Verhalten des gebürtigen Iraners seit Jahren höchst umstritten
London - Ein ranghoher britischer Polizist ist wegen
Machtmissbrauchs zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das
Verhalten des gebürtigen Iraners Ali Dizaei, der am Montag vom
Southwark-Gericht in London schuldig gesprochen wurde, beschäftigt
die britische Öffentlichkeit bereits seit mehr als einem Jahrzehnt.
Im aktuellen Prozess ging es darum, dass Dizaei im Juli 2008 einem
24-jährigen Iraker, der für ihn eine Internet-Seite eingerichtet
hatte, nach einer Rangelei in einem Restaurant in London Handschellen
angelegt hatte.
Dizaei blickt auf eine 24-jährige Karriere bei der Polizei zurück.
Das Gericht entschied, dass er nie wieder ein Polizeiuniform tragen
darf. Von den drei Jahren Gefängnisstrafe werden 15 Monate
angerechnet, die er bereits hinter Gittern verbrachte. Der Streit mit
dem Iraker entbrannte, als dieser von Dizaei die Zahlung von 600
Pfund (715 Euro) verlangte. Der Polizist beschuldigte den Iraker laut
Zeugenaussagen unzutreffend, ihn tätlich angegriffen zu haben.
Der promovierte Polizist, der ursprünglich eine Blitzkarriere
hinlegte, zog wiederholt Kritik auf sich. 2001 wurde er bereits
einmal vom Dienst suspendiert, 2003 aber wieder eingestellt. Bei der
sogenannten Operation Helios gab die Polizei umgerechnet 2,6
Millionen Euro aus, um Vorwürfen gegen Dizaei wegen Spionage für den
Iran, Drogenmissbrauchs und Verwicklung in die Prostitution
nachzugehen. (APA)