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Pensionisten und Beamte wollen Paket entschärfen

12. Februar 2012, 18:13

Beamte und Pensionisten haben sich grundsätzlich zum Sparpaket bekannt - aber sie hoffen auf Gestaltungsspielraum bei der Umsetzung - Die Taktik der Regierung zielt auf einen raschen Beschluss und wenig Diskussion

So wie es ausgemacht ist, so wird das Sparpaket nicht kommen. Praktisch jedes Detail, "das Kleingedruckte" , wie es Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) genannt hat, wäre noch Verhandlungssache. Das war am Wochenende der Tenor aller Aussagen von Betroffenen - etwa vom roten Pensionistenchef Karl Blecha: "Wie die im nächsten Jahr gedämpfte Anpassung im Detail aussehen wird, verhandeln wir im Herbst" , kündigte Blecha an, "das ist mit Sozialminister Hundstorfer vereinbart."

Rudolf Hundstorfer (SPÖ), der seinerseits in der ORF-Pressestunde angetreten war, das Sparpaket zu verteidigen, zeigte sich überzeugt, dass bereits vernünftig und mit vertretbarem Ergebnis verhandelt wurde, auch was die Landwirtschaft betrifft, die Erhöhung der Pensionsbeiträge der gewerblichen Wirtschaft oder die forcierte Steigerung der Höchstbeitragsgrundlage für ASVG-Versicherte.

Ohnehin werde das faktische Pensionsalter nur um 2,5 bis drei, aber nicht um vier Jahre steigen, wie das ÖVP-Chef Michael Spindelegger angekündigt hatte. Und auch bei der Korridorpension widersprach Hundstorfer Spindelegger: Die könne künftig nach 40 Versicherungsjahren (bisher 37,5) angetreten werden - eine von der ÖVP gewünschte Erhöhung auf 43 Jahre ab 2016 sei nicht ausverhandelt worden.

Für jede Kündigung werden Arbeitgeber künftig 110 Euro zahlen müssen - und auch mit den Ländern gibt es ein Paktum über die Verlängerung des Pflegefonds bis 2016.

Von langen weiteren Verhandlungen hält man auf Regierungsseite nichts: Ab dieser Woche sollen die vereinbarten Maßnahmen von den Legisten der Ministerien in Paragrafen gegossen werden, am 20. Februar soll es fertige Begutachtungsentwürfe geben.

Nach einer zweiwöchigen Begutachtungsfrist soll das juristisch fertig formulierte Paket spätestens Mitte März vom Ministerrat abgesegnet und der parlamentarischen Beratung zugeführt werden.

Dabei gibt es erfahrungsgemäß noch einige Änderungen - wenn sich die Regierungsfraktionen auf Zusätze oder Abschwächungen verständigen, die bisher noch gar nicht Thema waren, können diese in letzter Minute noch kurz vor der Abstimmung am 28. März per Abänderungsantrag eingebracht und ohne lange Beratung und große öffentliche Aufmerksamkeit beschlossen werden.

Aus diesem Grund sehen die Interessenvertreter auch noch Spielraum. Etwa die Beamtengewerkschaft Göd, die am Montag zu einer Vorstandssitzung zusammentritt. Bei der Göd erinnert man sich nur zu gut daran, dass praktisch jedes Sparpakt den öffentlich Bediensteten überdurchschnittlich viel weggenommen hat. Göd-Chef Fritz Neugebauer sagt dem STANDARD, dass er "wegen des raschen Spareffekts, aber auch aus psychologischen Gründen, damit die Grauslichkeit weg ist" da-für ist, die Nulllohnrunde 2013 durchzuwinken.

Gleichzeitig müsse aber über echte Strukturreformen gesprochen werden: "Alle Ausgliederungen sind zu evaluieren. Und wir stehen zu dem Rechnungshof-Vorschlag Nummer 93, ein leistungsgerechtes Besoldungsrecht nach niederösterreichischem Vorbild einzuführen. Da verlangen wir rasche Verhandlungen."

Das Argument, dass eine Umstellung des Besoldungrechts Anfangskosten verursache, lässt Neugebauer nicht gelten: Dies werde seit 15 Jahren gesagt - hätte man die Reform aber damals umgesetzt, würden die budgetären Nettoentlastungen bereits jetzt wirken.

Von der Basis bekommt er ohnehin Druck: In der Bundeheergewerkschaft hat man nämlich errechnet, dass Berufssoldaten fünf Prozent Einkommen verlieren - kein guter Einstieg für ein Berufsheer.(Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 13.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 51
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prigogine
12
13.2.2012, 08:51
für jede Kündigung

sollte zumindest der 3-fache Monatslohn zu zahlen sein

Erisian Liberation Front
00
13.2.2012, 09:27
Ja ehh

ich finde auch, daß der gekündigte Arbeitnehmer dem Arbeitgeber gegenüber schadenersatzpflichtig sein sollte.
Aber wie erklären wir das der Gewerkschaft :-)

netoli
20
13.2.2012, 09:23
.. und wieviele Jobs haben sie schon geschaffen!

lassen sie mich raten: 0

Sie haben wohl keine Ahnung was ein AG für ihren Job alles zahlen muss.

Da bleiben sie doch lieber beim AMS

redbull1970
00
13.2.2012, 08:35
Beispiel Invaliditätspension

Wenn die befristete Invaliditätspension jetzt zum Rehabilitationsgeld wird, wandern die Kosten von der Pensionsversicherung zum AMS. Und wie soll dabei eine Einsparung zustande kommen? Es ist wahrscheinlich wie so oft nur eine Verlagerung...

Martin Brunner
00
13.2.2012, 06:24
und um wieviel wird die parteienförderung gekürzt??????

immerhin kassieren die parteien im bund, land und gemeinde .... und das am meisten in allen oecd-staaten...

uuups .. geht ja nicht - sonst kann man ja dem scheff keine rolex mehr kaufen ....

J. Reichhart
41
13.2.2012, 06:19
hundstorfer lebt in einer parallelwelt -

zuviele buffetts auf steuerzahlers kosten benebeln schon mal die birne!

blecha ist sowieso ein zombie, der eigentlich im häfn brüten sollte und nicht - mit mehrfachpension und dienstwagen - die pensionisten dauern in ein schlechtes licht rücken sollte.

so wird das nichts. wir sind auf dem weg nach athen.

Franz Kohlegger
11
13.2.2012, 01:28
Wir leben (wie Griechenland) ueber unsere Verhaeltnisse

Griechenland hat ein grosses Beamten und Pernsionsproblem. Zuviele bekommen zu viel und zu frueh. Manche sogar nach dem Tod. Das Geld des Staates wird nie ausgehen, dachten sie, und griffen ins Volle.

Oesterreich ist aehnlich. Man griff ins Volle, im Proporz. Darunter leiden wir noch hundert Jahre. Moegen die Politiker und der teure Bundespraesident es geniessen.

Lupo71
00
18.2.2012, 14:37
Nehmen Sie mich bitte aus.

Ich habe in keinster Weise über meine Verhältnisse gelebt. Ich werde aber von Politikern regiert die weit über Ihre Verhältnisse leben und handeln und dafür sorgen, dass Ihre Klientel getrost weiter über Ihre Verhältnisse leben kann
lg

korruptes Gsindl
35
13.2.2012, 00:16
Frage: Wollen uns die vollkommen verarschen?

Österreichischer Bundespräsident: Jahresgehalt von 319.872 €

Damit ist der Präsident vom kleinen Österreich der bestverdienenste auf der ganzen Welt!

US Präsident: umgerechnet 270.000€,Sarkozy(Frankreich):240.000€,Medwedew(Russland):90.000€

Und dann schreiben sie, das der "arme" Heinz Fischer 4025€ weniger bekommt!!!

ORF Chef Wrabetz: Jahresgehalt 350.000€!!! muss im jahr auf 5000€ verzichten der Arme! Na wir werden ein Spendenkonto für die "armen Reichen" einrichten!
Das kann doch alles nicht mehr wahr sein,....und das nennt man in Österreich dann:

SOZIAL AUSGEGLICHEN

DIE POLIT AASGEIER MÜSSEN NULL - NICHTS BEITRAGEN !!!!

WIE VIEL VERLIERT HERR TAUS und VRANITZKY ??

Graf Bobby
00
13.2.2012, 10:05

Mit verlaub, Ihre Vergleiche sind lächerlich. Glauben Sie, dass Medvedev von den 90 000 für seine Rente spart. Sein Vorgänger Putin gehört zu den reichsten Russen. Obama? Der verdient nach seiner Amtszeit mit 2 Vorträgen mehr als der Bundespräsident.

Tango Korrupti1
16
12.2.2012, 23:34
Liebe Gewerkschaft, wo lebt ihr den????? WIE VIELE PENSIONEN BEKOMMT ein POLITIKER ???

z.B.Wolfgang SOBOTKA WIRD BEKOMMEN:
als AHS-Lehrer eine Lehrerpension … 6000 Euo
als Landesrat… 18.000
als Stadtarchivar……. 3000 Euro
als Leiter der Musikschule …..5000 Euro
als Landeshauptmann Stellvertreter 20.000
ALSO WIRD er 34.000 Euro Pension bekommen
So wie der Herr Khol! ??? !!

Liebe Gewerkschafter warum fragt ihr nicht EURE Mitglieder ob das ok ist? ODER casht der Herr Neugebauer SPÄTER ebenfalls als *Lehrer *Nationalrat *Gewerkschafter ebenfalls mindestens DREI PENSIONEN?

sacrahaxn
00
13.2.2012, 09:36

6000 € Lehrerpension? Woher haben Sie den Schwachsinn? Das wäre ja mehr als aktive Höchstbezug in der höchsten Dienstklasse.

ewi45
00
13.2.2012, 06:48
@tango korrupti1

die gewerkschaft wird da kaum was verändern können.
diese herrlichen pensionen beruhen auf sonderverträge.
z.b. ein konzern kann mit einem manager eine gehaltsregelung plus sonderleistungen ect..aushandeln nach belieben.
soweit mir bekannt, gibt es sonderverträge wo auch immer.

el ka
21
12.2.2012, 23:26

"forcierte Steigerung der Höchstbeitragsgrundlage für ASVG-Versicherte"

warum nicht überhaupt aufheben?
ich bin von der steigerung betroffen, aber knapp... und seh nicht ein, warum leute mit dem 10fachen einkommen immer noch genausoviel oder unbedeutend mehr als "Normal"-Gutverdiener bezahlen

Gegen Studiengebühren kämpfen!
00
12.2.2012, 23:11
Schlechte Erfahrungen mit Pensionsreformen?

Kein Wunder, dass die Regierung einen feigen Taschenspielertrick anwendet: Fünf Kabinette unter Kanzler Franz Vranitzky brauchte es, um 1996 die Gewerkschaften in die Knie zu zwingen und eine Pensionsreform durchzuboxen. Beim Versuch, die sog. »Pensionsautomatik« durchzusetzen, zerbrach 2008 die rot-schwarze Koalition unter Alfred Gusenbauer am Widerstand der Gewerkschaften.

http://www.linkswende.org/5647/Spar... ustricksen

ewi45
00
13.2.2012, 07:17

die rot-schwarze regierung, unter alfred gusenbauer, ist aufgrund der schwarzen, verhinderer, bzw. NEIN sagerpartei nicht regierbar gewesen.
gusenbauer bekam deshalb probleme in seiner partei.
in der spö basis, wurde gusenbauer ein schlechtes durchsetzungsvermögen vorgehalten.
übrigens, unter schüssel kam die pensionsreform.
also wegen der obgenannten hinweise, hat sich die rot-schwarze regierung damals aufgelöst.

Gegen Studiengebühren kämpfen!
00
13.2.2012, 23:52
Sparpaket 1996 und Gusenbauer 2006-2008

1. Stichwort Kabinett Vranitzky V: "Pensionistenbrief" (vor der Wahl 1995 hat er versprochen, die Pensionen nicht zu kürzen, 1996 dann das Sparpaket: Pensionen werden nicht mehr im Voraus, sondern im Nachhinein bezahlt, Schulzeiten müssen teurer nachgekauft werden, erschwerter Zugang zur Invaliditätspension, Nulllohnrunde für Pensionisten im Jahr 1997)

2. 2006 versuchte Gusenbauer vor den Wahlen den Einfluss der Gewerkschafter in der SPÖ zurückzudrängen und schloss Spitzengewerkschafter vom Nationalrat aus (sollten zukünftig kein Mandat mehr erhalten). Er verliert zunehmend die Kontrolle über die Partei, scheitert schließlich an der Durchsetzung der Pensionsautomatik (Regierungsbruch 2008). Auch Gusenbauer schrieb einen Pensionistenbrief.

ewi45
00
14.2.2012, 06:09

ok, vranitzky wandte sich per brief an die pensionisten und beabsichtigte seine versprechen einzuhalten.
aber schwarz-blau löste vranitzky ab und die pensionisten wurden total vernachläßigt. die pensionen wurden wegen teurer überziehungszinsen für pensionisten eingeführt und seitdem sind die pensionsgelder per ersten des monates verfügbar.
gusenbauer wollte die doppelfunktionen bei politiker berechtigt einstellen. klar,da hat er sich bei seinen "freunden" auch nicht beliebt gemacht.
die spö und övp waren mit den mandaten ziemlich gleich stark, dehalb konnte sich gusenbauer gegen die schwarze NEIN sagerpartei nicht durchsetzen.
diese tatsachen sollte man nicht übersehen!

ewi45
00
14.2.2012, 05:32
gegen studiengebühren kämpfen!

rari
19
12.2.2012, 20:06
Österreich ist eben anders...

...in den anderen europäischen Ländern haben die Arbeiter und Angestellten längst begriffen, daß sie bei der Krisenschröpfung die nächsten sein werden. Dort gibt es deshalb auch den Begriff "Solidarität". Hier jauchzen sie vor Freude, daß es derzeit die am österreichischen Pranger stehenden Berufsgruppen, wie Polizisten, Feuerwehrmänner und Krankenschwestern etc. und Bevölkerungsschichten, wie rausgemobbte Frührentner. Österreich war und ist eben anders als andere Staaten, das hat schon die Geschichte und deren Geister, die es hervorgebracht hat, bewiesen. Das geht von der Einstellung zu Bildung bis zu den hochbezahlten Meinungsmachern.

LL MM
03
12.2.2012, 22:01

Ist doch schön, wenn die Kleinen und noch Kleineren sich gegenseitig die Schädel einschlagen. So haben die Meinungsmacher wenigstens das Gefühl der Macht, wenn schon ihre Blattln qualitätsmäßig nix mehr hergeben.

drwestbahn
01
12.2.2012, 20:35
Nur das Bundesheer?

Wenn ich das durchrechne - eine Nulllohnrunde und eine Anpassung von 1% im zweiten Jahr - erhalte ich bei einer Inflationsrate von über 3% pro Jahr eine Kürzung ALLER Gehälter im öffentlichen Dienst von mehr als 5%.

rari
00
12.2.2012, 21:35
Entschuldigung !

die Staatsdiener beim Bundesheer stehen ja neben allen anderen (Krankenschwestern, Feuerwehleuten, PolizistInnen) ebenfalls am Pranger. Nur die Verursacher Ihrer Misere sind sicher nicht die Pensionisten.

drwestbahn
00
12.2.2012, 20:37

Sorry, sollte eigentlich ein eigenständiges Post werden.

rari
01
12.2.2012, 19:42
Vorschlag...

diejenigen, die von sozialer Gerechtigkeit reden, sollten prinzipiell keine Krawatten tragen. Warum ? Weil man sie dann nicht so leicht über den Tisch ziehen kann.

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