Tokio - Die japanische Notenbank hat ihre Geldpolitik erneut
gelockert und überraschend eine weitere Aufstockung des Programms zum Kauf von
Anleihen angekündigt. Die Zentralbank habe das Volumen des Kaufprogramms von
zuletzt 55 Bill. Yen auf 65 Bill. Yen (632 Mrd. Euro) erhöht, teilte die Bank of
Japan (BoJ) am Dienstag im Anschluss an die Zinsentscheidung mit. Mit der
Maßnahme soll die Finanzierung von Staat und Unternehmen erleichtert werden.
Zudem gilt laut der Notenbank ein neues Inflationsziel für die weltweit
drittgrößte Volkswirtschaft. Ab sofort werde die Zentralbank eine Inflation von
1,0 Prozent anstreben, hieß es weiter.
Die BoJ hielt zudem an ihrer faktischen Nullzinspolitik fest. Die Zentralbank
setzte den Leitzins weiterhin auf Null bis 0,1 Prozent fest. Die neun Mitglieder
des geldpolitischen Ausschusses der Notenbank hätten die Entscheidungen
einstimmig gefällt, hieß es weiter. Die BoJ erklärte die Entscheidungen mit der
"hohen Unsicherheit" mit Blick auf die japanische Exportwirtschaft. Zudem
nannten die Währungshüter weitere Abwärtsrisiken für die japanische Wirtschaft,
unter anderem die Folgen der Euro-Schuldenkrise und den starken Yen-Kurs.
Zuletzt hatte die japanische Notenbank das Anleihen-Kaufprogramm im
vergangenen Oktober erhöht. Damals wurde das Volumen von zuvor 50 auf 55 Bill.
Yen ausgeweitet. (APA)