Tui-Ausstieg bei Hapag-Lloyd "in den letzten Wehen"

13. Februar 2012, 17:37
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Aufstockung von Hamburg

Hamburg - Tui hat sich Insidern zufolge mit den Miteigentümern von Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd weitgehend über den Verkauf eines Aktienpakets geeinigt. Demnach erhöhen die Stadt Hamburg und der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne ihre Beteiligung an der weltweit fünftgrößten Containerlinienreederei um weitere rund 20 Prozent. Die Details sollen spätestens zur Hauptversammlung des Reisekonzerns am Mittwoch bekanntgegeben werden, sagte ein hochrangiger Manager aus dem Albert-Ballin-Konsortium der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. "Ein Abschluss liegt in den letzten Wehen."

Laut Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wolle die Stadt Hamburg 420 Millionen Euro aufwenden, um Tui weitere Anteile abzukaufen. Damit dürfte die Beteiligung Hamburgs von aktuell 23,6 Prozent auf mehr als 37 Prozent steigen. Hamburg ist daran interessiert, Hapag-Lloyd als eigenständige Reederei mit Sitz in der Hafenstadt zu halten.

Bei der sich nun abzeichnenden Lösung würde sich ein Ausstieg der Tui aus der Schifffahrt weiter hinziehen. Der Konzern würde nicht alle dem Konsortium zu Jahresanfang zum Kauf angedienten 33,3 Prozent los. Insgesamt ist der Reisekonzern noch mit gut 38 Prozent an Hapag-Lloyd beteiligt. Tui-Chef Michael Frenzel steht unter Druck der Anteilseigner, die vor mehr als drei Jahren angekündigte Konzentration auf das Reisegeschäft umzusetzen. (Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.2.2012)

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