... und schützen so die Enden der Chromosomen
Genf - Forscher der Universität Genf haben zwei Eiweiße identifiziert,
die den Erbgutstrang in den Zellen schützen. Rif1 und
Rif2 deaktivieren den DNA-Reparatur-Alarm und verhindern so, dass die Enden von Erbgutknäueln fälschlicherweise "repariert" und miteinander
verbunden werden. Ihre Erkenntnisse publizieren Cyril Ribeyre und David Shore von der Abteilung Molekularbiologie der
Universität Genf im
Fachmagazin "Nature Structural & Molecular Biology".
Der Hintergrund: Jede unserer Zellen enthält zwei lange Erbgutstränge, die DNA. Sie ist in
Stücke unterteilt, die in den sogenannten Chromosomen verpackt sind. Die DNA bricht an
bestimmten Stellen immer wieder entzwei - für solche Fälle stehen zur Ausbesserung Überwachungseiweiße, Alarmierungsmoleküle und Reparaturenzyme zur Verfügung. Werden jedoch die Enden der
Chromosomen wie Strangbrüche behandelt und versehentlich miteinander verbunden,
können Tumore entstehen.
Wie die Genfer Forscher nun herausgefunden haben, heften sich die beiden Eiweiße Rif1 und
Rif2 an die Schutzkappen an den Chromosomenenden
und unterbinden so bereits in einer frühen Phase die Kaskade an Vorgängen, die zur Reparatur eines
Strangbruchs führen. Die entsprechenden Moleküle
werden gar nicht mehr auf den Plan gerufen und die Enden der Chromosomen (Telomere) bleiben
unbehelligt. (APA/sda)