Partnersuche im Klagenfurter Rathaus

13. Februar 2012, 17:34
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    foto: apa

    Eisige Zeiten im Klagenfurter Rathaus. Rot hat die Koalition mit Blau aufgekündigt. Die FPK ist beleidigt und muss sich neue Partner suchen. Noch zieren sich alle, die infrage kommen.

Die ÖVP will erst einen Kassasturz, die SPÖ favorisiert das Spiel der freien Kräfte - Die Grünen könnten Zünglein an der Waage sein.

Klagenfurt - Im Fasching fallen bekanntlich alle Hemmungen. Während Klagenfurts FPK-Bürgermeister auf dem blauen Ball des Landeshauptmannes tanzte, erhielt er eine SMS von seiner SP-Vizebürgermeisterin und Koalitionspartnerin Maria-Luise Mathiaschitz. Da kündigte sie ihm das Ende der rot-blauen Ehe an. Tags darauf konnte Christian Scheider dies in der Kleinen Zeitung schwarz auf weiß nachlesen. Darin warf ihm Mathiaschitz die Schmutzwäsche hinterher: Der Bürgermeister sei "unfähig" und "überfordert". Überrascht war man auch in der Klagenfurter SPÖ. Mathiaschitz hatte kurzfristig am Samstag eine Präsidiumssitzung einberufen.

Dauerstreit um Großprojekte

Das Platzen der blau-roten Ehe trifft die Kärntner Landeshauptstadt zu einem höchst ungünstigen Zeitpunkt: Die finanzielle Situation ist desaströs, die Rücklagen von rund 85 Millionen Euro sind nahezu aufgebraucht. Großprojekte hängen wegen politischen Dauerstreits in der Warteschleife, etwa die Fertiggstellung des Fußballstadions, ein neues Hallenbad, die neue KAC-Eishockey-Halle sowie die Entscheidung über das neue Gasdampfkraftwerk.

Am Montag wurde nun mit den Verhandlungen um neue Mehrheiten begonnen. Vorerst wird es wohl das Spiel der freien Kräfte werden. An Neuwahlen denkt keine der Stadtparteien. FPK-Bürgermeister Scheider hat als Erstes die ÖVP zu Gesprächen geladen. Gemeinsam könnte man eine einfache Mehrheit im Gemeinderat zustande bringen. Doch VP-Chef Stadtrat Peter Steinkellner will erst "mit allen reden", und vor allem will er erst nach einem "Kassasturz" über Projekte beraten. Eine Koalition mit der FPK wäre für Steinkellner "denkbar, aber nicht zwingend". Auch eine Regenbogenkoalition Schwarz-Rot-Grün hätte für Steinkellner "Charme". Doch gegen die Freiheitlichen zu regieren, die in Klagenfurt 20 von 45 Gemeinderatssitze haben, wäre wohl äußerst schwierig, zumal die Blauen auf Landesebene in Koalition mit der ÖVP sind.

In der SPÖ wiederum setzt man ganz auf das freie Spiel der Kräfte. Projekte könnten dann mit wechselnden Mehrheiten beschlossen werden. Doch dafür brauchte die SPÖ neben der ÖVP auch die Grünen. Diese wären dann das Zünglein an der Waage. Das Stadtrecht böte Rot, Schwarz und Grün auch die Chance, die Referate im Stadtsenat neu zu verteilen. Anträge könnte jedes Stadtsenatsmitglied stellen, für die Umsetzung genügt die einfache Mehrheit. Da SPÖ und ÖVP je zwei Stadträte haben und die Grünen eine, könnten sie in der Regierung die vier FPK-Senatsmitglieder überstimmen.

Grüne Zurückhaltung

Doch Grünen-Stadträtin Andrea Wulz verhält sich auffallend zurückhaltend und will sich keineswegs festlegen. Eines ist für sie klar: "Nach wie vor sagen wir Nein zu Projekten, die das Budget belasten und übersteigen." Da müsse man sich eben nach der Decke strecken. Sollte es keine fixe Rathauskoalition geben, könne das freie Spiel der Kräfte den Grünen auch zum Vorteil gereichen. Wulz' Zurückhaltung führen manche auf ihre Verwandtschaft zu FPK-Bürgermeister Scheider zurück.

Spekuliert wird, warum SP-Vizebürgermeisterin Mathiaschitz gerade jetzt die Klagenfurter Koalition gesprengt hat. Sie könnte damit in den eigenen Reihen die Flucht nach vorn angetreten haben. Denn in der Landes-SPÖ wurde ihr "Seitensprung" nach der Gemeinderatswahl 2009 mit der FPK nicht gern gesehen. Man soll sich deshalb für den nächsten Parteitag bereits einen Gegenkandidaten zu Mathiaschitz für den Klagenfurter Parteivorsitz überlegen.(Elisabeth Steiner, DER STANDARD; Printausgabe, 14.2.2012)

Kommentar posten
20 Postings
Marlon62
00
14.2.2012, 20:19
"Bauer sucht Mann!

auf Kärntnerisch.

Kralj Matjaz
00
14.2.2012, 10:49
die rote Löwin

hat sich nicht nur bei den FIKlen angebiedert, sondern die Genossen in Klagenfurt/celovec auf ca.20 % runtergefahren und ihr Weg dürfte sie vemutlich auf unter 15 % führen.....umgeben ist sie von Intriganten und Winslern , die jeden oder jede unliebsame Mitstreiter(in) hinausbeissen....das z.b. erfuhr eine Frau Trannacher, die für die Stadt aufgebaut wurde und dann abmontiert wurde..eben von diesen Leuten....das ist dort stadtbekannt, viele wissen das, deswegen auch die Angst vor sofortigen Neuwahlen ...

Uljanovnig
00
14.2.2012, 10:22
Das sind doch alles Totalversager.

Egal wer und welche politische Farbe.

Das Landesgefangenenhaus wurde noch immer nicht nach Jörg Haider benannt noch gibt es einen Platz oder eine Straße mit seinem Namen.

Seine damaligen Komplizen sind noch immer auf freiem Fuß und in politischen Ämtern.

Klagenfurt benötigt wahrlich kein 30.000 Personen Stadion für kriminelle Fußballvereine oder ein jährliches Grönemeyer Konzert.

Klagenfurt benötigt weder Seebühne noch Ulrichsberg.

Klagenfurt bedeutet Schande !!!

Waran
01
14.2.2012, 08:18
Kassasturz - Kärnten - Klagenfurt - FPK,

das kann böse enden!

15 er
13
14.2.2012, 02:32

unglaublich was in dieser "teilrepublik" abgeht. alles hassen sich, aber jeder ist mit jeden verwandt;-)

wieviel einwohner hat klagenfurt? da müsste simmering aber ziemlich traurig sein, weil so wenig über diesen bezirk berichtet wird.

ich bin ja noch immer für jörgl´s vorschlag...abspaltung jetzt! und jeder ist zufrieden.

wie kann man ein bundesland so gegen die wand fahren und trotzdem gewählt werden????

Seria
01
14.2.2012, 00:31

in diesen Zeiten dewr Not sind Projekte wie Stadion, Eishalle und Schwimmbad nur Schmiergeld motiviert

miles a head
01
13.2.2012, 23:49
bitte

wäre es möglich maribor/marburg zur hauptstadt kärntens zu machen. dort sind die politiker wahrscheinlich auch nicht klüger, aber ich könnte sie wenigstens nicht verstehen.

pipi pipifax
04
13.2.2012, 23:58

maribor ist aber steiermark!

Sarah L.
 
12
13.2.2012, 23:23
du lieber himmel, die mathiaschitz ...

anfangs hat sie´s mit "werten" probiert: die radikale linke, dann mit "strategie" und populismus: saualm und die haider clique ... alles in allem: opportunismus einer persönlichen haltung und ein sittenbild der spö.

(und das argument: "das stadion ist zwar sinnlos, aber ein rückbau käme noch teurer", zeugt schlicht von dummheit. denn ein argument: "wir haben uns zwar verlaufen, aber jetzt gehen wir den falschen weg auch weiter, weil wir schon so viel gegangen sind" würde wohl auch nicht überzeugend sein).

Mary Nosch
12
13.2.2012, 22:27
Egal, wer regiert,

Hauptsache sie bauen kein Erdgaskraftwerk!

Aber ich befürchte, die verBund AG - sponsert wie immer alle Parteien; das g'hört sich halt.
(Vielleicht sind die Grünen leer aus'gangan)

aiuto
00
13.2.2012, 18:32
wenn's nicht anders geht, dann soll man

die Clown-Truppe allein reigeren lassen. Bei der nächsten Wahl sind sie eh wieder weg.

academius
63
13.2.2012, 17:39

Die geeignetste Kandidatin ist sicherlich die ÖVP.

Denn als solide, bürgerliche Partei der christlich-konservativen Werteorientierung ist ein leistungsorientierter pro-europäischer Zukunftskurs, den Klagenfurt so dringend braucht, gesichert.

Wir machen Stadt. ÖVP.

armin delmenhorst
 
00
14.2.2012, 10:49
Ihr Posting geht ja nicht

einmal als Ironie durch. Man sollte nicht dauernd am Rosenkranz nuckeln, da diese nicht natürlich sind - soll heißen, giftige Schadstoffe enthalten.

Der User "15 er" hat wahrscheinlich recht, bei diesem Volk im Süden ist die Situation etwas verfahren. Vielleicht war es mit ein Grund, warum damals bei ihnen Haider so gut ankam. War er doch ein deutscher Zuwanderer, also kein Kärntner, Nordslowene oder wie immer sie sich bezeichnen mögen.

paolo
02
14.2.2012, 01:36
hast du

im jenseits etwas gelernt?
bist dus?

Sarah L.
 
11
13.2.2012, 23:06

besser kann man es nicht sagen!

(auch wenn ich zugeben muss, dass ich es recht spät überzuckert habe).

ein mensch
01
13.2.2012, 21:43
Der is narrisch gut!

momodeluxe
01
13.2.2012, 21:41

gratulation zu Ihren tagträumen.

warum sollte eine partei, die mit 9 sitzen im GR vertreten ist, einer anderen mit 18 sitzen auch nur irgendwie etwas ansagen können?

v.a. bräuchten wir in kärnten einmal einen pro-österreichischen gegenwartskurs, statt eines schwammigen zukunftskurses.

wie Sie stadt machen, sieht man in wien.

fräuln babsi
03
13.2.2012, 19:50
kompliment!

gut gefaket.

peter Egon
00
14.2.2012, 12:02
Gefalkt?

der mann, der zuviel wußte...
00
13.2.2012, 19:09
Wenn das Podtu

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