Deutsche Regierung hält an ACTA fest: "Notwendig und richtig"

Bericht | 13. Februar 2012, 13:53

Berlin ist aber offen, was Klärung neuer Fragen betrifft - Justizministerium bringt EuGH-Prüfung ins Spiel

Die deutsche Bundesregierung hält an dem umstrittenen Urheberrechtsabkommen ACTA fest. Das Vertragswerk sei "notwendig und richtig" und bringe "keine der Gefahren mit sich, die derzeit beschworen werden", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. "Wir sehen in diesem ACTA-Übereinkommen einen wichtigen Schritt, um den internationalen Rechtsrahmen für die Bekämpfung von Produkt- und Markenfälschungen zu schaffen." Wenn jetzt neue Fragen aufgetaucht seien, sei die Regierung offen, diese klären zu lassen.

Prüfung

Der Sprecher des deutschen Justizministeriums, Anders Mertzlufft, verwies auf die Möglichkeit, dass das Europaparlament ACTA dem Europäischen Gerichtshof zur Prüfung vorlegen könnte. Dies würde eine erhebliche Verzögerung von ein bis zwei Jahren nach sich ziehen.

Der deutsche Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar forderte die Regierung auf, das umstrittene Abkommen gründlich zu prüfen. Es sei mehr als wahrscheinlich, dass die in ACTA vorgesehenen Maßnahmen "gravierende Auswirkungen auf den Datenschutz" haben könnten, schrieb Schaar im "Datenschutz-Forum". So werde von Unternehmen gefordert, Nutzungs- und Verkehrsdaten von Internet-Nutzern offenzulegen, "die an Urheberrechtsverletzungen in irgendeiner Weise - also auch unwissentlich - beteiligt waren".

Proteste

Am Wochenende hatten bundesweit mehrere zehntausend Menschen gegen ACTA demonstriert und eine Anpassung des Urheberrechts an das Internet verlangt. Die Gegner befürchten die Einschränkung von Freiheitsrechten im Netz und sehen in dem Vertrag eine Zementierung des bisherigen Urheberrechts aus der vordigitalen Ära. ACTA wurde am 26. Jänner von der EU sowie von 22 der 27 Mitgliedsstaaten unterzeichnet. Der Vertrag regelt unter anderem die "Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums im digitalen Umfeld". (APA)

Hatra
00
13.2.2012, 19:29
Die Schwarzen in Deutschland haben besonders hohle Hände

für ein paar Euros im Handerl beschließen die jedes Gesetz!

Da sind unsere Schwarzen, zugegeben so korrupt sie auch sind, noch richtige Waserln!

cookieberlin
00
14.2.2012, 09:20

Nun, die "Anpassung des Urheberrechts an das Internet" und "Einschränkung der Freiheitsrechte des Internet" sind einerseits zwei Seiten derselben Medaille, andererseits ein naiver Wunschtraum von mittlerweile im Internethimmel angekommenen Ohnemichels.
Volle Kanne für ein paar Cents sich die Surfrechte einzukaufen, sich über Daten-Urheber-Markenrechte hinwegzusetzen, sozusagen sich grenzenlos auch in allen rechtsfreien Räumen bewegen zu können...das ist die durchsichtige Armseligkeit der Zukurzgekommenen.

Lego12
00
13.2.2012, 14:45
die industrieantion kackt sich ein

da immer mehr knowhow flötn geht wird eben der industrie mal wieder der rote teppich ausgerollt...

das keiner dieser hansln ne ahnung hat versteht sich von selbst

cookieberlin
00
14.2.2012, 09:08

Es geht immer mehr Know how flöten?
Sorry, aber der am wenigsten Ahnung hat und damit der größte Hansl ist, scheinen Sie selbst zu sein.

Scorch
04
13.2.2012, 14:05
Das Vertragswerk sei "notwendig und richtig" und bringe "keine der Gefahren mit sich, die derzeit beschworen werden"

Und das unmittelbar nach den europaweiten Protesten. Da kann man doch nur zum Schluss kommen, dass die Entscheidungsträger ahnungslos und/oder gut geschmiert sind.

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