Überfall auf Juwelier: Noch keine Spur zu den Tätern

Männer mit Pistole und Axt bewaffnet - Pink-Panther-Bande verdächtigt

Wien -Die Polizei sucht fieberhaft nach drei Räubern, die am Montag einen Juwelier in Wien-Landstraße überfallen haben. Der Coup könnte auf das Konto der berüchtigten Pink-Panther-Bande gehen. Die Pink Panther sind eine international agierende Bande, die im ehemaligen Jugoslawien ihre Wurzeln hat und auf Juwelier-Überfälle und - wie beim Coup am Montag - auf hochpreisige Uhren spezialisiert ist. "Die geraubten Gegenstände weisen darauf hin", sagte Robert Klug vom Landeskriminalamt Wien.

Maskiert und bewaffnet

Das Trio hat am Montagvormittag den Juwelier in der Landstraße Hauptstraße 2a überfallen. Die maskierten Männer bedrohten die Angestellten mit einer Pistole. Mit einer Axt schlugen sie die Vitrinen ein und räumten sie aus. Nach dem Coup flüchteten die Männer erst zu Fuß stadtauswärts, bedrohten dann einen 59-jährigen Autolenker und raubten ihm sein Fahrzeug. Der Mann blieb unverletzt. Der Fluchtwagen wurde unweit des Tatorts sichergestellt.

"Im Fluchtauto sind Gegenstände gefunden worden, die vermutlich den Tätern gehören", sagte Klug. Diese sollen nun kriminaltechnisch untersucht werden. Im Juweliergeschäft selbst ließen die Täter eine Jacke und die Axt zurück - auch hier wird jetzt nach Fingerabdrücken und DNA-Spuren gesucht. Ebenfalls noch im Gange sei laut dem Ermittler die Auswertung der Fotos der Überwachungskamera.

Angestellten bedroht

Um 10.38 Uhr betraten die drei Männer den Juwelier im Gebäudekomplex des Hotel Hilton. "Der erste Täter ist unmaskiert hereingekommen, ihm folgten zwei weitere Männer, die maskiert waren", schilderte Geschäftsinhaber Karl Theuerer. Der erste Räuber war mit einer Pistole bewaffnet, die beiden anderen mit einer Axt. "Der Bewaffnete bedrohte die Angestellten, sie mussten sich auf den Boden legen. Währenddessen haben die zwei anderen Männer die Vitrine eingeschlagen und ausgeraubt."

Alarm ausgelöst

Theuerer selbst befand sich zum Tatzeitpunkt im Büro. "Ich habe über die Überwachungskamera alles beobachtet und den Alarm ausgelöst." Die zwei Angestellten, ein Mann und eine Frau, blieben unverletzt.

Die Täter nahmen ausschließlich hochpreisige Uhren mit. "Innerhalb einer Minute war alles wieder vorbei", sagte der Juwelier. Übrig blieben in der Vitrine die Preisschilder, die den Wert der Uhren mit mehr als 5.000 bzw. 6.000 Euro bezifferten. Die Schadenshöhe konnte der Geschäftsinhaber Montagmittag noch nicht benennen.

Axt zurückgelassen

Nach dem Überfall liefen die Männer Richtung stadtauswärts. Unweit des Tatortes bedrohten sie an einer Kreuzung einen 59-jährigen Autofahrer und zwangen diesen, aus seinem schwarzen Fiat auszusteigen. Danach fuhren die Täter mit dem Fluchtauto davon und sprangen in der Baumannstraße 6 aus dem Wagen - den Motor ließen sie laufen. Kurze Zeit später wurde das Auto sichergestellt.

Die Räuber sprachen schlechtes Englisch. Laut einer ersten Personenbeschreibung trugen sie Jacken mit Pelzkragen und zogen die Kapuzen tief ins Gesicht, einer der Männer trug eine Schirmmütze. Eine Axt ließen die Täter in dem Geschäft zurück, sie wurde sichergestellt und wird kriminaltechnisch untersucht. Fingerabdrücke dürften sie keine hinterlassen haben, da die Kriminellen Handschuhe trugen.

Ob der Überfall mit dem jüngsten Coup auf den Nobeljuwelier Kornmesser am 18. Jänner in der Wiener Innenstadt zusammenhängt, könne man derzeit noch überhaupt nicht sagen, meinte ein Ermittler. Bei dem heutigen Überfall haben die Täter ausschließlich Uhren mitgenommen, damals hatten es die Räuber auf hochpreisigen Schmuck abgesehen.  (APA)

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