Deutsche Post kommt mit E-Postbrief langsamer voran als gedacht

13. Februar 2012, 10:29

Weiterentwicklungen geplant

Die Deutsche Post kommt bei der Einführung des E-Postbriefes schleppender voran als gedacht. "Wir haben am Anfang gesagt, dass es etwa drei bis fünf Jahre benötigt. Es können aber auch sechs Jahre werden", sagte Brief-Vorstand Jürgen Gerdes der "Financial Times Deutschland" (FTD; Montag-Ausgabe). Trotz des erheblichen zusätzlichen Aufwands will er den Kostenrahmen von etwa 500 Mio. Euro für den E-Postbrief einhalten: "Ich habe derzeit keinen Grund, über ein höheres Budget nachzudenken."

Eine Million Privatkunden

Bisher haben sich laut Gerdes gut eine Million Privatkunden, mehr als 100 Großkunden und rund 4.000 Mittelständler für den E-Postbrief angemeldet: "Seit dem Marktstart im Jahr 2010 haben wir schon einige Millionen E-Postbriefe zugestellt." Die Masse des Volumens sei hybrid bewegt worden, also per E-Mail und per Postzustellung. Zum Vergleich: An einem Werktag befördert das Unternehmen durchschnittlich rund 66 Millionen Sendungen. Die Menge sei im Moment aber nicht entscheidend beim E-Postbrief, beteuerte Gerdes.

Weiterentwicklungen nötig

Gerdes sagte, dass die IT des E-Postbriefs weiterentwickelt werden müsse. Im ersten Halbjahr 2012 solle über die Plattform eine einfache Identitätsprüfung möglich sein. "Im zweiten Halbjahr werden wir ein E-Post-Payment, eine direkte Bezahlfunktion über das E-Postbrief- Portal, einführen." 2013 solle dann der Versand von E-Postbriefen aus Standardsoftware wie Word oder Lotus Notes möglich sein.

Einbußen kompensieren

Der Konzern will mit dem E-Postbrief Einbußen im klassischen Briefgeschäft kompensieren, das durch die Konkurrenz von E-Mail und Fax schrumpft. Doch der Druck auf den E-Postbrief wächst: Demnächst gibt es mit der De-Mail, die etwa die Deutsche Telekom und die United-Internet-Tochter 1&1 anbieten wollen, Konkurrenz.

Laut Michael Fuchs, Mitglied der Geschäftsleitung des Softwareanbieters SAP Deutschland, ist ein solches Projekt nicht viel schneller umzusetzen. Bei seinen Kunden sieht Fuchs ein enormes Interesse am E-Postbrief. "Wir integrieren die E-Postbrief-Anwendung in unsere SAP-Standardsoftware", sagte er der "FTD". (APA/dpa)

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