Zwei Eiweiße deaktivieren den DNA-Reparatur-Alarm

19. Februar 2012, 18:26

... und schützen so die Enden der Chromosomen

Genf - Forscher der Universität Genf haben zwei Eiweiße identifiziert, die den Erbgutstrang in den Zellen schützen. Rif1 und Rif2 deaktivieren den DNA-Reparatur-Alarm und verhindern so, dass die Enden von Erbgutknäueln fälschlicherweise "repariert" und miteinander verbunden werden. Ihre Erkenntnisse publizieren Cyril Ribeyre und David Shore von der Abteilung Molekularbiologie der Universität Genf im Fachmagazin "Nature Structural & Molecular Biology".

Der Hintergrund: Jede unserer Zellen enthält zwei lange Erbgutstränge, die DNA. Sie ist in Stücke unterteilt, die in den sogenannten Chromosomen verpackt sind. Die DNA bricht an bestimmten Stellen immer wieder entzwei - für solche Fälle stehen zur Ausbesserung Überwachungseiweiße, Alarmierungsmoleküle und Reparaturenzyme zur Verfügung. Werden jedoch die Enden der Chromosomen wie Strangbrüche behandelt und versehentlich miteinander verbunden, können Tumore entstehen.

Wie die Genfer Forscher nun herausgefunden haben, heften sich die beiden Eiweiße Rif1 und Rif2 an die Schutzkappen an den Chromosomenenden und unterbinden so bereits in einer frühen Phase die Kaskade an Vorgängen, die zur Reparatur eines Strangbruchs führen. Die entsprechenden Moleküle werden gar nicht mehr auf den Plan gerufen und die Enden der Chromosomen (Telomere) bleiben unbehelligt. (APA/sda)


Abstract
Nature Structural & Molecular Biology: Anticheckpoint pathways at telomeres in yeast

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1 Posting

was passiert aber wenn Rif1 und Rif2 sich an andere enden setzen und die reparatur verhindern?

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