Bundeskriminalamt weist Vorwurf der Datenvernichtung zurück

12. Februar 2012, 18:55

BKA: Normaler Vorgang - Politiker fordern Aufklärung

Berlin - Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) hat den Vorwurf zurückgewiesen, bei Ermittlungen gegen die Zwickauer Neonazi-Zelle Beweismittel vernichtet zu haben. Entsprechende Spekulationen seien absurd, erklärte BKA-Chef Jörg Ziercke am Sonntag. "Das BKA schützt weder Neonazis noch Informanten aus der rechten Szene."

Ziercke reagierte damit auf einen Bericht der Zeitung "Bild am Sonntag", wonach Daten vom Handy eines mutmaßlichen Unterstützers der Zwickauer Zelle auf Anweisung des BKA von der deutschen Bundespolizei gelöscht worden seien. Das Blatt hatte unter Berufung auf Polizeiexperten gemutmaßt, das BKA wolle damit möglicherweise eigene Informanten im Umfeld der Neonazis schützen.

Ziercke bestätigte die Löschung der als Kopie bei der Bundespolizei vorhandenen Daten nach ihrem Auslesen, bekräftigte aber, dies sei ein normales Verfahren. Alle sichergestellten Inhalte stünden "weiterhin vollständig und unverändert für die Ermittlungen des Generalbundesanwalts und des BKA zur Verfügung": "Das BKA hat Beweismittel weder unterdrückt, noch manipuliert, noch vernichtet", erklärte Ziercke.

Dem Zeitungsbericht zufolge geht es um die Daten, die Spezialisten der Bundespolizei auf dem Handy des mutmaßlichen Unterstützers der Zelle, Andre E., nach dessen Festnahme im November entschlüsselt hatten.

Das deutsche Innenministerium forderte nach Angaben eines Sprechers gegenüber dem Blatt eine "umfassende Erklärung durch die Amtsleitung des BKA an". Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), bewertete den Fall als gravierend. Er müsse umgehend aufgeklärt werden. "Es darf nicht einmal der Verdacht entstehen, dass es etwas verheimlicht werden sollte", sagte er der Zeitung. Die Linken-Politikerin Petra Pau erklärte, der Fall rieche nach Vertuschung. (APA)

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13 Postings
Schinkenfleckerl 3000
01
14.2.2012, 03:28

Da fühlt man sich an das Oktoberfestattentat bzw. dessen "Untersuchung" erinnert...

1116er
00
13.2.2012, 15:04
zzziercke, zzzätsche, zzzuchthaus!

1116er
01
13.2.2012, 15:02
löschen - welch unnötige arbeit

da sind wir in der ostmark um mindestens einen schritt weiter: wenn bei uns etwas vor den augen der polizei geschieht, dann ignoriert sie das!
(und spart sogar akku-aufladezeit, indem sie nicht mal die rettung anruft...)

oder, noch professioneller, eine ebene höher: kamerad böhmi erklärt dem verfassungsschutz, dass es eh nichts rechtsextremes bei uns gibt und er sich daher durch entsprechende vermerke im bericht belästigt fühlen würde....

ewiger Zahler
00
13.2.2012, 12:57
Da wird ständig von "Bundespolizei" geschrieben ...

meines Wissens gibt es eine derartige Einrichtung in Deutschland nicht. In Deutschland ist Polizei Länder-Angelegenheit. Das BKA ist eine übergeordnete Verwaltungseinheit zur Koordinierung überregionaler Einsätze.
Durch den Wegfall der innerdeutschen Grenze und das Schengen-Abkommen ist der Bundesgrenzschutz in Deutschland ja de facto obsolet geworden. Wurden dem BGS in diesem Zug bundespolizeiliche Agenden (vergleichbar vielleicht mit dem FBI) übertragen?

Bitte um Aufklärung

Cet
00
13.2.2012, 15:22
Einfach mal googlen

Wikipedia.de ist auch hilfreich. Natürlich gibt es eine Bundespolizei, sie hiess früher BGS.

Michael Schmied
01
13.2.2012, 11:57
BKA deckt Rechtsextreme

Dies ist die Erkenntnis.
Die Untersuchung durch die Polizei verhindert die BKA.
Punkt.

suboptimal
 
03
13.2.2012, 12:36
Wird aber nicht gelingen,

nicht bei einem Polizistenmord. Der Ziercke hat sich von seiner eigenen Polizei schon ein paar feste öffentliche Watschen eingefangen, als er die ermordete Polizistin zu einer "Beziehungstat" umdichten wollte. Das wurde auf der Stelle widerlegt. Der sitzt schon auf dem Schleuderstuhl.

Fritz Meyer
01
13.2.2012, 08:37
"Das war nur ein Einzelfall!"

Bisher auch immer die offizielle Standard-Ausrede der Behörden beim Rechtsextremismus in Deutschland.

Kuni bert
03
13.2.2012, 01:10

"Die Linken-Politikerin Petra Pau erklärte, der Fall rieche nach Vertuschung"

Der Fall riecht nicht nach Vertuschung, sondern nach Mitarbeit.

Cet
00
12.2.2012, 23:23

http://www.bild.de/news/inla... .bild.html
Zitat: "Polizeihauptkommissar Jens B. hatte es eilig. Heimlich begab sich der Computerexperte im Referat 55 der Bundespolizei am 8. Dezember vergangenen Jahres nach Dienstschluss an seinen Arbeitsplatz in Swisttal bei Bonn. In dem zu dieser Uhrzeit meist verwaisten Gebäude wurde der Spezialist für die Auswertung von Handy-Daten dennoch beobachtet, wie er systematisch Daten löschte. Die Nacht-und-Nebel-Aktion ist keine Lappalie. Denn der Bundespolizist Jens B., der normalerweise Daten zu Ermittlungszwecken sichert, vernichtete an diesem Abend in der Datenbank seiner Dienststelle Handy-Daten des derzeit bedeutendsten Kriminalfalls Deutschland.."

Waran
00
12.2.2012, 22:30
Nein, die haben kein Beweismaterial vernichtet,

mit Sicherheit nicht, ach woher denn!

walter helfmann
00
13.2.2012, 02:01
das könnte in a nicht passieren.

ohne abschrift, zweit-,und ordnungsgemäßen aktenvermerk gehts nicht.

full-court press
05
12.2.2012, 20:40
Das bringt aber

recht starke Assoziationen mit Zwettlers SOKO-Bnade!

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