Abstufungsreigen

Wien reagiert gelassen auf Rating-Warnung

14. Februar 2012, 14:00

Noch bestätigt die Ratingagentur Moody's das Triple-A-Rating für Österreich, Italien und Spanien wurden bereits herabgestuft

Wien - Die Ratingagentur Moody's hat in einer Neubewertung Österreichs Triple-A-Rating bestätigt, gleichzeitig aber den Ausblick auf "negativ" gesenkt. Auch den Triple-A-Staaten Frankreich und Großbritannien ergeht es nicht besser. Auch Ihnen stellt der US-Ratingriese den Verlust ihrer Spitzenbonitäten in Aussicht. Gleichzeitig senkt Moody's den Daumen über Italien und Portugal. Die Bewertung Italiens und Portugals sinkt um jeweils eine Stufe, die Spaniens gleich um zwei Stufen. Die Finanzmärkte reagierten am Dienstag wieder einmal mit sinkenden Kursen. Auch der Euro antwortet auf das Downgrading vorübergehend mit Abschlägen.

Die Experten senkten die Note für Italien um einen Rang von A2 auf A3 und die Bewertung Spaniens um zwei Ränge auf A3 von A1. Auch Slowenien, die Slowakei und Malta stufte Moody's weiter herab. Als Begründung gab die Agentur an, alle neun Länder seien durch die Eurokrise erheblichen finanziellen und volkswirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Die schwachen wirtschaftlichen Aussichten bedrohten zudem die Umsetzung notwendiger Sparanstrengungen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Anleger ließen sich allerdings nicht beirren und haben am Rentenmarkt Italien weiter Kredit gegeben. Eine Auktion von Staatsanleihen mit drei- und fünfjährigen Laufzeiten über insgesamt rund sechs Mrd. Euro verlief am Dienstagvormittag reibungslos und hievte den Euro wieder über 1,32 Dollar.

Konkurrenz S&P stufte schon im Jänner ab

Die Rating-Konkurrenz Standard & Poor's hat Frankreich und Österreich schon im Jänner die Bestnote aberkannt. Finanzministerin Maria Fekter hatte sich dieser Tage bei der Präsentation des heimischen Sparpaketes zuversichtlich gezeigt, dass man sich mit den derzeitigen Sparbemühungen schon quasi wieder in der Einflugsschneise zur Wiedererlangung der Topbonität befinde. Für Österreichs Notenbankgouverneur Ewald Nowotny wurde eventuell das Sparpaket nicht richtig bewertet: "Es ist ein Paket, das in die richtige Richtung geht. Ich glaube, das ist meines Erachtens bis jetzt vielleicht ein bisschen zu wenig gesehen worden", sagte er im Ö1-Morgenjournal.

Nowotny sieht die Gründe für den schlechteren Ausblick nicht nur in Österreich. "Dieser Bericht von Moody's bezieht sich auch zu einem erheblichen Teil auf die gesamteuropäische Entwicklung. Das Sparpaket ist nur ein Teil der gesamten Perspektive", sagte er.

Auch Faymann verweist auf Sparpaket

Auch Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat in Reaktion auf das kürzlich von der Regierung präsentierte Sparpaket verwiesen. Dieses sei bei der Einschätzung der Agentur "noch nicht dabei", erklärte der Kanzler. Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Bewertung in Bälde ändern könne.

"Ich bin sicher, wenn die Sparmaßnehmen im Parlament beschlossen und der Budgetpfad nach Brüssel gemeldet ist, dass sich die Bewertung wieder ändert", so Spindelegger mit Verweis auf den Fahrplan für die Umsetzung der Konsolidierungsmaßnahmen. Außerdem sehe das Sparpaket sinkende Staatsschulden in den nächsten Jahren vor - nach Spindeleggers Ansicht ein weiteres Indiz dafür, dass Moody's dies bei seiner Bewertung noch nicht "eingestellt" habe.

 

"Märkte haben Vertrauen in Österreich"

Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) ist "sehr zuversichtlich", dass die Staatsschulden durch den eingeschlagenen Konsolidierungspfad wieder runtergebracht werde können. Von den Märkten sei das Sparpaket sehr gut aufgenommen worden, die Zinsen für Staatspapiere lägen wieder unter der Drei-Prozent-Marke. "Das zeigt, dass die Märkte Vertrauen in Österreich haben", sagte Fekter im Ö1-Mittagsjournal.

Fekter geht indirekt davon aus, dass die jüngste Ratingentscheidung von Moody's, den Ausblick der Bonität Österreichs auf "negativ" zu senken, anders ausgefallen wäre, wenn die Ratingexperten das von der Regierung beschlossenen Sparpaket gekannt hätten. "Moody's hat die Zahlen nicht kennen können, das Gesamtvolumen des Paketes ist bis zum Schluss nicht bekannt gewesen", betonte Fekter. "Das ist doch etwas anderes als in der Bewertung drinnen steht, dass man sich bezüglich unserer Schuldenentwicklung Sorgen macht", meinte Fekter.

Sie zeigte sich zuversichtlich, dass Österreich die europäischen Vorgaben, bis 2020 bei der Staatsverschuldung unter 60 Prozent zu sein, auch "leicht" erreichen werde.

Bankenengagement im Osten

Das Finanzministerium sieht generell in der Neubewertung zunächst einmal das Positive. In einer Aussendung freut man sich über die Aufrechterhaltung der Spitzenbonität für Österreich. Als Begründung dafür habe Moody's unter anderem die starke, diversifizierte Wirtschaft, das Fehlen volkswirtschaftlicher Ungleichgewichte, niedrige Arbeitslosigkeit und Leistungsbilanzüberschüsse seit 2002 angeführt, sowie die Tatsache, dass das Budgetdefizit im Jahr 2011 aufgrund höherer Einnahmen und strikter Ausgabendisziplin besser ausgefallen sei als erwartet.

Das Ministerium bedauerte, dass der Ausblick von "stabil" auf "negativ" gesetzt wurde. Dafür seien einerseits externe Faktoren wie die internationale Schuldenkrise ausschlaggebend gewesen, auf der anderen Seite das Exposure der heimischen Banken in Osteuropa. Nicht ausreichend berücksichtigt sei, wie es in der Aussendung heißt, auch das eben beschlossene Sparpaket worden: Moody's gehe von einer steigenden Verschuldungsquote aus, während der neue Defizitpfad ab 2012 deutlich sinkende Schuldenquoten vorsehe.

Moody's erklärt demnach auch, dass der negative Ausblick zu einem Downgrade werden könnte, wenn sich entweder die Krise in der Euro-Zone drastisch verschärft oder weitere wesentliche Stützungsmaßnahmen für den Bankensektor erforderlich werden sollten. Derzeit gibt es aber laut Finanzministerium keine Anzeichen dafür, dass solche Stützungen nötig sind: "Der österreichische Finanzsektor ist gerade dabei, mit diversen Maßnahmen seine Kapitalbasis zu stärken. Wir gehen davon aus, dass diese Stärkung von Moody's bei künftigen Bewertungen berücksichtigt wird. Moody's selbst führt an, dass eine deutliche Verbesserung der Kapitalbasis des österreichischen Finanzsektors dazu führen würde, dass der Ausblick wieder auf "stabil" gesetzt wird." (APA/red, derStandard.at, 14.2.2012)

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wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
15.2.2012, 00:55
HAAA - HAA - HA!

Die ratingagenturen werden zu faschingskasperln.

Denkwerkstatt
23
14.2.2012, 17:59
Austrokommunismus am Ende

Nach 40 Jahren Schuldenmachen und Geldverprassen durch Politiker und Funktionäre ist das Land leider ruiniert. Wer glaubt, dass das aktuelle "Spar-(ha, ha) Paket etwas bessert, ist naiv. Bei den ganzen Steuermaßnahmen bleibt ja nichts mehr übrig. ZB der Gutverdiener mit 16.000 EUR Monatsbrutto, soll 1167 EUR mehr Steuer zahlen. Vergessen wird, dass der und seine Firma an Steuern, Sozialversicherung und Umsatzsteuer für die verkaufte Arbeitsleistung ca. 180.000 EUR (!!!) bereits jetzt an den Staat abliefern. Wenn nur jeder 153. sich entschließt doch lieber Flat-tax irgendwo zu bezahlen, bleibt für die Mitzi nix mehr im Börserl. Ich weiss von vielen Firmen, die gerade ihre Osteuropazentralen in Wien schliessen. Na dann - Gute Nacht.

ino
00
14.2.2012, 20:05
dass bei euch loonies "naiv" so ein beliebtes schimpfwort ist

muss mit projektion zu tun haben. oder ist es selbstironie? das wäre ja noch sympatisch.

da sitzt einer in einem der 5 reichsten länder der eu, welches aktuell die niedrigste arbeitslosigkeit aufweist und leistungsbilanzüberschüsse produziert, und jammert das land sei ruiniert?

und die 0,5% der arbeitnehmer, denen jetzt das steuerprivileg auf den 13. und 14. monatslohn temporär gestrichen wird, die werden bestimmt gleich in so ein 2. welt-land auswandern, wo man für niedrige steuern qulitativ niedrigwertige öffentliche leistungen kriegt. bestimmt! die besserverdiener schätzen ihre opernabende und gute krankenhäuser durchaus.

Denkwerkstatt
00
14.2.2012, 21:04
lieb

da wandert einer durchs Potemkinsche Dorf und kriegt große Kulleraugen, weil er erst gar nicht hinter die Fassade sehen will. Echt naiv, aber leider nicht liebenswert, sondern schlichtweg dumm.

ino
00
14.2.2012, 21:33
der mangel an argumenten

ist durch halblustige schimpftiraden nicht zu verbergen.

so arm.

Denkwerkstatt
00
14.2.2012, 22:37
Argumente

ist ein bisschen komplex, aber Kurzfassung: Schuldenberg; unkontrollierbare laufende Defizite; hohe Steuerquote; hohe Staatsquote; Korruption allerorten; teure Betonstrukturen im öffentlichen Bereich; PISA/Schulsystem; zweitklassige Unis; Wirtschaftsfeindlichkeit, Leistungsfeindlichkeit; ORF; ÖBB; Kammern; Wohnbaugenossenschaften; unfinanzierbares Pensionssystem; unfinanzierbares und ineffizientes Krankensystem; steigende Verschuldung der Privathaushalte; hoher Anteil internationaler Gläubiger (weiter steigend); Mitglied in Pleiteverein EU; Fritz Neugebauer

ino
00
15.2.2012, 07:16
das haben sie also hinter der fassade gesehen?

dass eine hohe steuerquote mit einer hohen staatsquote einhergeht ist trivial und hat entgegen ihren vorurteilen nichts mit wirtschafts- oder leistungsfeindlichkeit zu tun; immerhin hat ö trotz dieser "belastungen" eines der höchsten bip pro kopf.

dass im schul- und gesundheitssystem reformiert werden muss, ist auch nicht neu, wird aber von der wirtschaftspartei övp blockiert. die leistungen des staates sind in ö viel besser als in den länden mit flat rate tax und daher wird sich auch kein vernünftiger mensch wegen ein paar % mehr steuern dorthin absetzen.

wie überall geht es bei staatlichen leistungen nicht nur um den preis, sondern auch darum, was man dafür bekommt. und das ist in ö trotz khg und strickliesl immer noch ganz ok.

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
15.2.2012, 01:13
Und wann öffnet die "werkstatt" ihren betrieb..?

*...Pflichtfelder
10
14.2.2012, 17:47
Das Rating der New York Feuerwehr ist auch NEGATIV

Es sieht fast danach aus, als würde in den USA der Ausblick für die Stabilität des größten Lügengebäudes überhaupt, auf NEGATIV herabgestuft werden.

http://www.youtube.com/watch?fea... OLdcFeDg#!

Lotte Nexa
10
14.2.2012, 17:45
Wozu gibt's eigentlich noch Wahlen?

Wir haben ja Rating-Agenturen.

Musikexperte
00
14.2.2012, 18:46

das hieße dann faymann AA?

Musikexperte
10
14.2.2012, 17:41

ganz im ernst: wer bewertet eigentlich die rating agenturen?

*...Pflichtfelder
00
14.2.2012, 18:09

die abzocker?

aculus populus
 
11
14.2.2012, 17:36
Mittelalter

Europa spart wo es geht während die USA Geld drucken wie die Wahnsinnigen. Wir sparen damit die USA essen können.
Es kommt mir so vor wie im Mittelalter, da hat auch der fette "Feldherr" (USA) an der Tafel geschmaust, der Hund dahinter (EU) hat gehungert, mit Restln gespart, auf Knochen gehofft und gewartet.
Dabei war der Hund ständing besorgt wegen dem Sabbern und Bellen vom Stock (Ratingagentur) des Feldherrn bestraft zu werden.
Wie herrlich! Es hat sich an dem nichts geändert.

FatFaceRicky
02
14.2.2012, 17:10

Natürlich ist das Sparpaket in der Moody Einschätzung schon berücksichtigt. Wovon reden die eigentlich.

"... However, given the expected slowdown in growth across the euro area in 2012, Moody's is not
expecting the Austrian government to make any material progress in reducing the fiscal deficit, which will in turn keep the debt ratio on an upward trajectory. Moody's acknowledges the government's recently presented fiscal consolidation package which aims to bring the budget deficit to zero by 2016. While the accelerated fiscal consolidation is welcome, Moody's notes that Austria's debt ratio will remain above 70% of GDP in 2016, even assuming full implementation of all the proposed measures."

gratis trinken
00
14.2.2012, 18:23

Der gorbach hats ihnen uebersetzt.

peter schmidt
 
00
14.2.2012, 17:09
Das mit den Ratings wird erst ein Problem wenn es eine Konkurrenz um das zu veranlagende Geld gibt.

SOlange es auf der Welt noch soviel Kapital gibt, dass geradezu verzweifelt auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten ist wird Österreich sich locker refinanzieren können.

Schade ist nur, weil die Zinsenlast recht hoch ist und man mit dem Geld eigentlich ganz tolle Sachen machen könnte . Aber das ist so eine a la long Geschichte.

Des is so - und nicht anders..
 
00
14.2.2012, 17:07
...Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) ist "sehr zuversichtlich"

ja dann ist ja eh alles in Ordnung - wenn eine Frau mit Kompetenz, Weitblick und Fachwissen SEHR zuversichtlich ist....

*Ich nehm jetzt mein blaues Küberl mit den schönen gelbgoldenen Sternchen und kotz ihn voll ...

Pink Fanta
00
14.2.2012, 17:05
ganz einfach

kein Geld ausborgen

Schuhverkäufer
00
14.2.2012, 16:42
Metapher

Kürzlich das dritte A verloren, und nun schon wieder zurückgestuft!
Hinausgeworfen aus der Firstclass. kein Mitglied der Elite mehr.

Nun, machen wir es uns in der Businessclass gemütlich, zusammen mit den Franzosen und paar anderen.
Aber dahinter kommt gleich die Holzklasse, ist schon übervoll.
Den die Fall(Rettungs)-schirme reichen nicht für alle.

Und ganz hinten auf den billigsten Stehplätzen im EU-Jet stehen die Griechen und haben Angst
rausgeschmissen zu werden....

Österreichische Verbrecher Partei!
01
14.2.2012, 16:35
So lange die Großgrundbesitzer 4,5 Milliarden Bauernförderung kassieren (900 mio davon direkt aus Österreich, mach ich mir keine Sorgen

Die restlichen Milliarden zahlen wir nach Brüssel, die dort den Verwaltungsaufwand abziehen und 4,5 Milliarden retour überweisen.

Da aber z.B. die burgenländischen Bergbauern tausende Euro Förderung bekommen, mach ich mir keine Sorgen.

In Österreich ist alles in Ordnung.

Die Bauern zahlen eh 100 Millionen Steuern !

Amdamdesdissemallepress
11
14.2.2012, 16:40
wenn man die förderungen kürzt

werden sicher die lebensmittelpreise steigen...

Österreichische Verbrecher Partei!
10
14.2.2012, 16:42
tatsächlich ?

der hofer und der lidl verrechnen dann mehr?

redens keinen blödsinn

Amdamdesdissemallepress
01
14.2.2012, 18:04

wachsen die kartoffel beim hofer?

Majestix
 
00
14.2.2012, 16:16
Staatsschulden senken ohne Strukturreformen wirds aber nicht spielen.

Den Beamten 2 Mal eine quasi Nullrunde zu verpassen (um dann 2015 wahrscheinlich wieder kräftig anzupassen *g*) wird nicht reichen. Den Bauern die Rückerstattung von EUR 250,-- pro Jahr (!) zu streichen wohl auch nicht.

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