Pensionisten beklagen sich über "Schweinerei"

13. Februar 2012, 17:59
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Pensionspaket: AMS erwartet höhere Arbeitslosigkeit

Von einem "Armutszeugnis" schreibt Siegfried H. Seit er im Juli 2011 in Pension ging, müsse er eine "Schweinerei" nach der anderen hinnehmen. Erst fiel der Teuerungsausgleich fürs erste Pensionsjahr, nun kommt das nächste Sparpaket. In Summe, klagt H., müsse er eine Kürzung von fünf Prozent schlucken, die ihm lebenslang nachhänge.

H. ist nicht der einzige Pensionist, der - verärgert oder verunsichert - dem Standard schreibt. Die Senioren schultern einen großen Brocken des Sparpakets. Bisher schrieb das Gesetz vor, dass die Pensionen jährlich zumindest an die Teuerung angepasst werden. Die nächsten beiden Jahre wird das nicht so sein: Die Erhöhung wird um einen bzw. 0,8 Prozentpunkte unter der Inflationsrate liegen. Durchschnittspensionisten kostet das 443 Euro. Jedoch soll die Belastung sozial gestaffelt werden, sodass wenigstens kleine Pensionen einen Teuerungsausgleich erhalten.

Für künftige Pensionisten passiert der markanteste Einschnitt bei der regulären Frühpension, der Korridorpension. Diese steht ab dem Alter von 62 offen - die Abschläge, die für jedes Jahr vor dem Regelpensionsalter von 65 von der Pensionshöhe abgezogen werden, steigen nun von 4,2 auf 5,1 Prozent. Außerdem sind 40 statt bisher 37,5 Versicherungsjahre Bedingung - der Wert wird in Halbjahresschritten angehoben, ehe 2017 die 40 Jahre erreicht sind.

In Kombination mit den Einschränkungen der Invaliditätspension erwartet Johannes Kopf, Chef des Arbeitsmarktservice, steigende Arbeitslosigkeit, die vor allem Jüngere treffen werde. Dank mehr Geld für die Arbeitsmarktpolitik werde die Entwicklung aber nicht dramatisch sein. (jo, DER STANDARD; Printausgabe, 14.2.2012)

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