Abstimmung

Heikles Referendum im Nordkosovo

14. Februar 2012, 10:34
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    foto: reuters/bojan slavkovic

    Ein deutliches "Nein" zur Anerkennung der "Institutionen der sogenannten Republik Kosovo" durch die Kosovo-Serben wird erwartet.

Serben im Kosovo stimmen heute über Anerkennung der Kosovo-Institutionen ab - Große Mehrheit für "Nein" erwartet - Abstimmung könnte EU-Integration verzögern

Mitrovica - Ein Referendum mit Signalwirkung, das die serbische Zentralregierung in Schwierigkeiten bringen könnte, beginnt am Dienstag im Kososo. In vier mehrheitlich von Serben besiedelten Gemeinden im Norden soll am Dienstag und Mittwoch darüber abgestimmt werden, ob die "Institutionen der sogenannten Republik Kosovo" anerkannt werden oder nicht. Ein deutliche Mehrheit für "Nein" wird erwartet. Die serbische Regierung ist gegen das Referendum, nicht zuletzt weil sie Probleme mit Brüssel erwartet. Auch wird befürchtet, dass sich die Situation der Serben im Kosovo weiter verschlechtert.

Belgrad hofft beim EU-Gipfel Anfang März den EU-Kandidatenstatus zu bekommen. Als eine wichtige Bedingung für den Beginn der EU-Integration hat die Union eine Lösung der Kosovo-Frage formuliert. Erst im Dezember äußerten die EU-Staats- und Regierungschefs ihre diesbezüglichen Bedenken. Sie lobten Serbien zwar für seine Fortschritte bei demokratischen Reformen, vor einer Entscheidung über einen Kandidatenstatus müsse das Land aber mehr Belege dafür liefern, dass es seine Beziehungen zum Kosovo verbessert habe. Serbien erkennt nicht an, dass sich Kosovo 2008 für unabhängig erklärt hat. In Brüssel sieht man das Referendum als einen Faktor, der eine haltbare Lösung für den Kosovo verschiebt. Serbien hat sich bereits 2009 für die Aufnahme in die Gemeinschaft beworben.

Die serbische Regierung kann offenbar keinen Einfluss auf die aktuelle Abstimmung im Kosovo nehmen, denn drei von vier Gemeinden werden von der DSS des nationalkonservativen Oppositionspolitikers Vojislav Koštunica dominiert. Das Referendum gilt als Wahlkampfmanöver - die Wahlen in Serbien finden Anfang Mai statt. Rechtliche Konsequenzen wird ein "Nein" der Kosovoserben nicht haben.

Im Vorfeld des Referendums wurden auch die Wählerlisten kritisiert. 35.500 Personen stehen auf der Liste. Oliver Ivanović, Staatssekretär für den Kosovo, meint aber, dass eigentlich 47.000 Personen auf der Liste stehen müssten. Personen seien vielleicht von der Wahlkommission gestrichen worden, um die Beteiligung höher erscheinen zu lassen. "Viele wollen sich jetzt im Wahlkampf ihre Position in der Partei durch dieses Referendum sichern" , sagt Ivanović zum Standard. Die Beteiligung dürfte aber schon deshalb niedriger als erwartet werden, weil der Winter den Kosovo im Griff hat. Einige Orte sind durch die winterlichen Bedingungen sogar abgeschnitten. (red, 14.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 57
1 2
Komita
00
16.2.2012, 12:52
Jede Kleinstadt in Deutschland & Österreich

hat mehr Einwohner als dieser kleine Landstrich, der den ganzen Balkan seit Jahren in Atem hält...

Sprichwörtlich: Da wird aus einer Maus ein Elefant gemacht...

Aca Rankovic
00
16.2.2012, 09:21

Mittlerweile 99,76%. Ein guter Indikator, wie die Rezepturen, welche sich die NATO-Staaten ausdenken, bei den Leuten vor Ort, die damit leben müssen, ankommen. Wie einst im Kommunismus...

Rudolfo Karellowitsch
00
16.2.2012, 10:02

Wenn 99,999 % der Österreicher in Süd-Tirol beschließen sie möchten wieder zu Österreich gehören, ändert das auch nix? Sie werden weiterhin zu Italien gehören? Genauso ist es auch bei diesem Referendum? Das Ergebnis ist wertlos? Es interessiert einfach niemanden, zumal auch das Ergebnis ja schon vorher feststeht?

Serbien hat sich gegenüber der albanischen Minderheit schlecht benommen und wurde von der Völkergemeinschaft dafür bestraft. Nun sind einige Serben selbst zur Minderheit geworden und können nun vielleicht nachfühlen wie es früher den Albanern ging? Das ist sicher ein hartes, persönliches Schicksal für diese Minderheit, wird aber nichts mehr an den Fakten ändern? Ein zurück wird es an dieser Stelle vermutlich nicht mehr geben?

Aca Rankovic
00
16.2.2012, 15:18

Ganz genau, die Serben wissen, wie es den Albanern ging, und die Albaner merken langsam, wie es den Serben ging und geht....

Schritte zurück wohl kaum, dafür aber jede Menge vorwärts...

Aca Rankovic
12
16.2.2012, 01:16

99,74% haben gegen Priština und NATO gestimmt, jede Wette, dass das hier nicht veröffentlicht wird...

Djindjic
00
16.2.2012, 00:48
99,5 % sagen "Nein" zum Kunststaat

http://www.b92.net/info/vest... _id=582814

Komita
00
16.2.2012, 13:47
Die territoriale Integrität

des Kosovo ist nicht verhandelbar, die serbische Minderheit hat lediglich ein Anrecht auf kulturelle Autonomie, die Ihnen im Artisarie Plan zugesprochen wurde. Alle weiteren Forderungen sind absurd und enden höchstens in Gewalt.

Wie sagte einst Radovan Karadzic zur Muslimischen Bevölkerung Bosniens: "Wenn der Krieg ausbricht, werde er alle Muslime auslöschen", vielleicht sollten wir daraus lernen, vorallem unsere Serbische Minderheit sollte sich diese Sätze Ihres "Helden" zu Herzen nehmen, denn Gewalt bzw. Forderungen die in Gewalt münden sind keine Lösung.

doris klie
02
15.2.2012, 17:37

würden usa, deutschland und konsorten endlich aufhören die illegalen parallelinstitutionen auf serbischen boden zu fördern und zu unterstützen würde es bestimmt gäbe es keine "heiklen" referenden :)

Zutrittskontrolle
012
15.2.2012, 09:09

die kosovo-albaner sollten den igh fragen, ob das 'heikle' referendum legal ist :)

Aca Rankovic
05
15.2.2012, 11:36

Nützlicher Tip, nur dürfen sie nicht zum IGH, weil sie kein Staat sind...

sc1
 
30
15.2.2012, 21:49
Ich glaube es ist weitaus gewichtiger wennKosovo durch USA, UK, GER, FRA, IT, TR anerkennen als SRB!

Was das serbische Regime praktiziert ist Kindergartenpolitik!

Aca Rankovic
00
16.2.2012, 09:19

Mag sein, aber die UN praktiziert sie auch, so wie auch die Mehrheit der Staaten dieser Welt. Also vielleicht doch nicht so Kindergarten...

BlSenf
40
15.2.2012, 12:51
sagt wer?

offiziell sind sie ein staat.. auch anerkannt..zumindest von den wichtigen ländern..

SPYvs.SPY
02
15.2.2012, 17:18

Was gefällt der Zensurmaschine nicht ?
2) Versuch.

Was zeichnet einen Staat aus? Alleine die Ausrufung und die Vormundschaft einiger (wichtiger >lach<) Länder, auf‘s Biegen und Brechen und im Gegenzug den Serben aber das Gleiche wiederum abstreiten.
Die „wichtigen“ sind nur ein Teil der internationalen Gemeinschaft.

Sagt wer?
Einfach Google Maps auswählen.
International Telecommunication Union (ITU) kann man nur beitreten, wenn man von der UNO anerkannt wird oder eine EINIGUNG mit Serbien findet.
Ebenfalls, Sport-Veranstaltungen, etc etc.

Aca Rankovic
02
15.2.2012, 15:46

Für den IGH (und die UNO) sind sie kein Staat, deswegen dürfen sie auch nicht hin.

Riske
02
15.2.2012, 15:31

Es gibt tatsächlich wichtigere Länder ? oder soll „wichtig“ westlich heissen ?

Und wenn ja, warum sind diese wichtiger als russland, china, argentinien, bosnien….. (mit spanien ist sogar ein halbweslter dabei ) ?

AyrtonSenna2.0
03
15.2.2012, 17:11
Momentan

geht nichts ohne China, Russland ist auch net verschuldet. Also wer sollte nochmals besser als China sein?

Aca Rankovic
00
15.2.2012, 08:52
NANANANANANANANA BATMAN
02
15.2.2012, 07:49
ich frage mich

was man von den serben eigentlich will.

ist es die angst, dass sie (gemeinsam) etwas bewegen könnten?

Drago+
01
15.2.2012, 09:57

Nur gemeinsam mit der Staatengemeinschaft. Zur Lösung solcher komplexen Probleme ist Serbien alleine zu schwach und unerfahren. Jedoch gibt es ebenso Positionen, über die Serbien einfach nicht hinweg kann, so etwa das Kosovo als Bestandteil Serbiens. Wir möchten ein europäisches Serbien, in welchem alle Europäer, sofern sie es wollen, ihren Platz haben können (warum etwa soll ein Österreicher nicht Politiker in Serbien werden können wie z.B. Vassilakou hierzulande?); ein Serbien ohne das Kosovo als altes, historisches Kerngebiet hingegen wäre ein europäischer Mutant.

chilly76
 
03
14.2.2012, 22:30
brüssel hat ein problem mit bürgerentscheiden

sollte es nicht dann postdemokratischer westen heissen?

Heute von Gestern
60
14.2.2012, 19:23
Kein Referendum...

..sondern eine Wahlkampfveranstaltung der DSS, einer Partei die kontinuierlich an Bedeutung verliert. Laut den letzten Umfragen würde sie nach einmal die für das Parlament obligatorische 5%-Hürde erreichen.

Die Veranstaltung selber wird ohnehin von niemanden, nicht einmal von Serbien, anerkannt und wir demnach ohne Umleitung für Null und nichtig erklärt. Die EU tut jedenfalls weiterhin gut daran, dass Serbien, welches trotz seines Einspruches gegen dieses "Referendum" die illegalen Parallelstrukturen im Norden finanziell unterstützt,keinen Kandidatenstatus bzw. einen Termin erhält. Nach dieser Aktion kann man dies, zumindest Letzteres,als sicher annehmen.

Die Blaupause wird man aber anderorts (Süd-Serbien, Sandzak) zur "Kenntnis nehmen".

Aca Rankovic
01
14.2.2012, 21:40

Dass die DSS nicht über die 5% Hürde kommen soll, halte ich für eine gewagte Mutmaßung...

Wird man die Blaupause nicht auch in der RS zur Kenntnis nehmen können?

Heute von Gestern
00
14.2.2012, 22:59

Ist keine Mutmaßung sondern ein Umfrageergebnis:

http://www.b92.net/eng/news/... v_id=78779

4,4% und weiterhin fallend. Klar, sind das nur Prognosen, nur spricht der Trend deutliche Worte. Vom Umstand, dass SRS nicht weit davon entfernt ist (und beide hinter der LDP stehen mal ganz zu schweigen). Also gerade die 2 Parteien, die maßgeblich für die Obstruktionen im Kosovo - auch gegen Belgrad - verantwortlich sind.

Was die RS anbelangt, so liest man nicht nur in Zagreb und Sarajevo auch alles mit und sorgt schon dafür, dass alles im Rahmen bleibt, es wird Belgrade auch nicht helfen. Belgrade hat sich am eigenen Ast ansägen lassen und bezahlt dafür auch noch. Einfach nur göttlich..

Aca Rankovic
00
15.2.2012, 14:19

Faszinierend, hier kommt man auf andere Ergebnisse, da kommt die DSS auf doppelt soviel wi bei b92 (warum wohl?). Klingt auch wesentlich logischer nach der Bestätigung jener Thesen zum Kosovo und EU und NATO, die Kostunica seit kompromisslos 2008 vertritt:

http://www.novosti.rs/vesti/nas... no-na-vrhu

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