Verkehrsproblem bei Neubausiedlung

Stadtrand und Stauraum

Kommentar | 12. Februar 2012, 18:05

Stadt- und Raumplaner sollten dafür sorgen, dass neue Wohnungen nicht auch mehr Autoverkehr bedeuten

Zum Wohnen am Stadtrand haben viele Menschen nur zwei Meinungen: Entweder sie sehen es als Ghetto des Grauens oder träumen von der trauten Gemütlichkeit im Grünen. Was auch immer der Fall ist, eines ist sicher: Neue Wohnungen bedeuten Verkehr. Genauer: Autoverkehr. Denn gearbeitet und eingekauft wird dann doch dort, wo man nicht leben will oder aufgrund höherer Kosten nicht kann.

Ein aktuelles Beispiel bietet der Süden Wiens: Dort sollen 450 neue Wohnungen errichtet werden. Die neuzugezogenen Autos sollen aber über eine jetzt schon aufgrund des Pendlerverkehrs aus Niederösterreich überlastete Straße rollen, fürchten Bürger. Den Montagmorgen wird man in diesem Fall dann mit dem Einatmen der staubedingten Abgaswolke verbringen können.

Nun sei jedem und jeder vergönnt, außerhalb von dichtverbautem Gebiet zu leben. Allerdings ist es Aufgabe der Stadt- und Raumplanung, dafür zu sorgen, dass dieser Wohnwunsch nicht zu immer mehr Individualverkehr führt. Verkehr, der die Umwelt belastet und für den auf Kosten der Allgemeinheit dann wieder neue Straßen gebaut werden müssen.

Nötig wäre daher ein noch viel stärkeres Augenmerk auf die Anbindung an den öffentlichen Verkehr - und der Mut, im Zweifelsfall die zulässige Anzahl von Wohnung zu begrenzen. Damit der Stadtrand nicht zum Stauraum wird. (DER STANDARD-Printausgabe, 13.2.2012)

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Posting 1 bis 25 von 31
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01052004
20
13.2.2012, 18:00
passiert nicht nur in den randgebieten:

wien hauptbahnhof-areal: geplante zigtausende wohnungen - ein gürtel/tangentenauffahrt
dazu kommt der neue3 stadtteil "eurogate": nochmals ein paar taisend neue bewohner: weiterhin 1 gürtel = 1 tangentenauffahrt
(vom jetzt zu erschließenden gebiet hinterm arsenal sag ich noch gar nix)

und bitte nicht mit öffis kommen: für derart viele bewohner exisitiert bestenfalls eine viel später fertiggestellte u-bahn und vielleicht der eine oder andere in langen intervallen verkehrende bus - also nix wirklich mobilitätsfreundliches...

da haben doch die stadtplaner glatt die mobilität der künftigen bewohner unterschätzt bzw nicht berücksichtigt...

1116er
00
13.2.2012, 14:29
eine win-win-situation.

je länger man im stau steht, desto weniger benötigt man seine wohnung, desto kleiner kann sie ausfallen, desto weniger fläche muss zubetoniert werden.

lasst die speckgürtelflüchtlinge im unendlichen stau stehen. sich überall die rosinen rauspicken ist eine frechheit gegenüber den anderen, die den preis für den kuchen zahlen.

. g.bac
00
13.2.2012, 22:30
noch eine dose selbstmitleidi

komm schon, erzähl österreich wie grausam es ist, sich auf ander leute kosten die ubahn finanzieren zu lassen.

richtig tragisch ist es, und wenn jetzt noch die jahreskarte auf kosten der autofahrerer verbilligt wird, wird es ja noch dreimal härter.. das leben.

sleepyc
01
13.2.2012, 11:50
gefragt wären also die

politkerInnen, die baugenehmigungen für solch große projekte ausnahmslos nur noch erteilen dürften, wenn ein ein entsprechendes verkehrskonzept erarbeitet wurde.
was spricht dagegen, die gesetzeslage so anzupassen, dass die inverstorInnen schon bei der planung die errichtung und den betrieb einer vernüftigen öffentlichen anbindung z.B. in die betriebskosten einpreisen.

Baerald
00
13.2.2012, 12:15
Politiker erteilen aber keine Baugenehmigungen;

zumindest nicht in Wien...

FatFaceRicky
00
13.2.2012, 17:58

Aber sie erstellen den Stadtentwicklungsplan(der allerdings eh ständig nur ignoriert wird) und nehmen erheblichen Einfluss auf die Flächenwidmungs- und Bebauungspläne.

Baerald
00
14.2.2012, 09:52
Das stimmt - und Sie haben Recht: das ist ein großer Jammer...

Übrigens sorgen diese Damen und Herren auch immer wieder dafür, dass Bauvorhaben qua "Interventionen" schneller und Ausnahmen leichter bewilligt werden. Und natürlich, dass die Einhaltung von Auflagen nicht gar so streng überprüft wird; leider...

vito don´s schwester
00
13.2.2012, 15:46
wer den?

Baerald
00
14.2.2012, 09:51
Beamte, schlicht und ergreifend Beamte...

= das "Fußvolk" der Damen und Herren Politiker.
Schaun Sie sich mal an, wer einen Baubescheid in Wien unterschreibt - nicht der Bürgermeister oder der Wohnbaustadtrat, sondern schlicht und ergreifend ein "normaler Beamter"...

sleepyc
00
14.2.2012, 11:49
ja - war unpräzise.

die politiker geben den rahmen vor.
die beamten "exekutieren".

es ging mir mehr um den rahmen...
ihr punkt.

Baerald
00
14.2.2012, 12:25
Danke - aber ich würde das eher sportlich sehen.

Noch dazu, wo viele Politiker da eh viel zu oft ihre Finger drin haben (s. mein Posting weiter oben)...
So gesehen stimmt, dass der Beamte unterschreibt - aber der Politiker eigentlich die Fäden dahinter zieht...
Also: Unentschieden!; einverstanden? ;-)

Ausgeflippter Lodenfreak
10
13.2.2012, 11:21

Wien ist eine Millionenstadt die sich zum Glück weiterentwickelt und wächst. Ein weiteres Glück ist, dass wir die Idee Wohnsilos (z.B. Rennbahnweg, Großfeldsiedlung, Schöpfwerk, usw.) der 70ern hinter uns gebracht haben.
Öffentlicher Verkehr hat viele Nachteile die aber in zentralen Lagen aushaltbar sind, in der Peripherie kommen aber meist die sehr begrenzte Frequenz und die Nicht-Verfügbarkeit am Abend und Wochenende dazu. Wenn nichts fährt muss man sich Alternativen suchen.

leser 4712
00
13.2.2012, 10:16
stadtrand und stauraum

den stauraum gibt es ja mittlerweile nicht nur durch menschen, die am stadtrand leben. einfahrtsstraßen, die dem verkehrsaufkommen der 60er rechnung getragen haben, passen im mobil-sein-geforderten 2012 eben nicht mehr. als betroffener im umliegenden land beobachte ich, jeder haushalt braucht seine zwei bis drei autos (!), oft mit wiener kennzeichen. bus/s-bahn benutzen die zuletzt zugezogenen nur äußerst ungerne.
ein weiteres problem ist auch, die stadtrandstruktur ist einfach nur "schlafstätte", zu wenig (attraktive) arbeitsplätze, und "auspendeln" wird quasi unumgänglich. (wie gerne würde ich per rad zur arbeitsstätte fahren... 20 und mehr km in eine richtung sind mir dann aber doch zu stressig!)

/. nerd
 
66
13.2.2012, 09:20
Autoverbot im sozialen Wohnbau

Wer öffentliche Unterstützung bei einem Grundbedürfnis wie Wohnen benötigt, hat sicher kein Geld für unnötigen Luxus wie Autos zu verschenken.
Noch dazu dann, wenn dieser unnötige Luxus eine gigantische Belastung jener Öffentlichkeit darstellt, die einem ein günstiges Dach über dem Kopf zur Verfügung stellt.

Das wird zwar die Probleme in Rodaun, Perchtoldsdorf, Breitenfurt und Co. nicht lösen, weil man dort im "echten" Speckgürtel selbstverständlich frei finanziert wohnt. Aber für die "armen Leistungsträger" dort gilt, dass sie absichtlich in eine Gegend ziehen, wo zwei Autos pro Person als Durchschnitt gelten.

In der Stadt könnte diese einfache Maßnahme riesige Verbesserungen bei der Lebensqualität bringen.

sleepyc
00
13.2.2012, 11:53
das wollten sie dann -wie genau- exekutieren?

parkverbote rund um gemeindebauten?
bedingung für das bewohnen-dürfen einer gemeindewohnung ist der nachweis des nichtbesitzes und der der nichtbenutzung eines automobiles?

/. nerd
 
11
13.2.2012, 12:48

Ja, der Mietvertrag enthält eine Bedingung, die dem Mieter und allen Angehörigen seines Haushalts den Besitz von Kfz verbietet.

Zusätzlich erhalten die betroffenen Adressen einen Vermerk, der die Zulassungsstellen darübher informiert, dass die Zulassung eines Kfz mit diesem Wohnsitz nicht möglich ist.

. g.bac
23
13.2.2012, 14:17
warum so halbherzig?

jeder, der im sozialen wohnbau wohnt, muss monatlich seine ausgaben offenlegen, rauchen-alkohol-fettsucht, sowie auslandsreisen erhöhen sofort die miete.

wenn schon blockwart, dann gleich gscheit.

es ist ja auch nicht so, dass die überwiegende mehrheit der österreicher aufs auto angewiesen wäre. willkommen im nerd-ghetto ;-)

sleepyc
22
13.2.2012, 12:51
eine, gelinde gesagt,

menschenverachtende idee.

/. nerd
 
42
13.2.2012, 13:18

Menschenverachtend ist es, eine Stadt für Autos statt für Menschen zu konzipieren.

Und nein, die Voraussetzungen für den Anspruch auf sozialen Wohnbau so zu setzen, dass man jenen, die sich ein Auto leisten können, sagt, ohne Auto reichts auch für eine frei finanzierte Wohnung, ist nicht menschenverachtend.

Karl-Napp-mit-der-Batschkapp
10
13.2.2012, 10:22
Wie kommen Sie darauf,

daß es sich bei den Wohnungen an den ehemaligen Perlmosergründen um sozialen Wohnbau handelt?

Die Wohnungen werden wohl, wie auch auf den Liesinger Brauereigründen, durch die Wien-Süd oder eine andere (rote) Genossenschaft errichtet werden. Und seit wann können sich sozial Schwache eine Genossenschaftswohnung leisten?

tablespace65
10
13.2.2012, 08:57
Und wer ist der Ersteller/die Erstellerin dieses Kommentars?

1) Es würde die "Quadratur des Kreises" bedeuten zu glauben, man könne neuen Wohnraum außerhalb des städtischen Kerngebietes schaffen, ohne dadurch gleichzeitig neuen MIV zu generieren! Die Idee des "autofreien Wohnens" kann logischerweise nur dort fuinktionieren, wo es bereits eine gut ausgebaute Infrastruktur (allen voran ein gutes ÖV-Angebot) gibt.

2) Die "Befürchtung", dass es jetzt durch den Bau von 450 neuen Wohnungen zum "großen Verkehrskollaps" kommt, klingt leider sehr stark nach einem offensichtlichen Partikularinteresse! So nach dem Motto: Ich wohne schon seit Jahren in dieser - bis jetzt - immer ruhigen Gegend. Es darf doch nicht sein, dass jetzt plötzlich neue Anrainer dazukommen, die auch mit dem Auto fahren wollen...

Dimple
05
13.2.2012, 10:57
Es ist dort eine ganz spezielle Situation

1. Aus dem Kaltenleugebenertal führt eine enge Strasse, die derzeit, speziell an der Einmündung in die Hochstrasse schon überlastet ist.
2. Da die daran folgenden Strassenzüge in Wien (Kreuzungen Hochstrasse-Ketzergasse, Ketzergasse-Perchtoldsdorferstrasse und Ketzergasse-Brunnergasse) ebenfalls überlastet sind - speziell nach der Besiedelung der Brauerei-Liesing, wird sich der Verkehr noch mehr in die Umliegenden Wohngebiete, speziell in Perchtoldsdorf ergiessen
3. Ja: Es ist ein Partikularinteresse, wenn die Wohngebiete eines Ortes wie Perchtoldsdorf nicht vom Verkehr von Wien und nach Wien überflutet werden wollen.

lg
Dimple

smea_gol
13
12.2.2012, 22:08

ein Tal weiter: Kalksburg, mit zwei hübschen Torbögen versehen, kommt unter die Räder. In Breitenfurt wird gebaut, und gebaut und gebaut. jeden morgen stauts sichs richtung alterlaa, triesterstraße, liesing wie irre.

Einlenken vom Breitenfurter Bürgermeister: njet.
Wien kann nix machen, denn das ist außerhalb der Landesgrenze.

Wir reden hier vom klassischen Problem der peripheren Regionen.

Hauptsache im grünen wohnen, alles andere ist egal: Das ist finde ich, eine ziemliche ego-ansicht.

. g.bac
20
13.2.2012, 08:09

also sie wohnen dort, weils schön grün ist, sie fahren mit dem auto weils schön bequem ist.

aber wenn andere rausziehen dann können sie deren ego-ansicht nicht verstehen.

ich auch nicht ;-)

smea_gol
01
13.2.2012, 10:47

ich habe lange draußen gewohnt. weil meine eltern vor 30 jahren raus gezogen sind in einen bestandsbau, mehrgeschossigen wohnbau.
. "raus" ist relativ. von rodaun nach kalksburg (800 meter weiter). Muttern kommt aus Mödling, was auch ned weit weg ist. ich bin also weit weg von dem speckgürtelemigranten, den sie mir da vorwerfen.

ich habe lange geflucht, wegen wenig zentrischer nähe....
jetzt wohne ich in einem gemeindebau, verdichtet in wien, habs nett, und wenn ich ins grüne will radle ich raus.

mein öko-fussabdruck jeden tag: 2 straßenbahn- und ubahnfahrten, oder weniger, weil mit rad unterwegs.

stänkerns wen anderen an. oder auch: werfens ned mit steinen wenns keine ahnung haben.

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