Die Top-Acht-Tennis-Sensation

Der Davis-Cup-Erfolg gegen Russland war ein "Riesenerfolg und ein historischer Tag" - Im Viertelfinale wartet zu Ostern Spanien

Wien - Darauf haben nicht nur Österreichs Tennisfans lange gewartet: Erstmals ohne den legendären Thomas Muster hat es ein rot-weiß-rotes Davis-Cup-Team ins Viertelfinale der Weltgruppe geschafft. Der 3:2-Heimsieg über Russland in Wr. Neustadt hat aber nicht nur für Jürgen Melzer, der seit 1999 für Österreich spielt, besondere Bedeutung, sondern auch für den heimischen, im Umbruch befindlichen Tennisverband. Ronnie Leitgeb steht als neuer Präsident ante portas, der neue Kapitän und ÖTV-Sportdirektor Clemens Trimmel hat mit diesem Einstand guten Rückenwind für die geplanten Umstrukturierungen erhalten.

Auch 2013 fix in der Weltgruppe

Nach neun Erstrunden-Niederlagen in der Weltgruppe haben es Österreichs Davis-Cup-Spieler erstmals seit 1995 endlich wieder unter die besten acht Nationen der Welt geschafft. Damit haben Melzer, Andreas Haider-Maurer, der am Freitag die 2:0-Führung beigesteuert hatte, Oliver Marach und Alexander Peya nicht nur das Viertelfinale am Oster-Wochenende in Spanien erreicht, sondern Österreich auch nach langen Jahren das Zittern um den Klassenerhalt erspart. Melzer und Co. werden auch 2013 fix in der Weltgruppe spielen.

Der nach dem Rücktritt von Gilbert Schaller von den Spielern gewünschte neue Kapitän Trimmel freute sich mit seinem Team, das der 33-jährige Wiener freilich noch aus seiner aktiven Zeit gut kennt. "Besser hätte es nicht laufen können", meinte Trimmel. Ihm hat besonders der mental starke und auf dem Platz aggressive Auftritt seiner Mannschaft gefallen. "Das Motto am Wochenende war: Wir entscheiden, was auf dem Platz passiert. Das haben wir nur im Doppel nicht ganz geschafft."

Natürlich waren die Gegner etwas angeschlagen, doch ein verletzter russischer Bär kann noch gefährlicher werden. Beim zweifachen Davis-Cup-Champion hat das neue Ass, - der erst seit drei Monaten spielberechtigte Alex Bogomolow jr. -, nicht gestochen. Zu stark war schon am Freitag ein nach dem 1:0 durch Melzer befreit aufspielender Haider-Maurer und am Sonntag war Melzer eine Klasse für sich.

Die Pendelnation Österreich hat sich diesmal in der Weltgruppe festgesetzt, und damit wird wohl auch das Interesse für diesen Sport im eigenen Lande wieder steigen. Das hat man auch früher vor allem bei Davis-Cup-Erfolgen immer wieder gesehen. "Tennis wird in Österreich oft totgeredet, aber wir stehen nicht so schlecht da. Wir müssen nur im Fed Cup schauen, dass wir wieder weiter nach oben kommen", erklärt Trimmel.

Österreichs Tennis lebe vor allem vom Davis Cup. "Wir müssen gezielt an Strukturen und in der Nachwuchsarbeit aktiv sein", verspricht Trimmel, der auch ganz genau unter die Lupe nehmen will, warum die Arena Nova nicht an allen drei Tagen voll war. "Da muss man überlegen, warum ist das so? Wir sind in der Weltgruppe, weiter oben können wir nicht mehr spielen. Da muss man klar analysieren, wie bringt man die Leute in die Halle, vielleicht verkaufen wir uns schlecht oder gar nicht", will Trimmel auch seine Management-Qualitäten in seine Tätigkeit einbringen.

"Ein historischer Tag"

Und beginnt auch gleich damit: "Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: wir sind jetzt in einer Weltsportart unter den acht besten Nationen der Welt. Das ist ein Riesenerfolg und sicher ein historischer Tag im österreichischen Tennis."

Für die Protagonisten beginnt nun wieder der Turnieralltag. Während Haider-Maurer in den nächsten Wochen fast nur in Marokko weilen wird und gleich vier Challenger auf dem Programm hat, reist Melzer nach zwei Tagen Pause am Donnerstag in die USA. Dort stehen zunächst Memphis (Halle), danach erstmals Delray Beach sowie Indian Wells und Miami auf dem Programm.

Für den früheren Weltranglisten-Achten könnte der Länderkampf ein Wendepunkt gewesen sein. Schon Zagreb unmittelbar davor war wichtig für Melzer. "Da hatte ich sechs Matches hintereinander und mein Körper hat funktioniert. Auch am Freitag habe ich lange gespielt und hatte keine Rückenprobleme. Es war wichtig, wieder dieses Vertrauen in meinen Körper zu bekommen, dann bewegt man sich auch besser und spielt besser." Selbstvertrauen kann man also auch so definieren. "Es hat Spaß gemacht, wieder eine Sicherheit zu fühlen und zu merken, wenn es eng ist, kann ich an die Linien gehen."

"Gesund bleiben" ist Melzers Ziel

Ein Ranglistenziel setzt sich Melzer vorerst nur indirekt. "Es wäre schön, wenn ich bei den French Open gesetzt bin." Bis Paris hat er abgesehen vom Punktebrocken Monte Carlo (Semifinale/360) wenig zu verteidigen. Sein größtes Ziel für 2012 bleibt aber, gesund zu bleiben. Der Traum von der Medaille bei den Olympischen Spielen in Wimbledon soll freilich Realität werden. "Eine Medaille umhängen wäre unglaublich, es ist mir wirklich wurscht in welchem Bewerb", sagte Melzer, der im Einzel, Doppel und Mixed antreten möchte. Wer sein Doppelpartner sein wird, ist noch offen, durchaus möglich, dass das Doppel Marach/Peya für Olympia aufgelöst werden muss. "Ich glaube, dass man das beste Doppel dorthin schicken muss. Man darf nicht vergessen, ich hab das einmal gewonnen dort", fügte er hinzu. (APA)

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Finde es uebrigens interessant dass alle 4 Russen in Rotterdam spielen, nur der Juergen pfeift auf ein 500er (AHM spielt ohnehin nur gefuehlte 2 mal im Jahr auf der Tour, wobei sich das mit der Quali wohl nicht ausgegangen waere).

Auch interessant dass Youzhni gegen Kunitsyn gewonnen hat und Davydenko im Viertelfinale steht. hat der Russische Coach jetzt eigentlich schon erzaehlt warum er so aufgestellt hat?

denen wars völlig wurscht ob sie ausscheiden oder nicht.

Meine Guete Olympia! Jetzt geht mir endlich ein Lichtlein auf...

Weg von FC Muster

Jetzt hams amal a richtiges Team. Früher wars ja der FC Muster gegen andere Länder. Da hätt ma größere Siegchancen gehabt, hätt ma nur den Muster spielen lassen. 2mal pro Tag. Und auf Rasen hat der Antonitsch gegen Andere gespielt. Jetzt hamma keine Sieggarantie mehr- aber dafür zumindest 2 Spieler, wobei einer regelmäßig für Siege gut ist- und der andere an einem guten Tag.

Keine Frage, Muster war überragend. Aber nur mit einem guten Spieler kommt man nicht ins Halbfinale. Vorher wurden z.B. die Australier 5:0 weggeputzt, mit 2 Siegen von Skoff. Wir hatten meist einen absoluten Toptennisspieler, auf Sand sogar die Nummer 1 (Muster) und 2-3 Leute um die Top30-Top 40, also eindeutig besser als heute. Ein Skoff gewann z.B. im Daviscup - als Muster einmal nicht mitspielen konnte - sogar gegen die Nummer 1 der Welt, Matts Wilander. Davon sind die neben Melzer tätigen Spieler himmelweit entfernt.

Also ich wäre Sonntag vielleicht mit meiner Freundin hingefahren. Wir haben uns die Preise für halbwegs interessante Plätze angesehen und beschlossen daheim was zu kochen und es im TV anzusehen.

...vielleicht als kleiner Hinweis, warum die Halle nicht voll war. Das hab ich nämlich auch von vielen Tenniskollegen so gehört. Die Generation, die Muster unbedingt sehen wollte und gut situiert war, ist nicht mehr dabei. Und einem heute 20 - 35jährigen ist das einfach nicht so viel wert.

Wo waren denn die Preise?

um die € 40 für einen "Standardplatz". Sicht ist in so einer Halle praktisch eh überall gut.

Für maximal zwei Matches - wenn man Pech hat gibts am Sonntag nur mehr eins, bzw. nur ein bedeutendes - sind schon sehr exklusiv. Andererseits ein Besuch im Fußballstadion kostet auch schon knappe 30 Euro für 90 Minuten...

Wie Marquis de Sade angemerkt hat, der tatsächlichen Fan-Zielgruppe sind die Preise dann doch zu hoch.

Andererseits, die Halle muss auch bezahlt werden :)

die wissen schon warum sie in so einem kaff zu überteuerten preisen spielen. pfiffe gegen die eigene mannschaft wären anders unausweichlich.

Wie geht's eigentlich dem Trainer, den's gestern während Sport am Sonntag umgewichst hat?

jetzt fehlt nur noch ein halbwegs erträglicher orf-Reporter, um das ganze auch ansehen zu können;)
Von mir aus Durieux wieder am Court, aber bitte Hofbauer (und wenn möglich auch Antonitsch) in die Wetterredaktion verbannen. Koubek fänd ich besser.

Ich finde den Antonitsch kompetent und angenehm, der Kubek spricht ja nur wenn er vom Nebenmann angestupst wird und wiederholt was der andere gesagt hat. beim Durieux (schreibt man den echt so?) und Hofbauer bin ich aber bei Ihnen.

bin ich auch der meinung

antonitsch ist nicht schlecht, also da gibt's wesentlich schlechtere... überhaupt ist tennis eine der wenigen sportarten wo der orf besser als z.b. die deutschen ist.. krynedl fand ich eigentlich auch immer gut... das die engländer natürlich um einiges besser sind, ist ein anderes thema...

ja, man schreibt ihn so. aber was sind die alternativen? immerhin kennt er sich halbwegs aus, und gottseidank sind die zeiten von zimmer/krynedl vorbei...

in der randsportart skisport sind 11 verschiedene nationen unter den besten 20. in der weltsportart tennis sind 11 verschiedene nationen unter den besten 20.
nur weil alle die skierfolge immer kleinreden.

Unter den Top 100:

Ski: 14 Nationen
Tennis: 36 Nationen

Dass tendenziell große oder spezialisierte Nationen in einzelnen Sportarten an der Spitze liegen ist klar. Die Verbreitung sieht man eben erst, wenn man ein etwas größeres Fenster betrachtet.

Und da reden wir noch lange nicht von der Anzahl aktiver Sportler bzw. wie oft der Sport ausgeübt wird...

fehler

10 verschiedene nationen im skisport

43 Kommentare -

hätte es der Melzer vermelzert gäbe es an die 300 Postings!

ja vor 2-3 jahren vielleicht.

Sind ma ehrlich, sowie Melzer seit einem jahr spielt hat sich niemand was von ihm erwartet, hätt er beide verloren häts sicher keinen grossen Aufschrei gegeben.

naja naja...

gegen dieses unmotivierte B-Team musst du aber einfach auch mal gewinnen..

und grundsätzlich ist zu sagen, dass dieser DavisCup auch nur mehr ein lästige Pflichtaufgabe für viele darstellt, wenn man sieht dass mit Djokovic, Nadal, Del Potro, Ferrer und Murray mal 5 TopTenLeute verzichten und ein lustloser Federer gegen Isner auf Sand klar verliert lol

bei dieser Einstellung zum Bewerb werden halt schnell mal irgendwelche Nationen hochgespült bzw. dann von den Medien so wie hier hochgespielt ;-)

Trotzdem gut, dass wir weiter dabei sind, vielleicht kommen im nächsten Jahr ja mal richtige Tennisspieler nach Ö...

Naja man kann auch sagen dass obwohl unser Doppel "lustlos" gespielt hat oder weit unter den Möglichkeiten, wir trotzdem relativ leicht drüber gekommen sind und dass mit einem Melzer der seit einem jahr nicht gut drauf ist....

Was wär da erst möglich mit einem Melzer in Form und einem Doppel in Normalform.

Sie sehen, wie mans dreht....

na klar gehts nicht ohne kleinreden...

Dieses Erfolge-an-den-Gegnern-Relativieren ist so ätzend!

Gerade beim Davis-Cup, wo eine Menge einzelner Faktoren großen Einfluss haben, ist ein Marsch im K.O.-System zu den letzten 8 für Österreich sensationell. Da war eine außerordentlich kompakte Leistung nötig

wie groß ist eigentlich die wahrscheinlichkeit 15 mal in serie immer in runde 1 auszuscheiden?

im casino wäre die chance gering, aber da es hier nicht um glücksspiel geht ist es was anderes. im casino muss man sich auch nicht jedesmal neu für den tisch qualifizieren um überhaupt zu setzen...

ja aber wenn man nach 16 versuchen endlich mal die runde 1 übersteht, dann sollte man dies nicht überbewerten. es ist ein schöner erfolg, aber die fanatiker feiern ja als ob wir deutschland im fussball besiegt haben.

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