Ranghoher Polizist zu drei Jahren Gefängnis verurteilt

13. Februar 2012, 23:04
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Verhalten des gebürtigen Iraners seit Jahren höchst umstritten

London - Ein ranghoher britischer Polizist ist wegen Machtmissbrauchs zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Verhalten des gebürtigen Iraners Ali Dizaei, der am Montag vom Southwark-Gericht in London schuldig gesprochen wurde, beschäftigt die britische Öffentlichkeit bereits seit mehr als einem Jahrzehnt. Im aktuellen Prozess ging es darum, dass Dizaei im Juli 2008 einem 24-jährigen Iraker, der für ihn eine Internet-Seite eingerichtet hatte, nach einer Rangelei in einem Restaurant in London Handschellen angelegt hatte.

Dizaei blickt auf eine 24-jährige Karriere bei der Polizei zurück. Das Gericht entschied, dass er nie wieder ein Polizeiuniform tragen darf. Von den drei Jahren Gefängnisstrafe werden 15 Monate angerechnet, die er bereits hinter Gittern verbrachte. Der Streit mit dem Iraker entbrannte, als dieser von Dizaei die Zahlung von 600 Pfund (715 Euro) verlangte. Der Polizist beschuldigte den Iraker laut Zeugenaussagen unzutreffend, ihn tätlich angegriffen zu haben.

Der promovierte Polizist, der ursprünglich eine Blitzkarriere hinlegte, zog wiederholt Kritik auf sich. 2001 wurde er bereits einmal vom Dienst suspendiert, 2003 aber wieder eingestellt. Bei der sogenannten Operation Helios gab die Polizei umgerechnet 2,6 Millionen Euro aus, um Vorwürfen gegen Dizaei wegen Spionage für den Iran, Drogenmissbrauchs und Verwicklung in die Prostitution nachzugehen. (APA)

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