Aufstand in Syrien

Ein Bild des Jammers

Kommentar | Gudrun Harrer, 12. Februar 2012, 18:20

Die internationale Gemeinschaft bietet ein Bild des Jammers

Die Aussichten für Syrien könnten schlechter nicht sein. Das Regime, davon ermuntert, dass Russland und China ihm im Uno-Sicherheitsrat die Stange gehalten haben, glaubt noch immer, dass es den Kampf gegen den Aufstand gewinnen kann, und lässt alle Beschränkungen, so es die noch gegeben hat, fallen. Und die Entwicklung des Konflikts, in dem sich soeben Al-Kaida-Chef Ayman Zawahiri zugunsten der Rebellen zu Wort gemeldet hat, bestärkt die Assads noch mehr in der Ansicht, dass sie kämpfen müssen und sollen.

Die internationale Gemeinschaft bietet ein Bild des Jammers. Die Vorstellungen der Arabischen Liga von einer gemeinsamen Mission mit der Uno sind illusorisch: Syrien wird nicht zustimmen und der Uno-Sicherheitsrat keine entsprechende Resolution zustande bringen. Militärisches Eingreifen kommt für niemanden infrage, die Gruppen, die das Regime bekämpfen, sind viel zu fragmentiert und undurchsichtig: Leicht könnte man sich aufseiten aus dem Irak eingesickerter Jihadisten wiederfinden. Aus demselben Grund sind auch Waffenlieferungen problematisch.

Und Wunschdenken bleibt es auch, dass die arabischen Golfstaaten, die die arabische Front gegen Syrien anführen, sich plötzlich die Prinzipien von Demokratie und "Responsibility to protect" zu eigen gemacht hätten. Das macht das Regime in Syrien um keinen Deut besser. Aber es zeigt, dass das Gegenteil von böse nicht unbedingt gut sein muss. (DER STANDARD-Printausgabe, 13.02.2012)

rari
00
16.2.2012, 20:19
Die armen Geiseln...

Kinder und Frauen:
Grund für den Westen und die Waffenhändler: losschlagen um zu "befreien" und neue Waffensystem auszuprobieren.
für die Opposition: verstecken sich feige hinter diesen Menschen um die Opfer dann dem Regime anzukreiden, wie das bereits im Balkankrieg erfolgreich praktiziert wurde.
für die "Menschenrechtler", als nützliche Idioten: Halbwahrheiten für einseitige Beschlüsse zu fordern.
nochmals für den Westen: "es gibt glücklicherweise doch noch den feindlichen Osten - Schuld an allem ist: Putin"
Was tun ?
Sofortiger Waffenstillstand unter Aufsicht der UNO.
Einrichtung von waffenfreien Schutzzonen.
Verhandlung unter UNO-Aufsicht.

omar chamra
11
12.2.2012, 20:46
Hat uns Frau Harrer nicht jahrelang beharrlich erzählt

es gäbe einen Konflikt, der sozusagen die Ursache für alle anderen Konflikte im Nahen Osten sei und das wäre der Konflikt Israel-Palästinenser.
Das war natürlich ein Hirngespinst. Denn wir erleben fast überall im Nahen Osten die Konflikte, die nichts oder ganz wenig mit Israel und Palästinensern zu tun haben.
Auch wenn es den Palästinensern gelungen wäre, den Staat Israel zu beseitigen, würde es ein Massaker in Syrien, einen Bürgerkrieg im Jemen, die Verfolgung von Kopten in Ägypten, die tribalen bzw religiösen Konflikte in Libyen, SaudiArabien, Golfstaaten geben.
Auch Frau Harrer kann keine Lösung bieten. Das Massaker in Syrien geht weiter.

wurm83
 
20
13.2.2012, 10:11
ich glaub auch nict, dass es einen alleinigen grund git

wobei ich auch nicht glaube, dass frau harrer dies so gesagt hat.

was man allerdings nciht von der hand weisen kann, ist dass es fast bei jedem dieser konflikten einen tieferen bezug zu israel bzw. den palis gibt...

ist es nicht eigentlich so, dass sich der kalte krieg einfach in den nahen osten verschoben hat? und jetzt wird man entweder von den amis untersützt (zB.: israel oder die taliban früher oder saddam)

oder von den russen bzw. china wie zB.: syrien

und weil sich die religion schon immer gerne für so etwas instrumentalisieren lies gibt es für die großmächte nichts besseres als ihren "streit" unter dem deckmantel juden vs. moslems ablaufen zu lassen...

nichtkaefer
00
12.2.2012, 19:25
Ein Bild des Jammers

Normalerweise wissen Journalisten immer alles besser, besonders im Nachhinein. Eine Journalistin, die angesichts der verfahrenen und undurchsichtigen Situation eingesteht, dass sie auch keine Lösung hat, ist mir da viel sympathischer.

Porqué no te callas?
01
13.2.2012, 13:16

sollen journalisten lösungen anbieten?

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