Sambia gewinnt den Afrika Cup 2012: Die Spieler von Hervé Renard triumphieren über die Elfenbeinküste im Elferschießen - Drogba verschießt Elfer in regulärer Spielzeit
Libreville - Sambia ist überraschend zum ersten Mal Fußball-Meister
von Afrika. Der Außenseiter gewann am Sonntag im Endspiel in Libreville 8:7 im
Elfmeterschießen gegen die favorisierte Elfenbeinküste um deren Star Didier
Drogba. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung war es 0:0 gestanden, Drogba
schoss in der 70. Minute einen Foulelfmeter über das Tor. Die Entscheidung im
Elfmeterschießen fiel erst nach 18 Schützen, Stoppila Sunzu war dabei der
Matchwinner.
Für Sambia war es im dritten Anlauf nach 1974 und 1994 der erste Triumph in
einem Endspiel des Afrika-Cups, die Elfenbeinküste verpasste dagegen wie schon
vor sechs Jahren den zweiten Titelgewinn nach 1992. Den dritten Platz hatte sich
am Samstag überraschend Mali im kleinen Finale mit 2:0 (1:0) gegen Ghana
gesichert.
Im Elfmeterschießen parierte Sambias Torhüter Kennedy Mweene zwar gegen
Souleyman Bamba, der Strafstoß wurde jedoch wiederholt, im zweiten Anlauf traf
Bamba dann. Auch Drogba machte es als fünfter Schütze der Ivorer besser als im
Spiel. Beim Stand von 5:5 war die Entscheidung nicht gefallen, so dass
weitergeschossen werden musste. Auch Didier Ya Konan traf als siebenter Akteur,
doch danach hielt Mweene gegen Kolo Toure. Rainford Kalaba vergab den ersten
Matchball, nach dem nächsten Fehlschuss durch Gervinho ließ Sunzu Sambia
schließlich jubeln. Das Land hatte 1993 seine komplette Nationalmannschaft bei
einem Flugabsturz verloren.
Drogba und die Nerven
Schon nach 80 Sekunden hätte Sambia im Stadion der Freundschaft in Führung
gehen können. Nach einem Eckball bot sich Nathan Sinkala die Chance, Torhüter
Boubacar Barry hielt den gefährlichen Flachschuss reaktionsschnell fest. In der
insgesamt wenig aufregenden Partie konnten Drogba und Co. sich nie große
Vorteile erspielen und hatten vor der Halbzeit nur eine gute Möglichkeit: Yaya
Toure schlenzte den Ball aus elf Metern knapp vorbei, Drogba hatte vorgelegt.
Dem Chelsea-Torjäger bot sich unter den Augen des brasilianischen Idols Pele
in der bis dahin aufregendsten Szene der zweiten Hälfte die Riesenchance zur
Führung. Nach einem Schubser von Isaac Chansa an Gervinho gab es Elfmeter,
Drogba setzte den Ball aber hoch über das Tor. Schon im Viertelfinale gegen
Co-Gastgeber Äquatorialguinea hatte er vom Punkt aus vergeben.
Erst in der Nachspielzeit der regulären 90 Minuten tauchte Sambia durch
Emmanuel Mayuka wieder gefährlich im Strafraum auf, Mayuka wurde aber im letzten
Moment am Schuss gehindert. Zuvor setzte Max Gradel einen Flachschuss knapp am
langen Eck von Sambias Tor vorbei (88.). Doch auch die Elfenbeinküste hatte
Glück. Chris Katongo scheiterte in der Verlängerung hauchdünn an Schlussmann
Barry, der den Ball mit dem Fuß gerade noch an den Außenpfosten lenken konnte
(95.). Ein Treffer fiel auch danach nicht mehr, das 0:0 nach 120 Minuten war
insgesamt auch gerecht.(APA)