In der Stadt der Segel

In keiner anderen Stadt der Welt gibt es so viele Segelboote pro Kopf wie in Auckland. Die Stadt heißt nicht umsonst City of Sails

Bis die rund 200 Quadratmeter Segeltuch auf eine Höhe von mehr als 30 Meter hoch gekurbelt sind vergehen fast vier Minuten. Eine gefühlte Ewigkeit, wenn man selbst an einer der Coffee Grinder genannten Kurbeln steht. "Hands on! Fast Forward!", lautet das Kommando.

Die Anstrengung lohnt sich. Mit einem leisen Rauschen gleitet die NZL 41 schließlich über das Wasser.

Eigentlich ist die NZL 41 eine JPN 41. Unter dem Namen Nippon Challenge nahm die Segelyacht 1994 am America's Cup, der bekanntesten Regatta der Welt teil. Jetzt liegt die bereits etwas in die Jahre gekommene Rennmaschine im Viaduct Harbour und ist eine der zahlreichen Touristenattraktionen von Auckland. Für 160 Neuseeland-Dollar kann man für zwei Stunden das Feeling auf einer richtigen America's Cup Yacht erleben.

Wer es etwas gemütlicher mag, hat die Auswahl. Alleine in der Westhaven Marina, dem größten Yachthafen in der südlichen Hemisphäre, liegen rund 2000 Yachten. In keiner anderen Stadt der Welt gibt es so viele Segelboote pro Kopf wie in Auckland. Die Stadt heißt nicht umsonst City of Sails. "Im Hauraki Golf gibt es viele geschützte Buchten, viele Yachtclubs und es weht immer eine frische Brise", erklärt James, der Skipper der NZL 41 die Segelbegeistertheit der Aucklander.

In den 70er und 80er Jahren war es dem 28-jährigen Segler zufolge außerdem sehr populär, im Hinterhof sein eigenes Boot zusammen zu zimmern. Rund um Auckland wachsen die für den Bootsbau beliebten Kauri Bäume. Durch die Eigenbauten wurde der Segelsport für viele Aucklander erschwinglich und zugänglich.

In den 90er Jahren entstand aus einem alten Hafenviertel der Stadtteil Viaduct Harbour, der heute mit seinen Restaurants, Bars, Hotel und Luxus-Apartementanlagen einer der quirligsten Bezirke und Fixpunkt im Nachtleben der größten neuseeländischen Stadt ist. Durch die Austragung des America's Cup in den Jahren 2000 und 2003 erhielt Viaduct Harbour zusätzlichen Aufwind.

Heute liegen in Viaduct Harbour die Megayachten der Superreichen. Eine der größten Yachten, die Thalia, gehört übrigens dem Moskauer Biznismen Michail Chimitsch.

Auckland hat aber nicht nur auf dem Wasser viel zu bieten. Der Skytower ist das höchste Bauwerk der Südhalbkugel. Anscheinend Lebensmüde springen von 328 Meter an einem Bungeeseil in die Tiefe.

Mir reicht es, über den 28 Millimeter dicken Glasboden zu gehen, durch den man auf die darunterliegenden Straßen schauen kann. Vom Skytower aus hat man einen hervorragenden Ausblick auf die gesamte Stadt, die auf rund 50 Vulkanhügel erbaut wurde. Wie grüne Zuckerhüte ragen sie zwischen den Häusern in die Höhe.

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9 Postings
Segeltuch auf eine Höhe von mehr als 30 Meter hoch gekurbelt sind

manche sagen auch "Segel setzen".

da der blog hier in der allgemeinen reiserubrik vom online-standard erscheint und nicht in einer fachzeitschrift für segler, ist es, denke ich, verzeihlich, dass die beiträge nicht im fachvokabular geschrieben sind. mich als nicht-seglerin stört das überhaupt nicht. ich finde den blog unterhaltsam und sehe ihn als unterhaltung und inspiration für neue reisedestinationen. technisch richtige artikel sind hier nicht zu erwarten und das finde ich auch gut so.

Wenn man schon mit allgemein gebräuchlichen Seglerbegriffen wie "Segeltuch" jongliert oder "Eigentlich ist die NZL 41 eine JPN 41" angibt, dann ist ein "kurbeln" für mich schon ein ordentlicher ausrutscher am nassen Teakholz-Deck.

So nebenbei; eine "Kurbel" ist eine Winsch!

falsch,

'die segeln setzen' bedeutet, sie fuer einen gegebenen kurs in anstellwinkel und form den windverhaeltnissen anzupassen.

....was sie meinen nennt man "trimmen" und da geht's nicht nur um den "Anstellwinkel".

Des auffeziagn vo de Fetzn nennt man, wie von Wunderwutzler völlig korrekt festgestellt: "Segel setzen" (und des owehoin dann "Segel bergen", und des zsammpackn und aufn Bam bindn "auftuchen")

Empfehle dringend einen Anfängerkurs im Segeln wie von fast jeder Segelschule angeboten.

Ja schon

aber nur solche, die auch wissen, wovon sie reden oder schreiben....

Mag sein, daß Frau Diethelm meint, Schreiben wäre ihre Berufung,

Talent dazu hat sie bislang keines gezeigt.

Nach dem doch teilweise recht heftigen Protesten der Segergemeinde auf ihre letzten Ergüsse, gab es wenigstens die Hoffnung, daß sie künftig zu diesem Thema schweigen würde.

Tut sie ganz offensichtlich nicht, die Red. hat auch nichts dazu gelernt und so ist Segeln in Verenas Welt eben:

"Mit der Krubel ganz nach oben drehen"
"und dann" (vermutlich?)
"den Nippel durch die Lasche ziehen......"

Mediocrity erobert die Welt.

bis zu "den Nippel durch die Lasche ziehen......"
kam ich garnicht, da ich bereits beim ersten Satz aufgehört habe den Artikel zu lesen.

g'scheit!

Sollt' ich auch lernen.

Dadurch erspart man sich zumindest eindeutig hinterher eine Überproduktion von Gallenflüssigkeit wieder abzubauen.

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