Costa Concordia: Angehörige werfen Blumen ins Meer

13. Februar 2012, 16:17
29 Postings

Messe in der Kirche der Insel Giglio - Erster Tank mit 103 Kubikmeter Öl entleert

Rom - Genau einen Monat nach der Havarie der "Costa Concordia" haben am Montag die Angehörigen der Todesopfer und der Vermissten vor der toskanischen Insel Giglio Blumenkränze ins Meer geworfen. Mit einem Boot wurden die Angehörigen in die Nähe des Wracks gefahren. Von dort aus wurden Blumen und Briefe an die Opfer ins Meer geworfen.

"Heute habe ich den schwierigsten Tag seit dem Schiffsbruch durchlebt", berichtete der Inder Kevin Rebello. Sein Bruder Russell, der als Kellner an Bord der "Costa Concordia" arbeitete, gehört zu den 15 Vermissten des Unglücks. "Ich habe alle Botschaften ausgedruckt, die ich von den Freunden meines Bruders erhalten habe. Ich habe sie mit anderen Angehörigen der Vermissten ins Meer geworfen", berichtete der Inder.

Muttergottes für die Kirche

Die Statue einer Muttergottes, die sich in der Kapelle der "Costa Concordia" befand, wurde auf Wunsch von Pierluigi Foschi, Geschäftsführer der Reederei Costa Crociere, der Kirche der Insel Giglio geschenkt. Die Statue war von den Tauchern im Schiff gefunden worden. In der Kirche fand am Montag eine Trauerzeremonie für Opfer und Vermisste des Unglücks in Anwesenheit von vielen Angehörigen und Lokalbehörden statt.

Die Einsatzkräfte des niederländischen Spezialunternehmens "Smit Salvage" haben am Montag mit dem Abpumpen des Treibstoffes begonnen. Dabei konnte ein erster Tank mit 103 Kubikmetern an Schweröl entleert werden. Dank der guten Wetterlage können zehn Kubikmeter pro Stunde entfernt werden, teilten die Fachleute mit. Das Abpumpen wird voraussichtlich 28 Tage in Anspruch nehmen. Das Kreuzfahrtschiff hat 2.400 Tonnen Treibstoff an Bord.

Plan für Bergung

Bis zum 3. März sollen zehn internationale Gesellschaften einen Plan für die Bergung des am 13. Jänner vor der Insel Giglio havarierten Kreuzfahrtschiffes vorlegen. Der Auftrag soll Ende März von der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, Betreiber der "Costa Concordia", vergeben werden.

Bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffs kamen vermutlich 32 Menschen ums Leben. Bis jetzt wurden 17 Leichen geborgen. Insgesamt befanden sich mehr als 4.200 Menschen an Bord, darunter 77 Österreicher. Die "Costa Concordia" war am 13. Jänner vom Hafen von Civitavecchia bei Rom zu einer Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer ausgelaufen, wenige Stunden später schlug sie vor der toskanischen Insel Giglio leck. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein Arbeiter des niederländischen Bergungsunternehmens Smit klettert auf die havarierte "Costa Concordia".

Share if you care.