Französisch-Guayana

Europas neue "Vega" ist gestartet

13. Februar 2012, 12:25
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    foto: screenshot livestream esa

    Start der "Vega"-Rakete um 11 Uhr

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    foto: screenshot livestream esa

    Die Illustration zeigt die Abtrennung von LARES (rechts im Bild die kleine Kugel).

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    grafik: apa

    Grafik zur neuen Trägerrakete "Vega"

Die vergleichsweise kleine Rakete ist für Nutzlasten zwischen 300 und 2.500 Kilogramm gedacht

Paris - Die erste europäische "Vega"-Rakete ist am Montag pünktlich um 11 Uhr zu ihrem Jungfernflug aufgebrochen. Der neue Weltraumtransporter hob wie geplant zu Beginn des Startfensters vom Raumfahrtzentrum Kourou im südamerikanischen Französisch-Guayana ab. Die drei Feststoffantriebsstufen und alle Systeme funktionierten wie geplant. 55 Minuten nach dem Start wurde die Hauptlast, der italienische Satellit LARES, in einer Höhe von 1.450 Kilometern über der Erde erfolgreich ausgesetzt.

Mit einem weiteren Manöver erreichte die Oberstufe daraufhin auf nur 350 Kilometer Höhe den niedrigsten Punkt einer elliptischen Umlaufbahn, um den Technologiemikrosatelliten ALMASat-1 und die sieben winzigen, von Hochschulen finanzierten Cubesat-Pikosatelliten auf ihren Umlaufbahnen auszusetzen. Den Menschen im Kontrollzentrum war im ESA-Livestream die Erleichterung über den Erfolg der Mission anzusehen - Applaus brandete auf, Umarmungen und gegenseitige Gratulationen folgten.

Satelliten

LARES dient der Erforschung von Relativitätsfragen mittels Laser. Dieser auf Basis einer Wolframlegierung gefertigte kugelförmige Satellit mit einem Durchmesser von 37,6 cm ist mit 92 Laser-Retroreflektoren bestückt. Die Spiegel ermöglichen hochpräzise Entfernungsmessungen zur Untersuchung des von Einsteins Relativitätstheorie vorhergesagten Thirring-Lense-Effekts. An Bord "Vegas" befanden sich zudem der Technologiemikrosatellite ALMASat-1 und sieben Cubesat-Pikosatelliten. Drei der Mini-Satelliten sind die jeweils ersten selbst entwickelten Satelliten ihres Landes: "Goliat" aus Rumänien, "MaSat-1" aus Ungarn und "PW-Sat" aus Polen.

Nutzlast

Die "Vega" ist Europas jüngste Trägerrakete. Im Juni 1998 war "Vega" nach italienischen Vorbereitungen zum offiziellen ESA-Programm geworden. Der für rund 790 Millionen Euro entwickelte Lastenträger wird die des Schwerlastträgers "Ariane 5" und der mittelgroßen "Sojus" ergänzen. Die mit 30 Metern Höhe eher kleine Rakete kann je nach Art und Höhe der gewünschten Umlaufbahn (von äquatorial bis sonnensynchron) Nutzlasten mit einer Masse zwischen 300 und 2.500 Kilogramm ins All bringen. Typisches Missionsprofil ist der Start eines 1500 kg schweren Satelliten in einen 700 km hohen kreisförmigen, sonnensynchronen Orbit. Ursprünglich war der Start für den 9. Februar geplant, die Vorbereitungen nahmen aber mehr Zeit in Anspruch als geplant.

Stimmen

"In kaum mehr als drei Monaten hat Europa die Zahl seiner einsatzbereiten Träger von eins auf drei erhöht und damit die Palette der vom europäischen Betreiber Arianespace angebotenen Startdienste erheblich erweitert", so ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain in einer Aussendung. "Es gibt keinen einzigen europäischen Satelliten mehr, der nicht mit europäischen Startdiensten ins All befördert werden kann. Heute ist ein großer Tag für die ESA, ihre Mitgliedstaaten und besonders Italien, wo die Vega geboren wurde, für die europäische Industrie und für Arianespace."

"Dies ist ein stolzer Tag für Europa wie auch für die rund 1000 Menschen, die an der Entwicklung dieses weltweit modernsten und wettbewerbsfähigsten Trägersystems für Kleinsatelliten beteiligt gewesen sind", freute sich Antonio Fabrizi, ESA-Direktor für Raumfahrzeugträger.

Missionsziel

Trotz der Satellitenfracht handelt es sich aber nicht zuletzt um einen "Qualifikationsflug": Als Ziel der Mission nannte die ESA im Vorfeld des Starts die Qualifizierung des gesamten "Vega"-Systems, einschließlich des Trägers selbst, der Startinfrastruktur und des Betriebs, von der Startkampagne bis hin zur Abtrennung der Nutzlast und sicheren Entsorgung der Oberstufe. Das Ziel wurde am Montag erreicht und das Startsystem für den Betrieb anschließend an Arianespace übergeben - es werden mindestens zwei Missionen pro Jahr angestrebt.

Nach ausgeführtem Auftrag setzte die "Vega"-Oberstufe ihren restlichen Treibstoff frei und wurde abgeschaltet. Um Risiken durch neuen Raumfahrtschrott einzudämmen, verbleibt die Oberstufe auf einer Umlaufbahn, von der aus sie in wenigen Jahre wieder in die Erdatmosphäre eintreten und dort verglühen wird, sodass nur kleinere Teil die Erdoberfläche erreichen können. (APA/red)

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Posting 1 bis 25 von 35
1 2
joe ka
00
14.2.2012, 22:22
Hier noch das a

Dr. Seltsam
 
04
13.2.2012, 18:26

Bravo, Wiener Polizei!

Trurl
01
13.2.2012, 21:20

Sie lassen sich sicher ganz gewiss kein "V" für ein "W" vormachen...!
;)

Dr. Seltsam
 
01
14.2.2012, 10:41

Sorry! Meine Verwechslung!
Respekt Tony Vega! Der hat sich nach seinen Kokain-Tiefen wieder ganz schön hochgearbeitet!

mumbaikista
06
13.2.2012, 15:21
bravo ESA!

freut mich einfach, smart move in the right direction, gut geplant und ausgefuehrt, congrats!

aRoma
00
13.2.2012, 14:58
wie die A1

nur 1/3 kürzer

Turbinenreiter
06
13.2.2012, 14:55

heute großer frag-den-Trurl-tag, gratisauskünfte!

mancher leute forenarbeit g'hört schlicht bezahlt.

sauereiter
00
13.2.2012, 14:38
dia apa grafik ist ein wenig sinnbefreit

da für die vega die nutzlast für den sonnensynchron oorbit angegeben ist, für die sojus als auch für die ariane aber für den geosynchronen transfer orbit.

die sojus schafft für den sso zB. rund 4.5 tonnen.

da jede rakete für einen anderen eisnatzzweck optimiert ist, lassen sich diese werte sowieso schwer vergleichen, aber hier mal eine kurze (ca) aufstellung, was die einzelnen raketen in den niedrigen erdorbit schaffen würden:

vega ~2 tonnen
sojus ~8 tonnen
ariane ~20 tonnen

Hermine Berg
 
00
13.2.2012, 14:21
was ist ein sonnensynchroner orbit?

Trurl
11
13.2.2012, 14:39

Das ist eine Umlaufbahn, deren Bahnebene immer den gleichen Winkel zur gedachten Verbindungslinie zwischen Erde und Sonne einnimmt.
http://upload.wikimedia.org/wikipedia... _Orbit.png
(In der Abbildung grün als "Delta-Omega-SSO" dargestellt)

Hermine Berg
 
00
13.2.2012, 16:05
vielen dank

himmelsmechanik ist etwas was mich immer wieder erstaunt.

tan48
01
13.2.2012, 14:35

Vereinfacht gesagt: Ein Orbit an dem ein ganz bestimmter Punkt auf der Erde immer zur selben Zeit passiert wird.

Trurl
01
13.2.2012, 14:44

So kann man's natürlich auch sagen.
:)

Snieftaps
00
13.2.2012, 13:54
"(rechts im Bild die kleine Kugel)"

na endlich wird auch der standard etwas umgangssprachlich

jake & elwood
00
13.2.2012, 13:49
Ernsthafte Frage:

Was sind "Retroreflektoren" (wörtlich übersetzt: Zurückrückstrahler) und wodurch unterscheiden sie sich von normalen Reflektoren?

Peter Trykar
 
00
13.2.2012, 14:52
z.B. Katzenaugen

Die umgangssprachlich Katzenaugen genannten Reflektoren an Fahrrädern sind sogenannte Retroreflektoren.

jake & elwood
00
13.2.2012, 17:49

Gut und schön, aber was ist jetzt der Unterschied zwischen einem Reflektor ("Rückstrahler") und einem Retroreflektor ("Rückrückstrahler")?

Trurl
00
13.2.2012, 18:04

Muss ich hier Informationsresistenz konstatieren?
Ein Retroreflektor reflektiert bevorzugt in Richtung der ursprünglichen Strahlungsquelle, eine "normaler" Reflektor tut dies nicht unbedingt.

Markus Griesser
01
13.2.2012, 17:56

Ein Reflektor wirft das Licht zurück (nach Einfallswinkel = Ausfallswinkel). Das Besondere an einem Retroreflektor ist, dass das Licht zum Großteil in die Richtung der Quelle reflektiert wird (unabhängig von der Richtung).

Sie sind also gut geeignet um Entfernungen durch Lichtlaufzeit zu bestimmen.

Trurl
00
13.2.2012, 18:11

Sorry, Sie waren schneller, hab' ich nicht gesehen.
;)

Martin Müller10
 
02
13.2.2012, 13:41
Jetzt hat die ESA das volle Programm, gut für die Kundenbindung.

flonks
40
13.2.2012, 12:50

Sojus ist ein europäisches System?
Naja.

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