Die Patienten kennen sich aus

Britische Studie - Eine bessere Laien-Beurteilung weist auf bessere medizinische Ergebnisse hin

London - Spitalspatienten wissen, woran sie in der jeweiligen Klinik sind, was die Qualität angeht. Sie müssen dafür keine ausgebildeten Mediziner sein.

Das hat eine britische Studie des Imperial College in London ergeben. Die Experten verglichen die Online-Bewertungen von Krankenhäusern durch die Patienten mit den objektiv feststellbaren medizinischen Qualitätskriterien.

Gute Beurteilung, niedrigere Sterberate

Seit 2008 können die Patienten der Spitäler des britischen National Health Systems (NHS) online Bewertungen über die Kliniken abgeben, in denen sie behandelt wurden. Das erfolgt mit einem ähnlich einfachen System wie bei Hotel-Ratings im Internet.

Ein Team um Felix Greaves von der Abteilung für Öffentliche Gesundheit des Imperial College verglich 10.274 solcher Beurteilungen mit objektiven Qualitätsstandards, zum Beispiel die Rate von Spitalsinfektionen oder die Häufigkeit einer Wiederaufnahme der Kranken nach dem Spitalsaufenthalt.

Die Werte der Laien und jene des medizinischen Qualitätsmanagements waren ziemlich kongruent: Wenn man die besten 25 Prozent der Patientenurteile mit den schlechtesten 25 Prozent verglich, zeigte sich, dass in jenen Krankenhäusern, die von den Patienten besser beurteilt wurden, die Sterblichkeitsrate um fünf Prozent niedriger war.

Ebenso war in den Spitälern mit dem besseren Patienten-Rating die Häufigkeit einer notwendigen Wiederaufnahme in stationäre Behandlung um elf Prozent geringer.

Sauberkeitsnoten korrelieren mit Spitalsinfektionen

Besonders gut korrelierten die Sauberkeitsnoten der Patienten mit der Häufigkeit von Spitalsinfektionen durch resistente Bakterien.

In der Top-Klasse der von den Kranken als saubersten Krankenhäuser klassifizierten Spitäler wurden um 42 Prozent weniger solcher nosokomialer Infektionen registriert als in jenen Kliniken, die unter das Viertel der schmutzigsten fielen.

Greaves: "Es sieht so aus als würde die 'Weisheit der Masse' durchaus etwas für sich haben." (APA)

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