Kälte in Europa

Die Opferzahl in Osteuropa steigt dramatisch an

13. Februar 2012, 16:53

Bulgarien und Rumänien im Ausnahmezustand - Plusgrade in Österreich erwartet

Moskau/Bukarest/Sofia - Der Extremfrost in Russland und weiteren Ländern Osteuropas lässt die Zahl der Kältetoten dramatisch steigen. Allein Russland registrierte bis Montag 215 Menschen, die durch die Kälte gestorben sind. Zudem wurden mehr als 5.500 Patienten wegen Erfrierungen und Unterkühlungen ärztlich behandelt. Auch die Ukraine, Polen, Rumänien und Serbien haben bereits zahlreiche Kältetote gemeldet. In Polen sind allein in der vergangenen Nacht fünf Menschen erfroren. Österreich erwartet in den kommenden Tagen hingegen nach langer Zeit wieder Plusgrade.

Russische Meteorologen sprechen vom härtesten Februar in 60 Regionen seit mehreren Jahrzehnten. Besonders betroffen war demnach der Süden des Landes, wo auch das völlig verarmte Konfliktgebiet Nordkaukasus liegt. Auch im Nordwesten sei der Frost härter als sonst zu dieser Jahreszeit.

Zweithöchste Alarmstufe in Bulgarien

Der eisige Winter hat in Rumänien innerhalb von 24 Stunden sechs weitere Kälteopfer gefordert. Die Gesamtzahl stieg damit nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Bukarest vom Montag auf 74. Der Süden des Landes wird nach Behördenabgaben von neuerlichen Schneestürmen heimgesucht. Der Schnee liegt stellenweise meterhoch, viele Dörfer sind weiterhin isoliert.

Das südliche Nachbarland Bulgarien rief nach einem neuen Schneeeinbruch die zweithöchste Alarmstufe aus. Vier Stauseen traten über die Ufer. Eine Lawine stürzte auf die internationale Fernstraße von der Hauptstadt Sofia nach Mazedonien. Die Schneemassen blockierten die Fahrbahnen, doch dabei wurde niemand verletzt, wie das Staatsradio am Montag in Sofia berichtete. In Sofia herrschte wieder einmal ein Schneechaos. In 110 Schulen landesweit wurden die Kälteferien verlängert.

Donau unbefahrbar

Wegen dicker Eisschollen war die Donau in Bulgarien nach wie vor für die Schifffahrt unbefahrbar. Internationale Fernzüge konnten in der schwierigen Winterlage die Brücke über die Donau nach Rumänien bei Russe nicht passieren - die Reisenden wurden mit Bussen in die rumänische Hauptstadt Bukarest gebracht. Auch viele Inlandszüge mussten ihre Fahrten einstellen.

Auch in Österreich sackten in der vergangenen Nacht die Temperaturen bei 264 von 265 Messstationen unter minus acht Grad. Dennoch kündigten die Experten der ZAMG in Wien ein Ende der Kältewelle an. Am kommenden Wochenende könnten die Temperaturen schon deutlich über null steigen. Vorerst kann von Tauwetter allerdings keine Rede sein. In Gars am Kamp (NÖ, 256 Meter Seehöhe), fielen die Werte in der Nacht auf Montag nahezu ins Bodenlose. Mit minus 24,6 Grad übertraf bzw. unterbot man somit im Waldviertel wesentlich höher gelegene Destinationen wie etwa den Brunnenkogel (3.440 Meter) um mehr als zwei Grad.

Kommentar posten
10 Postings
Liberaler Atheist
44
13.2.2012, 23:23

Im April geht es dann innerhalb weniger Tage von -10 auf +30° über. Überspitzt ausgedrückt. Der Klimawandel wird in Zentraleuropa kein moderates Klima mehr zulassen.

Elron Abarth
03
14.2.2012, 11:28

Mutmaßungen und falsche Annahmen. Klingt eher nach einem Gläubigen, als nach einem Atheisten.

Dirty Sanchez i.R.
 
10
14.2.2012, 08:38
Im April war das Wetter sowieso immer wild.

Wobei das in den letzten Jahren eher auf den März zutraf.
Und außerdem ist kein Lebewesen derart anpassungsfähig wie der Mensch, bewohnt sowohl die Arktis als auch Wüstenregionen, lebt in Tiefebenen ebenso wie im Hochgebirge.
Wir werden auch das überleben.

Experte für eeh alles
00
13.2.2012, 21:42

Dabei ist der Golfstrom noch gar nicht gekippt.

Pjotr Ratschkovskij
21
13.2.2012, 20:12

Daß in Rußland so viele Menschen erfrieren liegt am Alkoholkonsum. Sie trinken bis zur Bewußtlosigkeit, schlafen im Freien ein und wachen nicht mehr auf. So was passiert leider jeden Winter.

Es liegt aber nicht an der Kälte. In Rußland sind solche Temperaturen nichts Ungewöhnliches. Ein Russe, der nicht betrunken ist, kann nicht erfrieren. Das funktioniert nicht, ist genetisch unmöglich.

yoghurtinator
 
00
14.2.2012, 11:00
Alle Achtung !

In nur 6 Zeilen so viel Schwachsinn auf einmal zu verzapfen, ist schon beachtlich.

Lord Chaos
00
14.2.2012, 10:32

Darauf könnte man aber sarkastisch antworten, dass ein nüchterner Russe genetisch ebenfalls unmöglich ist. ;-)

PEACETIME
19
13.2.2012, 18:05
Im Jahre 2012: es werden sofort Billionen auf den Tisch geknallt,

wenn Banken Darmwinde beklagen, aber wenn Menschen in Europa erfrieren ( eh "nur" 600), dann spricht man nicht einmal darüber das Notwendigste zu finanzieren, damit in Europe NIEMAND WEGEN KÄLTE STERBEN muss ( Ausnahmen sind natürlich Menschen, die stürzen, sich was brechen und nicht rechtzeitig gefunden werden: das sind Unfälle)

Immer wieder sieht man deutlich, was und wer wichtig ist in Europa: der Durchschnittseuroper, so wissen wir jetzt zur Genüge, ist es nicht;(

Dirty Sanchez i.R.
 
10
14.2.2012, 08:36
Geld wärmt nicht.

Der Heizwert von Geldscheinen ist echt miserabel.
Zum besseren Verständnis: Wenn die Stromleitungen zusammenbrechen, wenn nicht genügend Gas geliefert wird, nützt Ihnen Geld genau einen ehschowissen gegen die Kälte.

Zentner
05
13.2.2012, 17:32

Wärend nicht nur die Ärmsten der Armen kein Geld mehr zum Heizen haben setzt die rumänische Regierung Forderungen des IWF wie Herabsetzung des Mindestlohnes um. Schon bei meinen früheren Besuchen habe ich Menschen kennengelernt die kaum 20 Euro Pension bekommen haben. Mittlerweile kostet aber oft ein Packerl Milch mehr als bei uns.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.