U-Boot hatte bei Brand im Dezember Atomwaffen an Bord

13. Februar 2012, 19:11
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An "Jekaterinburg" war bei Reparaturarbeiten Feuer ausgebrochen

Moskau - An Bord eines Ende Dezember in Brand geratenen russischen U-Boots haben sich einem Medienbericht zufolge Atomraketen befunden, als das Feuer ausbrach. Das angesehene Magazin "Wlast" berichtete in seiner Titelgeschichte am Montag, an Bord der "Jekaterinburg" hätten sich zum Zeitpunkt der Reparaturarbeiten, bei denen das U-Boot Feuer fing, entgegen der üblichen Praktiken noch Waffen an Bord befunden. Das Magazin berief sich auf Aussagen mehrerer Marineangehöriger und Mitglieder des Flottenkommandos. Der Bericht enthielt aber keine Zitate von Armee- oder Behördenvertretern.

Der Brand war nach offiziellen Angaben am 29. Dezember auf einem hölzernen Baugerüst rund um das U-Boot ausgebrochen, das auf der Roslijakowo-Werft in der Region Murmansk repariert werden sollte. Die Flammen griffen rasch auf die Kautschukhülle der 11.740 Tonnen schweren und 167 Meter langen "Jekaterinburg" über. Die Behörden hatten versichert, dass vor Beginn der Arbeiten alle Atomwaffen und konventionellen Raketen aus dem U-Boot entfernt worden seien.

Auf geheimen Stützpunkt verlegt

"Wlast" berichtete dagegen, dass sich 16 nukleare Langstreckenraketen mit jeweils vier Sprengköpfen sowie mehrere möglicherweise nuklear ausgerüstete Torpedos an Bord der "Jekaterinburg" befunden hätten. Demnach wurde das U-Boot wenige Tage nach dem Brand auf einen geheimen Militärstützpunkt verlegt, auf dem ein Teil der Atomwaffen der Nordmeerflotte gelagert werden. Dem Bericht zufolge gab es keinen anderen Grund für diese rasche Verlegung zu dem Waffenlager, als das Ziel, Atomwaffen einzulagern, bevor die "Jekaterinburg" für weitere Reparaturen monatelang außer Betrieb gestellt werden sollte.

Die "Jekaterinburg" ist seit 1985 im Einsatz. Sie gehört der Delta-IV-Klasse an und kann russischen Medienberichten zufolge bis zu 16 Interkontinental-Raketen mit sich führen. (APA)

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    16 nukleare Langstreckenraketen sollen sich noch an Bord der "Jekaterinburg" befunden haben.

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