Französischer Rüstungskonzern Dassault dürfte Ausschreibung gewinnen
Sao Paulo - Der französische Rüstungskonzern
Dassault kann Kreisen zufolge auf einen Milliardenauftrag über
mindestens 36 Kampfflugzeuge aus Brasilien hoffen. Der Hersteller der
Jets vom Typ Rafale werde die Ausschreibung höchstwahrscheinlich
gewinnen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus brasilianischen
Regierungskreisen. Demnach sind Präsidentin Dilma Rousseff und ihre
Berater der Ansicht, dass Dassault unter den insgesamt drei
verbliebenen Wettbewerbern die besten Konditionen biete. Um den
Auftrag bemühen sich auch der US-Hersteller Boeing mit der F/A-18
Super Hornet und der schwedische Saab-Konzern mit der Gripen.
Eine der Personen sagte, die Entscheidung Indiens, mit Dassault
exklusiv über die Lieferung von 126 Kampfflugzeugen zu verhandeln,
habe die brasilianische Haltung geändert. Rousseff hatte sich
zunächst besorgt gezeigt, weil die Rafale im Ausland keine
Interessenten fand. Ende Jänner gab dann Indien bekannt, dass die
Luftwaffe den Rafale ausgewählt habe. Damit hat der europäische
Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS mit dem Eurofighter das
Nachsehen.
Der Auftrag aus Brasilien hat zunächst ein Volumen von 4 Mrd.
Dollar (3 Mrd. Euro). Der Betrag könnte sich aber leicht erhöhen,
sollten Verträge über die Wartung von Maschinen und weitere
Bestellungen folgen. Boeing sieht sich indes weiter im Rennen. Das
Unternehmen bemühe sich weiter um den Auftrag, erklärte ein Sprecher. (APA/Reuters)