Unter der Lupe

Europarat prüft umstrittene Gesetze

13. Februar 2012, 16:06

Gespräche mit Präsidenten von Parlament und Verfassungsgericht geplant

Straßburg - Der Europarat will mehrere umstrittene Gesetze der rechtskonservativen ungarischen Regierung unter die Lupe nehmen. Dazu sollen zwei Abgeordnete der Parlamentarier-Versammlung des Europarats am Donnerstag zu einer zweitägigen Informationsreise nach Budapest fahren, teilte die Pressestelle der in Straßburg ansässigen Länderorganisation am Montag mit.

Die schwedische liberale Kerstin Lundgren und die tschechische Konservative Jana Fischerova wollen unter anderem mit den Präsidenten des ungarischen Parlaments und des Verfassungsgerichts zusammentreffen. Außerdem sind Unterredungen mit Vertretern von Parteien, Menschenrechtsorganisationen, Medien und der zentralen Wahlkommission geplant.

Monitoring

Die Parlamentarier-Versammlung (PACE), der 318 nationale Abgeordnete aus den 47 Europaratsländern angehören, hatte im Jänner ein Monitoring-Verfahren für Ungarn beschlossen. Ziel ist es, unter anderem das umstrittene ungarische Mediengesetz auf seine Vereinbarkeit mit internationalen demokratischen Standards hin zu prüfen. Dazu hat die Versammlung auch die Venedig-Kommission des Europarats, der angesehene unabhängige Verfassungsexperten angehören, um eine Bewertung gebeten.

Die EU-Kommissarin für digitale Medien, Neelie Kroes, hatte das umstrittene ungarische Mediengesetz als "Gefahr für die Pressefreiheit" kritisiert. Sie habe "große Sorge", was die derzeitige Lage der Medien in Ungarn angehe, sagte Kroes vor einem Ausschuss des EU-Parlaments. Zugleich forderte sie die Regierung in Budapest auf, etwaigen Forderungen des Europarats Folge zu leisten.

Das Anfang 2011 in Kraft getretene Mediengesetz wird von der EU und dem Europarat beanstandet. Kritisiert wird unter anderem die starke Rolle des von der rechtskonservativen Regierungspartei Fidesz dominierten Medienrats zur Kontrolle der ungarischen Medien. Im Dezember erklärte das ungarische Verfassungsgericht Teile des Gesetzes für verfassungswidrig. (APA)

Kommentar posten
13 Postings
Gastarbeiter
 
00
20.2.2012, 18:25
""Es reißen hier Sitten ein, die absolut unerträglich sind"

Sagte Hr Swoboda im EU Parlament, wobei er die Aussagen von Hrn Zsolt Bayer gemeint hat.
Ich meine, dass der Stil von Hrn Bayer ist unter jedem Niveau, und nicht nur in dieser Gelegenheit - obwohl Fr Lunacek mit Ihrer Meinung sich völlig disqualifiziert hat.
Was sagt aber Hr Swoboda im EU Parlament, wenn unser Ministerpresident Hr Dr Viktor Orbán, der sich aufopfernde Vater von 5 Kindern, der beste Ehemann, Inhaber zahlreicher Auszeichnungen, langjäriger Parlamentarier und Fussballspieler in einer Dorfmannschaft, in der Presse beleidigt wird?

PCS1
01
17.2.2012, 18:19

Wer hat von uns den etwa 260 Seiten umfassendes Mediengesetz gelesen? –Niemand
Wenn doch –hat jemand das auch verstanden? - glaube nicht!
Woher dann die Informationen? – natürlich von den Alleswissern! (Grün, Sozis, Liberos, Ibsen and co.) usw.
Also! Wenn ich Etwas nicht kenne kritisiere ich es auch nicht!

omar chamra
10
14.2.2012, 12:54
Unerträgliches kommt von einem Freund Orbáns. Nun man wird ja sehen, wie dieses Gesetz im Fall

des Orbán Freundes Zsolt Bayer angewendet wird, der laut APA 0545 2012-02-13 in einer Sendung des Fidesznahen Echo TV Druckerschwärze nicht toleriend die Grüne EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek angriff.
Man wird jetzt sehen, ob ECHO TV die Sache richtigstellt.
Vielleicht sollte auch der Standard dieser Sache ein paar Zeilen widmen. Hannes Swoboda forderte vom EU-Parlament, der "Art und Weise, wie Kollegin (Ulrike) Lunacek hier dargestellt wird, nachzugehen" und "wenn es nötig ist, auch die Ehre von Frau Lunacek in diesem Haus zu verteidigen". "Es reißen hier Sitten ein, die absolut unerträglich sind" betonte der Fraktionsvorsitzende.
Übrigens wurde bei der gleichen Sendung von EchoTV auch Neelie Kroes schwer beleidigt.

PCS1
01
18.2.2012, 14:47

Ich könnte die ganze Angelegenheit umdrehen, und schreiben: Druckerschwärze nicht tolerierend hat die Grüne EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek Ungarn, den Friedensmarsch und die Teilnehmer angegriffen!!! Ich war dort, habe ich- wie sehr-sehr viele TV Sender überhaupt keine Antisemitische, Faschistische usw. Plakate gesichtet! (Es ist aber vorstellbar dass einige bezahlte Provokateure anwesend waren). Lunacek konnte lediglich ein bild unidentifizierbarer Herkunft zeigen welches möglicherweise gar nicht bei der Demo. fotografiert war. Die notorische Alleswisserin und Ungarnprovokateurin Lunacek falls Sie keine dipl. Immunität hat, wird vermutlich wegen Beleidigung und Verleumdung und wegen Verbreitung falscher Behauptungen angezeigt. Tatsache

Bagolyvár
04
15.2.2012, 22:29
Nun ja. Das Gesetz kann nicht angewendet werden

denn die beleidigte Neelie Kroes hat die ungarischen Mediengesetze in 3 Punkten korrigieren lassen. Diese Korrekturen haben auch Sie, ohne sie näher zu nennen, doch hoch gelobt und hier als Sieg über den rassistischen, antisemitischen, rechtsradikal-populistischen Orbánregierung verkauft:
1. Statt "für Ungarn" wurde "ausschließlich für Ungarn" eingefügt.
2. Begriffe wie Mediendienste, Presse wurden genau definiert: Tätigkeiten mit Gewinnabsicht, auf eigene Risiko und dergleichen. Als
3. wurde jene Passage gestrichen, die das Beleidigen von Personen und Gruppen Sanktioniert. Neelie Kroes war wohl der Meinung das dies zu den journalistischen Freiheiten gehört.

omar chamra
31
13.2.2012, 19:37
Ja Herr Dr. bei uns ist auch einiges zu überprüfen

aber in Ungarn wurde ein skandalöses Mediengesetz beschlossen, dass der Regierung die Möglichkeit alle ihr nicht genehme Medien auszuschalten, wann immer sie es für nötig halten.

Bagolyvár
01
15.2.2012, 22:39
Wie Omar auf einmal unterwürfig wird.

Gschamigst zu ihren Diensten Herr Doktor, natütlich Herr Doktor und dann die üblichen schwammigen Anwürfe.
Welche §§ sind es im skandalösen Mediengesetz , die den scharfen Augen der Medienkomissarin und ihrer Berater entgangen sind und die der Regierung die Mögkichkeit bieten nicht genehme Medien auszuschalten.
Bleiben Sie bei ihrem Fach: "rassistisch usw. usw."

omar chamra
00
16.2.2012, 16:20
Bagoly Sie verwechseln Höflichkeit mit Unterwürfigkeit

Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution über die beunruhigende Situation in Ungarn angenommen. Darin wird auch die Einleitung eines Artikel 7-Verfahrens (1) in Erwägung gezogen, um zu klären, ob Ungarn gegen europäische Werte verstößt.
Und jetzt könen Sie weiter argumentieren, dass doch Ungarn ein Hort der Demokratie sei.
Fakt ist, in diesem Parlament haben die Konservativen die Mehrheit, die aber nicht Orbán & Co verteidigt haben.

Bagolyvár
01
20.2.2012, 13:19
Fakten:

EVP-CD (Christdemokraten) 205
SOC (Sozialdemokraten, Grüne) 183
ALDE (Liberalen) 97
EDG (Demokraten) 96
GUE-UEL (Vereinte Linke) 28
Fraktionslos (FPÖ, BZÖ usw.) 22
Quelle: wikipedia.
Und wie ich auch immer addiere, die konservative Mehrheit kommt nicht zusammen.
Dass, sie Ungarn -„Ungarn“ ist wieder ein Fehler von ihnen, ihre Kohorten (Ibsen, Baumwax, globe und wie die Murmler alle heißen) könnten es als Verrat von Betriebsgeheimnissen werten und eifrig dementieren - nicht verteidigt haben ist eine Verleumdung ganz in omar´schem Stil. Lassen Sie also die Fakten auch in Zukunft weg, sie zeigen nur wie weit weg Sie von der Wahrheit sind. Also nichts für Ungut und weiterhin: faschistisch, antisemitisch, rechtspopulär und was auch immer

Bagolyvár
00
20.2.2012, 13:29
Erst jetzt habe ich bemerkt,

dass Sie meine Frage nach konkreten §§ nicht beantwortet haben. Demnach wissen Sie es selber, dass aus ihrer Position heraus Fakten zu vermeiden sind.
Also weiterhin: faschistisch, usw.usw. das zieht besser, die Pawlow´sche Reflexe sind schwer zu zügeln.

Tintininafrica
01
14.2.2012, 00:11
Mediengesetz

Wenn das wenigstens wahr wäre ! Ist es aber nicht.

Wolfgang Lederbauer1
00
13.2.2012, 17:02
...Der Europarat will mehrere umstrittene Gesetze der rechtskonservativen ungarischen Regierung unter die Lupe nehmen...Ziel ist es, unter anderem das umstrittene ungarische Mediengesetz auf seine Vereinbarkeit mit internationalen demokratischen Stan

Teil 2:

SFH-0979 / Mangelnde Verbindlichkeit der Rechtsmittelentscheidung des UN-Ausschusses für Menschenrechte (Fall Dr. Paul Perterer, CCPR 1015/2001)
Evidenzblatt der Rechtsmittelentscheidungen 2008/154)

http://so-for-humanity.com2000.at/index.php... 1428&page=

.

SFH-0825 / Urteil Oberster Gerichtshof vom 06.05.2008 - VIEWS des MRA sind unverbindlich
Der Revision wird nicht Folge gegeben: Die VIEWS des MRA sind unverbindlich, weil der Pakt selbst mangels Ausführung des Erfüllungsvorbehaltes nach Art 50 Abs 2 B-VG in Österreich nicht unmittelbar anwendbar ist.

http://so-for-humanity.com2000.at/index.php... 1221&page=

http://so-for-humanity.com2000.at

Wolfgang Lederbauer1
01
13.2.2012, 17:02
...Der Europarat will mehrere umstrittene Gesetze der rechtskonservativen ungarischen Regierung unter die Lupe nehmen...Ziel ist es, unter anderem das umstrittene ungarische Mediengesetz auf seine Vereinbarkeit mit internationalen demokratischen Stan

Teil 1:

Kann bzw. wird der Europarat prüfen, ob ein Land wie zB. Österreich notwendige Gesetze - nach einer Ratifiizierung im Parlament - auch beschlossen hat?

Es geht um folgendes:

Österreich hat den " Internationalen Pakt für Bürgerliche und Politische Rechte " ( CCPR - mit einem "Erfüllungsvorbehalt."-ratifiziert. Es sollten noch " Ausführungsgesetze" beschlossen werden. Dies ist seit 33 Jahren nicht geschehen.

Dieser völkerrechtliche Vertrag ist also in Österreich nicht anwendbar.

http://so-for-humanity.com2000.at

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.