Kampf der Glätte

Schnee und Streusalz: Zwei Farben Weiß

13. Februar 2012, 17:38
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    foto: standard/fischer

    Trockenheit sorgt für ungewöhnliche Streusalzflecken in Wien und Graz. Der nächste Regen wird sie wieder wegspülen.

Bei Kälte und Trockenheit kristallisiert Streusalz und lässt Straßen erstrahlen

Wien/Graz - Das auffallend intensive Weiß auf den Straßen von Wien und Graz sorgt seit Tagen für Verwunderung. Verwendet der Winterdienst ein anderes Streusalz als in den vergangenen Jahren? Oder mehr davon?

"Nein, wir machen alles wie sonst auch", versichert ein Sprecher der Holding Graz, die für den Winterdienst in Graz verantwortlich ist, "es ist seit eh und je ganz normales zu 99,7 Prozent reines Kochsalz. Sie können damit Ihre Suppe salzen".

Dass es trotzdem weißer als in den vergangenen Jahren aussieht, liege vor allem an der extrem geringen Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit der anhaltenden strengen Kälte: "Das Salz kristallisiert und bleibt länger liegen. Wenn es schneit oder regnet, löst es sich auf." Dass es Beschwerden von Hundebesitzern gibt, dass das Streusalz heuer Verätzungen anrichte, könne - wenn es überhaupt einen Zusammenhang gibt - nur an der Intensität des länger liegengebliebenen Salzes liegen.

Rollsplitt und Salz

In Graz betreibt man seit vier Jahren den sogenannten differenzierten Winterdienst. Die Streuwägen haben alle Rollsplitt und Salz geladen. Je nach Bodentemperatur, die mittels eines Bordcomputers ständig gemessen wird, aber auch abhängig von der Steigung einer Straße wird Salz oder Rollsplitt oder eine Mischung aus beidem gestreut. Auch dort, wo das Naturschutzgesetz Salz verbietet, kommt Rollsplitt zum Einsatz. Splitt ist allerdings bezüglich der Feinstaubentwicklung problematischer.

Auch in Wien sahen die Straßen vor allem in den vergangenen Tagen weißer aus als sonst, auch wenn sie bereits schneefrei waren. Hier ist die Lage ähnlich wie in der steirischen Landeshauptstadt. "Wir verwenden seit Jahren Salzsole und Streusalz, auch heuer werden keine anderen Mittel eingesetzt", erklärt eine Sprecherin von Umweltstadträtin Ulli Sima. Auch hier würden die langanhaltende Trockenheit und die frostigen Temperaturen dazu führen, dass eben mehr Salzspuren auf den Straßen blieben.

Weinbauwissen gegen das Eis

In Wien wird derzeit auch Maisspindelgranulat aus Kukuruzkolben gegen Straßenglätte getestet. Das Problem: Diese Methode ist sehr teuer. Andernorts setzt man auf Weintrauben. Erkenntnisse aus dem Weinbau können nicht nur die Kälte von innen bekämpfen, man kann Traubenreste auch als Eisschmelzer einsetzen.

Das Phänomen, dass Schnee auf einem Weinberg, auf dem Trauben am Boden liegen blieben, schneller schmilzt, hat damit zu tun, dass die Moleküle in den Trauben eine chemische Reaktion auslösen. Laut orf.at werden in Frankreich diesen Winter schon erste Tests mit dem Streusalzersatz aus Traubenresten durchgeführt. Beim Wiener Winterdienst kann man sich dies auch vorstellen. (cms, fern, DER STANDARD-Printausgabe, 14.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 171
1 2 3 4
superloser
00
14.2.2012, 23:27
Apell an die Grünen:

Erheben Sie Einspruch, Frau Vassilakou!!!

superloser
10
14.2.2012, 23:16
Ich würde der Gemeinde Wien ja gerne die Schäden an meinen Schuhen, dem Kinderwagen, dem Auto, dem Fahrrad usw. in Rechnung stellen.

Frau Sima, zahlen Sie mir das alles?

chaoslilly1
00
14.2.2012, 16:37

Ich frage mich, wozu es eigentlich in den Städten die Winterreifenpflicht gibt, wenn eh alles weggesalzen wird?

Hafniumcarbid
00
24.2.2012, 12:31
Der Temperatur wegen?

Du weißt schon, dass Winterreifen aus einer für niedrigere Temperaturen ausgelegten Gummimischung bestehen als Sommerreifen und deswegen selbst bei trockener Fahrbahn bei winterlichen Temperaturen deutliche Nachteile gegenüber diesen haben.

Para Dox
00
14.2.2012, 23:22

Das ist doch nicht nur in Städten so. Bundes- und vermutlich auch Landes-, Bezirks- etc. -straßen werden ebenfalls gesalzen. Gestreut wird eigentlich nur auf absoluten Nebenstraßen.

BK W. Shoyssel
01
14.2.2012, 14:12
Wieviel, wie hoch?

kostet eigentlich das Salzstreuen? Jetzt ohne Schneepflug usw.n ur das Salzstreuen? Material, Arbeitsstunden, Fuhrpark?

Wie hoch und wie lange ist dann nach dem Tauwetter die Staubbelastung durch Salz und Rollsplitt?
Wenn ich überlege, dass sich im März/April dann die Salz-, Streusplitt- und wieder aufgetauten Gackerlreste zu einer schönen Melange verbinden, die super herumstaubt, dann möcht ich am liebsten schweren Atemschutz tragen.

Para Dox
00
14.2.2012, 23:19

Das Salz wird vom Regen weggewaschen. Insofern muss wahrscheinlich nachher weniger weggeräumt werden als sonst.

Interessieren würde mich allerdings schon wie die Auswirkungen des Salzes auf die Vegetation sind. Auch am Wienerberg wurde scheinbar auf Wegen Salz gestreut. Der Beginn einiger Wege war komplett schneefrei (bin nur außen vorbeigelaufen). Das geht ohne Salz gar nicht.

Der Wienerberg ist zum Teil Wiener Naturdenkmal mit geschützten Pflanzen.

So Nina
00
16.2.2012, 18:00
Einfluss auf die Vegetation

Neben Autobahnen und Schnellstraßen vermehren sich in den letzten 10 Jahren (seit so intensiv Salz gestreut wird) salzliebende Pflanzen, die ansonsten nur in Dünen am Meer und an den Lacken des Neusidlersees zu finden sind...

Es wundert mich auch gar nicht, wenn Fr. sima im Halterbach (und in anderen Wiener Bächen) keinen Salamander mehr findet - ich würde auch da nicht leben wollen, wo mir eingewaschenes Salz bei lebendigem Leib die Haut herunterätzt...

Auch Singvögel und andere wildlebende Tiere leiden unter dem Salz - denn im Gegensatz zu den Haustieren führt sie niemand zum Tierarzt, wenn die Füßchen aufgebrannt sind...

Das Salz bleibt nämlich nicht liegen, sondern wird durch Tauwaaser, Wind und Fußgänger verfrachtet...

Hafniumcarbid
00
24.2.2012, 12:33
Das Salz ist wohl nach 3x regnen weg.

Und die Donau spülts dann im Endeffekt dorthin, wos eh hingehört: ins Meer. Also so schlimm wie hier getan wird ist der Einfluss IMO nicht.

Radlerwahn68
13
14.2.2012, 13:43

die gemeinde wien verarscht ihre bürger nach strich und faden!wenn die grünen nur ein wenig cojcones hätten, dann würden sie sich hier aber heftigst erheben! groß gegen den feinstaub aufschreien und beim weit aus umwelt-und gesundheitsschädlicheren salz stumm wie mäuschen!hier wird eindeutig am falschen platz gespart!

sir osis of liver
 
00
14.2.2012, 17:22

die gemeinde wien ist nicht für die schneeräumung auf den gehsteigen zuständig. das sind hausbesitzer oder hausbetreuer!

yasmin huber
41
14.2.2012, 12:15
Der Wahnsinn ist ja auch,

wirklich geräumte Gehwege in Wien gibts eigentlich nur 2-3 Tage nach dem Schnefall. Etliche räumen den Schnee nämlich auf den Gehsteigen gar nicht bzw. sehr zaghaft weg. Wie passt sowas eigentlich in das Bild von der Stadt Wien , die doch immer alles für den Bürger unternimmt - abgesehen jetzt mal von der Eigenwerbung derselben, die uns WIRKLICH ALLE 100% erreicht.

BK W. Shoyssel
01
14.2.2012, 12:08
ich bin doch nicht blöd

Kann mich noch gut an das Schneeschaufeln erinnern. Schneefall erkannte man an den Scharrgeräuschen der Hausbesorger um halb fünf in der Früh.

Dann kam das Salzstreuen in Mode und gleichzeitig die Proteste der Grünen dagegen (tötet Alleebäume, schadet Hunden, usw.)

Bis vor ein, zwei Jahren wurden noch alternative Auftaumittel vorgeschrieben und "Kochsalz" nur im Falle extremer Glatteisbildung (Eisregen) erlaubt. Bei Verdacht auf "illegale" Salzstreuung wurden Proben gezogen und die Hauseigentümer/Hausbesorger angezeigt.

Und jetzt auf einmal? Kaum sind die Grünen in der Stadtregierung wird beim ersten Schneeflöckchen die Straße vorsorglich so versalzen wie ein Salzstangerl im Schweizerhaus. Und man ist "stolz" aufs NaCl.

Was ist da los?!

superloser
00
14.2.2012, 23:10
Straßen und Gehsteige waren auch schon vor der grünen Regierungsbeteiligung versalzener wie die Stangerl aus'm Schweizer Haus.

Aber ja, die Grünen wären gefordert, Einspruch zu erheben.

die Unschuldsvermutung
10
14.2.2012, 14:47
Für Strassenstreu und Feinstaub ist die Frau Sima zuständig und die ist bekanntlich alles andere als Grün!

opryde
11
14.2.2012, 15:25

deswegen dürfen die grüninnen dazu nichts mehr sagen, oder gibts dann arschwichs vom onkel michi?

1000 Kopfläuse können nicht irren
04
14.2.2012, 11:34
Aber eigentlich passt alles zusammen.

Die übertriebene (Salz)Streuwut und der Verschleiß der dadurch an den Fahrzeugen entsteht. So ist halt schon früher wieder ein neues Auto fällig. Geht's der Wirtschaft gut...

Außerdem beruft man sich auf verschiedene verloren gegangene Prozesse, wonach z.B. Streusalzfahrer, schon allein um einer persönlichen Haftung zu entgehen, den Regler lieber höher aufdreht, um ja nichts zu riskieren. Oder am Loser in Altaussee, wo eine Frau eine Menge Schmerzensgeld zugesprochen bekam, weil sie mitten in der Nacht auf dem Parkplatz gestürzt ist, als sie aus dem Auto stieg. Der Parkplatz hätte entsprechend geräumt sein müssen, auch nach 22 Uhr. Wohlgemerkt, es herrschte Hochwinter und starker Schneefall und der Parkplatz hat 1000e m²!

tramezzino
00
14.2.2012, 11:33
ich setze schon seit jahren auf weintrauben

bzw. auf´s einzig ware endprodukt...
prost !

sir osis of liver
 
00
14.2.2012, 17:23

mit dem aufgebauten druck, pieseln sie dann das eis weg??
:-))

1000 Kopfläuse können nicht irren
01
14.2.2012, 11:27
Habe dieser Tage wieder mal in den Motorraum meines Auto geschaut.

Dieses wird heuer 10 Jahre alt. Da bei uns in der Obersteiermark der Winter noch ein Winter ist und vor allem lange dauert, bekommt das Auto naturgemäß entsprechende Mengen von Streusalz und Splitt ab. Im Motorraum zieht sich die Salzspur von unten nach oben und damit auch der Rost! Im Moment läuft das Werkel ja noch 1A, aber ich werde wohl bald einmal Probleme bekommen... :-(

Standardabweichung
02
14.2.2012, 11:20

"Bordcomputer" klingt auch im Jahr 2012 noch immer sehr cool.

Maria Leitner1
04
14.2.2012, 11:04
der endruck ist aber schon, dass zumindest auf den gehsteigen von jahr zu jahr weniger geräumt und mehr salz gestreut wird

BK W. Shoyssel
00
14.2.2012, 14:00

Ihr Eindruck ist richtig :(

Sogenet
09
14.2.2012, 10:35
So kann das nicht weitergehen!

Salz ist ein Umweltgift, wenn es in großen Mengen in Böden gelangt.

Salz ist ein Folterwerkzeug für Tiere!

Weiters handelt es sich beim Salzmissbrauch um mutmaßliche Schädigung und Vernichtung von Eigentum durch Korrosion und vorzeitige Alterung.

Salz ist gegen Schnee völlig sinnlos und gefährlich. Nut gegen Eis hat Salz noch eine gewisse Berechtigung. Jedoch wird Salz immer mehr als Ersatz gegen Schneeräumung verwendet, was eine totale Zweckentfremdung und einen Missbrauch darstellt. Dies gehört unterbunden!

Ich fordere daher eine Untersuchungskommission, die den Missbrauch des Streusalzes unter die Luppe nimmt und die Ergebnisse dieser Untersuchungen in klare Vorschriften und Gesetze gießt, deren Einhaltung überprüft wird.

Para Dox
00
14.2.2012, 13:36

Salz taut auch den Schnee weg, wie man in den letzten Tagen sehen konnte.

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