Mehr Kupferdiebstähle in Tirol: Auch Friedhöfe betroffen

13. Februar 2012, 16:10
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Täter machen auch vor Dekogegenständen und Friedhöfen nicht halt

Innsbruck - Die Tiroler Sicherheitsdirektion registriert eine auffallende Steigerung bei Kupferdiebstählen. 2011 sei eine Steigerung von 30 Prozent verzeichnet worden, hieß es am Montag. Die Täter machten auch vor Dekorationsgegenständen oder Friedhöfen nicht halt, berichteten die Kriminalisten.

2011 wurden in Tirol insgesamt 59 Diebstähle angezeigt. Im Jahr 2010 waren es noch 45. In nahezu allen Fällen hatten es die Täter auf Kupfer abgesehen und hätten dabei "sehr zielorientiert" gehandelt. Heimgesucht worden seien bevorzugt Bergbahnen, Straßen-, Tunnel- und auch private Häuserbaustellen, Mülldeponien, Lagerplätze, Schrotthändler und sogar Spenglereien.

Täter werden einfallsreicher

In einigen Fällen transportierten die Täter mit Lkw ganze Kabeltrommeln mit Hunderten Meter isoliertem Kupferkabel ab. Beute wurden auch bereits verlegte Stromkabel, Kupferrohre oder -drähte. Selbst Metallabfälle, Kupferverschnitt und Schrott wurden nicht verschmäht, auch ganze Anhänger mit Altmetall verschwanden. Die Täter hätten sich nicht gescheut, Metallschilder, Regenrinnen, Kupfer-Fensterbänke und Sockelverkleidungen aus Kupferblech abzumontieren und mitzunehmen. In einem Fall hätten sie sich sogar einen dekorativen Kupferkessel angeeignet, der als Blumentopf verwendet wurde. Selbst Friedhöfe (Weihwasserkessel, Kupferbeschläge etc.) seien vor Metalldieben nicht sicher.

Zwar gab es in Tirol noch keine - unter Lebensgefahr begangene - Diebstähle von Starkstromleitungen, die ganze Versorgungseinrichtungen lahmgelegt hätten. Aber die Täter würden zunehmend einfallsreicher und risikofreudiger. Die Sicherheitsdirektion vermutete mobile Kleingruppen aus dem Osten, die das Kupfer ins benachbarte Ausland bringen. Das Diebesgut werde an Altmetallhändler verkauft und in Tschechien und der Slowakei dann eingeschmolzen und wieder auf den Markt gebracht. Auch einheimische Trittbrettfahrer seien zwischenzeitlich auf den vermeintlich lukrativen Zug aufgesprungen und versuchten sich als diebische "Metallhändler". (APA)

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