Wien - Dass dem griechischen Staat ein Großteil seiner Schulden
erlassen wird, hält Bank-Austria-Chef Willibald Cernko für einen "Kapitalfehler,
weil hier eine Vereinbarung gebrochen wurde, dass kein Land in der Eurozone
pleitegehen kann". Die Vertrauensbasis sei damit nachhaltig gestört, vielleicht
sogar zerstört, sagte Cernko in einem Interview mit dem "WirtschaftsBlatt"
(Montagausgabe). Die UniCredit-Tochter Bank Austria werde im Jahresabschluss
2011 ihre Griechenland-Engagements um weitere 100 Mio. abwerten müssen, so
Cernko, das Jahresergebnis werde aber positiv sein.
"Wir haben bereits 60 Prozent abgeschrieben. Wir werden auf insgesamt 80
Prozent abschreiben, das heißt, dass wir nochmals in einer Größenordnung von 100
Millionen Euro wertberichtigen werden", so Cernko.
In Ungarn, wo private Kreditnehmer die Möglichkeit haben, ihre
Fremdwährungskredite billig vorzeitig zu tilgen, habe die Bank Austria 60 Mio.
Euro zurückgestellt. "Wir sind dennoch positiv und zählen zu den profitabelsten
Banken des Landes", berichtete Cernko. (APA)