18-Jähriger kopierte Geldscheine: verurteilt

13. Februar 2012, 13:07
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Sechs Monate bedingt für Lehrling - Urteil nicht rechtskräftig

Graz - Weil er zu Hause mit dem Drucker Euro-Geldscheine produziert hatte, ist ein junger Steirer am Montag im Grazer Straflandesgericht verurteilt worden. Der 18-jährige hatte das Falschgeld ganz einfach hergestellt, indem er echte Geldscheine eingescannt und dann ausgedruckt hatte. Ein paar der falschen Hunderter wurde er in einer Disco los. Da der junge Mann geständig war, kam er mit einer bedingten Strafe von sechs Monaten davon.

Um seine finanziellen Probleme zu beheben, kam der Lehrling auf die Idee, 100-Euro-Scheine zu Hause zu vermehren. Er druckte sich die Geldscheine auf ganz normales Papier, schnitt sie fein säuberlich aus und ging damit in die Disco. Fünf dieser Scheine konnte er Kellnerinnen unterjubeln, bevor er aufflog.

30 Stück produziert

"Schlecht sind sie ja nicht", betrachtete Richter Raimund Frei das Bündel an Scheinen, die man bei dem jungen Mann sichergestellt hatte. 30 Stück hatte er produziert. "Dann haben Sie sie noch eine Zeit lang in der Hosentasche gehabt, damit sie abgegriffen werden", stellte der Richter weiter fest: Der 18-Jährige, der unmittelbar vor seiner Lehrabschlussprüfung steht, gestand alles.

"Drucken darf nur die Nationalbank, sonst niemand. Sonst hätten wir alle genug Geld", belehrte der Richter den Beschuldigten. Der Schöffensenat verhängte mit sechs Monaten bedingter Haft die Mindeststrafe, trotzdem riet der Verteidiger zu drei Tagen Bedenkzeit. Abschließend meinte der Richter noch zur anwesenden Schulklasse. "Also, es zahlt sich nicht aus, Geld zu drucken", was die Jugendlichen kichernd zur Kenntnis nahmen. (APA)

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