Sparmaßnahmen

Beamte beißen in den sauren Apfel

13. Februar 2012, 17:54
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    foto: der standard/cremer

    Fritz Neugebauer mit dem Vorstand der Beamtengewerkschaft: Nulllohnrunde hingenommen, aber dafür drängt man auf ein neues Beamtendienstrecht.

Beamte verdienen mehr als Privatangestellte und ihre Gehälter wachsen auch stärker

Fritz Neugebauer griff symbolisch zum "sauren Apfel" , um den Beamtinnen und Beamten das Sparpaket der Regierung zu verkaufen - lieber jetzt als später reinbeißen. Eine Nulllohnrunde 2013 und eine moderate Gehaltsrunde 2014 sollen der unmittelbare Beitrag der Staatsdiener zur Sanierung des Budgets sein.

Zu viel? Zu sauer? Nein, sagen Experten, etwa vom Institut für Höhere Studien (IHS) Kärnten, das 2010 die Einkommen und Pensionen im öffentlichen Sektor analysiert hat - und ähnliche Schlussfolgerungen zog, die jetzt auch die Regierung aufgegriffen hat.

Ökonom Markus Bliem, einer der Studienautoren, hält den Beitrag der Beamten für "gerechtfertigt und angebracht" , sagt er im Standard-Gespräch: "Die langjährige Entwicklung der Gehaltsabschlüsse im öffentlichen Bereich und auch die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise erleichterten es, von den Beamten einen Sparbeitrag einzufordern."

Vor allem, weil sich in der Studie gezeigt hat, dass die Beamten quasi die A-Klasse der Arbeitnehmer sind, was Einkommen(sentwicklung) betrifft. Das Bruttojahresmedianeinkommen (50 Prozent verdienen mehr, 50 Prozent weniger) der Beamten war 2007 im Vergleich der verschiedenen Beschäftigungsgruppen mit rund 46.100 Euro am höchsten. Das ist fast doppelt so hoch wie die Einkommen der unselbstständig Erwerbstätigen insgesamt, verglichen mit Arbeitern verdienen Beamte sogar das Zweieinhalbfache.

In der Beamtenschaft sind die Gehälter allerdings stark gestreut (Basis 2007): die höchsten für Richter/Staatsanwälte (65.284), es folgen Lehrer (47.867), Exekutive (43.548), Militär (35.494) und Verwaltungsdienst (28.702 Euro).

Aber auch die Entwicklung der Gehälter zeigt ziemlich steil nach oben. Das Jahreseinkommen der Beamten ist seit 2000 um 38,6 Prozent angestiegen, das der unselbstständig Beschäftigten insgesamt "nur" um 16,9 Prozent, das von Arbeitern hat überhaupt nur um 10,5 Prozent zugenommen.

Und auch wenn die Beamten jetzt eine Nulllohnrunde hinnehmen müssen, so bleibt ihnen noch immer der "Biennalsprung" , die automatische Gehaltsvorrückung, die im Schnitt ein Plus von 1,8 Prozent Euro ausmacht, erklärt IHS-Experte Markus Bliem.

Dazu kommt, dass höhere Bildung für Beamte noch höhere Gehälter ergibt als für Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft. Die Rendite von Bildungsinvestitionen ist für öffentlich Bedienstete deutlich höher. Das jährliche Bruttomedianeinkommen von Akademikern im öffentlichen Dienst lag laut Statistik Austria 2007 mit 52.720 Euro deutlich über jenem von unselbstständig erwerbstätigen Akademikern mit 37.300 Euro.

Saurer Apfel für die Beamten? Die Einkommensdaten schmecken eher nach süßen Trauben.(Lisa Nimmervoll, DER STANDARD; Printausgabe, 14.2.2012)

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n. urser
00
20.2.2012, 07:51
danke lieber erwin

dass du in nö trotz besoldungsreform auch die nichtbeamteten in die nullohnrunde nit einbeziehst. danke.

Franz Waschbär
00
20.2.2012, 00:53
Süße Trauben ?

Frau Nimmervoll? Ist das ein Pseudonym? Sind Sie´s Frau Salomon !? Ich erkenn Sie doch eindeutig an Ihrem Diffamierungstiel, den sie vor ca. 10 Jahren bei der sogenannten "Uni-Reform" perfektionieren konnten.

Nett Sie im Standard wiederzulesen. Meine Geringschätzung ist nach wie vor die Gleiche.

Fleisch
00
19.2.2012, 20:03

Diese Zahlen sind völlig sinnverzerrend dargestellt. "Beamte" (=alle öffentlich Bediensteten) und Beamte (=Pragmatisierte) werden in diesem Artikel so gemischt, dass diese Gehaltssteigerungen herauskommen. Nachdem seit Jahren nur noch sehr eingeschränkt pragmatisiert wird, steigen die verbliebenen Beamten immer mehr auf, der Schnitt bei ihnen steigt stark. Pragmatisiert wird nur noch in Schlüsselbereichen, zB Richter und Staatsanwälte mit z. Tl. hohen Gehältern. Die Nulllohnrunde betrifft aber die "Beamten", also alle öffentlich Bediensteten. Die Vertragsbediensteten haben laut der selben Statistik sogar durchnittlich weniger Einkommen als die Angestellten außerhalb des öff. D. Also: Äpfel und Birnen.

hayseed
00
19.2.2012, 22:58

Und warum wird dann immer gemeinsam verhandelt? Scheinbar essen ja die alten Beamten den jungen Vertragsbediensteten fast alle Kuchenstücke weg. Macht doch keinen Sinn.

Fleisch
00
22.2.2012, 21:09

Nein. Das ist ein rein statistischer Effekt. Nachdem die VBs irgendwann auch aufsteigen, haben sie (persönlich) keinen speziellen Nachteil (beim Gehalt). Und dass ein Richter oder Staatsanwalt mehr verdient als ein Krankenpfleger kann man natürlich hinterfragen, ist aber glaube ich kein Thema für die Gehaltsverhandlungen.

BezirksvorStenzl
01
17.2.2012, 14:49

ich verachte diesen Verein,der nur durch Willkür ihre macht demonstriert.

Tschortschy
01
17.2.2012, 11:40
Der Kommunismus hat im österr. Beamtenwesen überlebt

the world is flat
00
16.2.2012, 14:54
37.000 ist das Median(brutto)einkommen in Ö

und die Akademiker bekommen nicht mehr? Die Zahl ist wohl falsch.
31000 netto.

cheesy10
00
17.2.2012, 08:04
Militär 35000

Dieses Gehalt hat vielleicht ein Oberst aber kein anderer darunter, bitte nicht immer so übertreiben. Ich habe nach 17 Dienstjahren 22000 Brutto im Jahr, und von diesen Gehalt wollen sie mir jetzt auch noch 1300 brutto wegnehmen. Aber die Frechheit ist sie nehmen ja nur uns Uniformierten das Geld weg.

Elfi...
00
17.2.2012, 16:05
Anwesenheitspflicht...

Gehn's in die Privatwirtschaft,da wird fürs Nasenbohrern nicht bezahlt,mein Bruder erfreut sich als OP Gehilfe für dieses Gehalt,Nix Tun ist beim Heer Usus.

Naja, einige ausgelagerte "Private" ,bezahlen auch für Bereitschaftsdienste .

diese Personen können auch bis 7o im Arbeitsleben bleiben.

Tschortschy
03
17.2.2012, 11:38
dafür sind sie fast unkündbar (ausser sie erschießen einen rekruten)

2x/woche bezahlten sport

kaum leistung zu erbringen usw.

wenns ihnen nicht passt machens a ausbildung und kämpfen sie sich durch die privatwirtschaft

BeachBuddy
00
16.2.2012, 12:45
Danke liebe Beamte

..für Euren Beitrag Österreich zu retten.
Ihr seid die Helden der Nation, ein Hoch euren Anführer Fritz Neugebauer.

ND1
01
15.2.2012, 14:02
Beamte beißen in den sauren Apfel

jetzt übertreiben wir mal nicht, grundsätzlich ist es ja so dass wenn man deren Gehälter auf die Anzahl der produktiven Stunden herunterbricht sich mancher Geschäftsführer hinten anstellen kann ...

Tschortschy
01
17.2.2012, 11:39
auf leiszung pro stunde gerechnet

ist sogar der mateschitz ein armer Hund

dr MICHAEL beer
00
14.2.2012, 23:54
OeGB

Austreten! Austreten! Austreten! Dann werden diese lahmen "Vertreter"vielleicht einmal erkennen, was Gewerkschaft bedeutet. Ein wahrer Skandal und Fuer-Bloedhalten diese Scheingefechte und leeren Drohungen.

Randalf X.
13
14.2.2012, 22:00
Jetzt kriegen die Beamten seit 15 Jahren eine Nulllohnrunde nach einer Inflationsanpassung

Sie bekamen nichts vom Wirtschaftswachstum zu sehen. Letztes Jahr hat die Regierung 7% mehr Einnahmen, aber den Beamten nicht mal 3% davon abgegeben.

Wie lange werden sich die Beamten das noch gefallen lassen und wann werden sie wie in anderen Niedriglohnländern zu Korruption greifen um sich ihr Gehalt wieder aufzubessern?

Tschortschy
12
17.2.2012, 11:45
seit wann sind unsere beamten nicht korrupt?

ND1
00
15.2.2012, 13:39
und wann werden sie ....

was heißt wann werden sie - waren sie noch nie auf einem Müllplatz?

Randalf X.
05
14.2.2012, 21:53
Standard setzen 5-

Die mischen Äpfel mit Birnen, Lügen mit Halbwahrheiten und hinkende Vergleiche mit glatten Unwahrheiten.

Beamte verdienen zu vergleichbaren Jobs weniger als in der Privatwirtschaft. Ausnahme sind die unteren Einkommenschichten (d- und e-Posten), die verdienen um einiges mehr als ihre Berufskollegen in der Privatwirtschaft.

Der Anteil der Akademiker beim Staat ist extrem hoch (25%) im Vergleich zur Privatwirtschaft (7%).
Klar liegt dann das Medianeinkommen beim Staat höher. Wenn man Akademiker mit Hilfsarbeiter vergleicht.

Die Einkommen von Akademikern beim Staat und in der Privatwirtschaft sind im Bericht definitiv falsch. In der Privatwirtschaft verdienen Akademiker ein vielfaches im Vergleich zu einem durchschnittlichen Beamten-Akademi

the world is flat
00
15.2.2012, 12:42
Die Sache ist trivialer: FALSCH

Nach IHS Rechnung haben die Vollzeit-Angestellten (inklusive Akademiker) ein um 30% höheres Einkommen als die Akademiker selber!

Sie haben einfach (um nicht lügen zu müssen) die Lohnsteuerstatistik genommen die Spalte Akademiker und die Spalte Beamte gewählt und das Mittel ausgerechnet. Nur sind die Beamten fast ausschliesslich Vollzeit, während unter den Akads es viele gibt die Teilzeit beschäftigt sind. Das drückt das Niveau selbst unter das Niveau der (Vollzeit)Angestellten.

drwestbahn
00
15.2.2012, 11:24
Der Zweck heiligt die Mittel

Nicht ärgern! Seriöserweise sollte zumindest der Link zur zitierten Studie angefügt werden statt einem einfachen Link auf die HP vom IHS. Ich hab schon gestern um die Quellen für diese Zahlen gebeten. Eine Antwort blieb leider aus.

Das IHS und seine Experten sind ja nicht gerade für ausufernde Arbeitnehmerfreundlichkeit bekannt. Insofern wundert mich die Aussage nicht wirklich. Aber mit welcher Unverfrorenheit hier irgendwelche Zahlen ohne jede Grundlage in den Raum gestellt werden, ist schon eine neue Qualität der Berichterstattung.

Vielleicht bewirbt sich der Standard aber auch einfach um die nächste Inseratenkampagne, da er bei den letzten immer hinten nach war.

srinivasa
01
15.2.2012, 04:37

Das ist halt der Stil von Fr. Nimmervoll. Sie wäre besser bei der Kronenzeitung aufgehoben.

Marlon62
21
14.2.2012, 20:48
Beamte beißen in den sauren Apfel

Nur der Neugebauer frisst weiterhin Scampi und sauft Champagner am vom Steuerzahler bezahlten Buffet.

Zoran Zorro
01
14.2.2012, 20:34
Divide et impera

"Entzweie und herrsche" funktioniert heute noch so gut wie vor 2500 Jahren. Erstaunlich, dass dieser uralte Trick bis heute funktioniert.

Bei all dem Neid untereinander merken die Leute gar nicht, wie sie betrogen werden.

Das Geld ist ja nicht weg, das hat jetzt nur wer anderer. <= Zitat Flöttl Junior.

Und diese anderen wollen es nicht wieder zurückgeben. Deshalb holt man das Geld jetzt bei denen, die sich nicht wehren können. Und damit sie nicht auf die Idee kommen, sich zu solidarisieren, hetzt man sie gegeneinander auf.

the world is flat
02
14.2.2012, 19:31
ZAHLEN sind FALSCH!

Das jährliche Bruttomedianeinkommen von Akademikern im öffentlichen Dienst lag laut Statistik Austria 2007 mit 52.720 Euro deutlich über jenem von unselbstständig erwerbstätigen Akademikern mit 37.300 Euro.
In den 37.300 sind Teilzeitbeschäftigte ebenfalls enthalten, während es bei den Beamten fast nur Vollbeschäftigte gibt.
Link zu den Angestellten u Beamtengehältern 2010.

http://www.statistik.at/web_de/st... index.html

Bruttobezüge 2010 n Geschlecht u wirtschaftlicher Aktivität

(Akademiker verdienen mehr als Angestellte!)

Vom IHS kann man auch nicht viel was anderes erwarten, die machen die Studie im Auftrag der IV.
Aber vom Standard KANN man erwarten,

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