Rechnungshofpräsident

Moser vermisst Reformen

13. Februar 2012, 08:26

Kritik an Doppelgleisigkeiten bei den Ländern, Reformstau in Bildung und Gesundheit

Wien - Rechnungshofpräsident Josef Moser hatte im Dezember ein knapp 600-seitiges Papier mit Sparvorschlägen präsentiert - heute findet er zwar einen kleinen Teil davon im Sparpaket wieder, er kritisiert aber, dass die wahren Strukturreformen noch ausstehen.

Moser vermisst einen angemessenen Beitrag der Bundesländer. Deren Schulden hätten sich in den letzten sechs Jahren fast verdoppelt, sagt Moser im Ö1-Morgenjournal - trotzdem leisten die Länder nur einen vergleichsweise kleinen Beitrag zum Sparpaket.

Kleiner Beitrag der Länder

Zwar wurde vereinbart, dass die Länder ab 2014 einen höheren Beitrag zum Einsparungsprogramm leisten würden - doch dies sei nicht verpflichtend. "Es wird nur darauf hingewiesen, dass der Finanzausgleich und der Stabilitätspakt neu verhandelt werden. Das ist zu wenig. Was man braucht sind für inhaltlich ausformulierte Maßnahmen, die auch verpflichtend sind." Das heißt: Auch Sanktionen sollten möglich sein, wenn einzelne Länder sich nicht daran halten.

Teile des Sparpakets finden bei Moser jedoch lobende Worte - etwa die Umstellung auf das Pensionskonto schon 2014, das geplante neue Dienstzeitmanagement der Polizei, und die Schließung der Heeresspitäler.

Kritik an Doppelgleisigkeiten

"Was aber nicht beseitigt wird, sind die Doppelgleisigkeiten, die Effizienzlöcher und die gravierenden Probleme, die einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Input und Output entgegenstehen", kritisiert Moser im APA-Gespräch. Als Beispiele nennt er die Kompetenzzersplitterung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden sowie den "Reformstau" bei Schulverwaltung und Bildung.

Raschere  Eingriffe in Hacklerregelung

Kritik übt Moser auch daran, dass die Länder weiterhin nicht verpflichtet werden, die Pensionsreform des Bundes umzusetzen (obwohl sie das bereits 2008 zugesagt hätten) und dass Sonderpensionsrechte bei ÖBB, Nationalbank und Sozialversicherung bestehen bleiben. Der Fortbestand der Sonderpensionsrechte sei "untragbar". Nötig wären laut Moser angesichts der drohenden finanziellen Belastung auch raschere Eingriffe in die Hacklerregelung schon 2013 (konkret: Abschläge von 3,36 Prozent pro Jahr des früheren Pensionsantritts).

Bedenklich findet Moser, dass viele bereits budgetierte Maßnahmen noch in der Schwebe sind - etwa die europäische Finanztransaktionssteuer und das Steuerabkommen mit der Schweiz. Positiv wertet Moser, dass die Reform des Förderwesens und die Gesundheitsreform im Sparpaket angesprochen wurde, wenn auch die konkrete Ausgestaltung noch offen sei. (APA)

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15 Postings
revisor69
 
10
14.2.2012, 13:19
Der 600. Vorschlag zur Verwaltungsreform!

Ich schlage vor, der RH möge bitte diesen Punkt in sein Positionspapier aufnehmen, wir stellen sämtliche Politikergehälter ein. Es gibt nur mehr eine pauschale Entschädigung von € 1.000,-- netto (14 x) plus eine Aufwandsentschädigung von € 500,-- (12 x) für verschiedene Anlässe.

Sämtliche Politiker unter diesen Bedingungen dürfen nur eine Periode dienen, Mehrfachkandidaturen sind nur möglich, wenn auf das Gehalt verzichtet wird. Völlige Offenlegung der Parteienfinanzierung!

Reduzierung der Volksvertreter auf ein Mindestmaß. Sinnvoll wäre noch ein Eignungstest, um auch die fachliche Bildung sicherzustellen.

Na, Herr Moser, wäre das nichts?

Gandalfino
00
14.2.2012, 08:39
Suuuper ~>:-/

Der Bonsainationalismus der Bundesländer darf weiterwuchern und denen, die eh schon nicht viel haben nimmt noch was weg.

4 Milliarden PRO JAHR !!! könnte eine Verwaltungsreform bringen, bei der man noch nicht einmal die Länderstruktur angreift, sondern nur Mehrgleisigkeiten in der Verwaltung abschafft.

Legt man die Bundesländer zusammen, so das vernünftige Lösungen rauskommen, sind da nochmal ein paar Milliarden drinnen, besonders wenn man auch Minibezirke und Kleingemeinden zusammenlegt.
Besonders "gschmackig" wäre auch eine Konsolidierung des Gesundheitssystems und des ORF. Würde man das alles umsetzen, hätten wir Budgetüberschüsse statt Defizite und das Geld wäre für Bildung, Soziales und Wirtschaftsförderung verfügbar.

Saxojohn
00
13.2.2012, 15:13
Es geht zwar bergab- aber wir sind ja Schifahrer!

Tatsächlich sollten endlich die so nicht sichtbaren Überreste einer 600- Jahre alten Habsburger Wasserkopfverwaltung des gesamten Bundesgebietes reformiert werden- nur dürfte das hinwiederum 600 Jahre dauern. Im Koster ginge es ja auch nicht schneller, die Bildungsreform hadscht, die Krankenanstalten schreien nach Reformen, der Landesregierungen sind einfach zu viele. etc. etc.

Mister Schlau
01
13.2.2012, 12:43
Ach solange es Menschen gibt wie meinen Vater

dessen Protest es ist bei Wahlen einfach nicht hinzugehen wird sich nichts ändern.

Und da es 1) wähler gibt immer gleich wählen weil sie immer gleich wählen und 2) leute die nicht wählen gehn
bleiben diese Politiker lange an der Macht.

Frage: Sind wirklich "die Politiker" Schuld an der Situation?

Der_Laubfrosch
00
13.2.2012, 11:36
Verkleinerung der Volksvertretungen

Was passiert wenn bei einer Wahlbeteiligung von 60 Prozent dann auch nur 60 Prozent der Sitze an Mandatare verteilt werden ?
(Nationalrat, Landtag, Städte, Gemeinden..)

funkenschuster
04
13.2.2012, 10:38
was haben alle erwartet ???

Was in Österreich fehlt ist der Erneuerungswille und der ist in der Bevölkerung mindestens ebenso ausgeprägt wie in der Regierung. Wir haben die Regierung, die wir verdienen. Faul, träge, harmoniebedürftig, Schisser vor jeder kleinen Veränderung und mächtig Arschkriecherisch.

So ist der gelernte Österreicher und ergo die Regierung. Österreich war einmal ein Land von echten Unternehmern. Heute sind wir ein Land der Beamten, der verlogenen und zynischen Sesselkleber, der titelsüchtigen Betonschädel. Wir sind ein Volk der Un-leister und genauso ist unsere Regierung. Die Schulden machen mir keine Angst. Wenn wir wirklich wollten könnten wir in kurzer Zeit schuldenfrei sein. Aber wir wollen nicht. Lieber raunzen und ja nix verändern.

schlitzohrlinski
10
13.2.2012, 10:12
tja, nicht nur ihm....

und das lustige ist ja, dass spövp glauben, das wäre es jetzt gewesen, dabei ist es nichts anderes als ein kurzfristig notwendiges flick- und stopfwer, dass die grundlegenden probleme nicht angeht.

wenn man die akteure so anhört, und es ist egal ob von rot oder schwarz, kommt es erst zu wirklichen reformen wenn vom ehemaligen tripple-a nur mehr die erinnerung aber kein a mehr übrig ist.

unfähig und nur der eigenen klientel verpflichtet, ist die ehemals "große" koalition und mit ihr die ehemals "staatstragende" sozialpartnerschaft unfähig über ihren schatten zu springen und reformen durchzuführen.

reformen, die freiraum für eine langfristige sicherung des sozialsystems schaffen & investitionen in zukunftsbereiche ermöglichen.

aereo
01
13.2.2012, 10:08

Es stimmt daß Strukturreformen fehlen, aber das war ja klar, wir haben der Regierung jahrelang beim Nichtstun zugesehn also woher sollten diese plötzlich kommen? Insgesamt freu ich mich über den plötzlich entstandenen landesweiten Diskurs. Neben Skandalen und Parteigemetzel gibts nun auch Inhaltliches.

ich nicht
00
13.2.2012, 10:07
die wahre katastrophe ist: statt hackler+frauenpensionsprivilegien abzuschaffen kasseirt amn bei den lohnnebenkosten durch erhöhte SV beitäge noch mehr ab.

zum drüberstreien gibts noch u bahnsteuer und AMS steuer bei kündigungen.

revisor69
 
00
14.2.2012, 13:16
Worum geht es?

Es geht doch nur mehr darum, das Volk zu zermürben und der Dominanz der Altparteien zu unterwerfen.

Martin Müller10
 
07
13.2.2012, 08:27
Tja Herr Moser nett aber zu kurz gegriffen, wie wäre es mit den wichtigen

Dingen: Zusammenlegung aller Sozialversicherungs und Pensionsversicherungsträger, Abschaffung der Bundesländer samt Landesregierungen, eine aktive Vorgangsweise bei der politischen Integration der EU um bei der Bundesregierung zu sparen, .....

revisor69
 
00
14.2.2012, 13:14
Und den RH lassen wir in den neun LRH aufgehen!

Und wieder ein Posten mehr eingespart.

natoll
00
13.2.2012, 10:35

wenn man nichtmal forderungen aufnimmt vermeintliche sparaktivitäten auch konkret auszuformulieren und zu sanktionieren, was erwartest dir dann von forderungen bei denen 2/3 der polit-kaste amok laufen....

E Pie
 
00
13.2.2012, 10:08
pass auf das du nicht gegrillt wirst...

diese vorschläge hatte schon mal ein steirischer landesvertreter, er hatte glück nicht in der psychatrie zu landen... macht abgeben - heißt das recht in den geldtöpfen zu wühlen und sich zu bereichern !!!

janosch83
00
13.2.2012, 10:05

ich gebe ihnen vollkommen recht, nur wenn herr moser das fordert wird er von der politik gar nicht mehr wahrgenommen. die forderungen wären in unserem kleinkarierten land nicht umsetzbar. schade.

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