LBI-Institut startet Online-Petition für den eigenen Fortbestand

13. Februar 2012, 18:23
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Im Mai 2013 soll das Ludwig Boltzmann-Institut für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit geschlossen werden

Wien - Das Team des Ludwig Boltzmann-Instituts für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit (LBI EGÖ) in Wien hat vor kurzem eine Online-Petition gestartet, um gegen die mit Mai 2013 geplante Schließung des eigenen Instituts zu protestieren. Wie der Vorstand der Ludwig Boltzmann-Gesellschaft (LBG) im Herbst beschlossen hatte, soll das LBI EGÖ aus "strukturellen und strategischen Gründen" geschlossen werden. Das Institut wurde im Jahr 2005 für eine Laufzeit von sieben Jahren gegründet. Derzeit sind acht Personen in der Einrichtung beschäftigt.

Der damalige Instituts-Chef Oliver Rathkolb hatte das Ziel, eine neue Form der europäischen Geschichtsschreibung zu entwickeln. Die Bemühungen, Laufzeit und Förderung um weitere sieben Jahre zu verlängern, "sind leider - trotz aussichtsreicher Kooperationsangebote seitens hochkarätiger Wiener Forschungseinrichtungen - aus organisationspolitischen Gründen ohne Erfolg geblieben", erklärte der nunmehrige Institutsdirektor Thomas Lindenberger, der Rathkolb nach dessen Wechsel an die Uni Wien an die Institutsspitze gefolgt war. In der Petition wird appelliert, "bei der Bewertung von öffentlich finanzierten Forschungseinrichtungen wissenschaftliche Kriterien über administrative Überlegungen zu stellen". Die geplante Schließung sei "ohne Einbeziehung fachwissenschaftlicher Expertise oder vorhergehende Evaluierung entschieden" worden, so Lindenberger am Montag in einer Presseaussendung.

In der LBG begründete man die Schließung auf Anfrage vor allem damit, dass Partner des Instituts wie das Demokratiezentrum abgesprungen und nicht ersetzt worden seien. LBG-Generalsekretärin Claudia Lingner wies darauf hin, dass Boltzmann-Institute zu 60 Prozent von der LBG und zu 40 Prozent von Partnern finanziert werden. Dieses Verhältnis habe am LBI EGÖ nicht mehr erreicht werden können. Aus diesem Grund habe man beschlossen, das Institut nicht weiterzuführen, aber dennoch ein Auslaufjahr bis 2013 anzuhängen. (APA/red)

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