorgungsengpässe in die Höhe getrieben wurden. (APA)


Börse          Index          Schluss       Diff (%)

 Wien           ATX            2.175,71     -1,39
 Frankfurt      DAX            6.728,19     -0,15
 London         FT-SE-100      5.899,89     -0,10
 Paris          CAC-40         3.375,64     -0,26
 Zürich         SPI            5.589,81     -0,18
 Mailand        FTSE MIB      16.445,91     +0,47
 Madrid         IBEX-35        8.771,90     -0,19
 Amsterdam      AEX              321,87     -0,23
 Brüssel        BEL-20         2.234,38     -1,05
 Stockholm      SX Gesamt      1.069,64     -0,43
 Europa         Euro-Stoxx-50  2.488,29     -0,13
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