Nachlese

Wölfe in Italiens Dörfern, Schnee im Kolosseum

12. Februar 2012, 17:55

Schnee südlich von Sizilien, Schulen bleiben geschlossen

Skilangläufer an den Stränden von Riccione, Kettenpflicht in Rom: Der Winter spielt in Italien verrückt. Am Wochenende haben neue Schneefälle und arktische Temperaturen von Venedig bis Kalabrien das Land ins Chaos gestürzt. Mehrere Autobahnen mussten gesperrt werden, 1300 Kilometer Schneefahrbahn erschwerten das Fortkommen.

In Rom, wo es erneut schneite, wurde die Hälfte aller Flüge annulliert. Viele Züge fielen aus. In den Marken und Abruzzen, Emilien und Kampanien wurden mit drei bis vier Metern die ergiebigsten Schneefälle seit Menschengedenken verzeichnet, zahlreiche Orte können nicht erreicht werden. Die Zahl der Toten ist auf mehr als 50 gestiegen.

Minus 20 Grad

Am Wochenende schneite es auch an den Stränden Sardiniens und auf der Insel Pantelleria südlich von Sizilien. Zwei Frauen starben, weil die Ambulanzwagen im Schnee steckenblieben. In der Provinz L'Aquila musste eine eingeschneite Familie mit kleinen Kindern sechs Tage auf Hilfe warten. Viele Orte sind ohne Strom und Wasser.

Die Temperaturen von bis zu minus 20 Grad haben in der Landwirtschaft viele Ernten vernichtet und enorme Schäden angerichtet. Die Auslieferung von Frischprodukten ist um 40 Prozent gesunken. 10.000 Tiere sind verendet, Ställe und Treibhäuser wurden durch den Schnee eingedrückt.

Schulen geschlossen

In zahlreichen Städten sind Schulen und Ämter seit einer Woche geschlossen. In Rom herrschte nach dem Verkehrschaos der vergangenen Woche Kettenpflicht. Innerhalb von zwei Tagen wurde eine Million Schneeketten verkauft - teilweise zu stark überhöhten Preisen.

Die kampanische Bergregion Irpinien, wo bis zu vier Meter Neuschnee fielen, hat um Ausrufung des Notstands ersucht. In den Abruzzen verendeten zahlreiche Wildtiere. Hirschrudel suchten in Dörfern Zuflucht und Nahrung, in Bergdörfern tauchten Wölfe auf. In Triest sorgte die Bora mit 170 Kilometern pro Stunde für völlig vereiste Straßen. (Gerhard Mumelter aus Rom, DER STANDARD-Printausgabe, 13.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 30
1 2
ja natürlich
95
13.2.2012, 10:56

wann kommt jetzt endlich dieses Global Warming?

Karl Labruni
02
17.2.2012, 17:13
Ist schon da!

zweyenstein
 
46
13.2.2012, 11:14
wieder einer,

der es nicht kapiert hat.

finne - never wash out the blue and white
10
14.2.2012, 13:29

ich glaub eher zweyterer hat was nicht kapiert :P

Rumo von Zamonien
00
13.2.2012, 08:57

Die Hunzis wollten halt an einen Kamin.
Verständlich.

Fritz Meyer
01
13.2.2012, 08:49
Wölfe in der Politik...

Wölfe in den Dörfern.

Sibirische Zeiten!

Kalypso
00
13.2.2012, 08:12
Der höheren Macht ist der Mensch hilflos

ausgeliefert.
Mir tun die Menschen leid, die für dieses extreme Wetter nicht gewappnet sind und frieren müssen und auch die Tiere, die kein Futter finden.

Gefreut hätte es mich allerdings, wären die Firmen so menschlich gewesen und hätten bei den Schneeketten vorübergehend auf ihren Profit durch überhöhte Preise verzichtet!

Girgl Galgenstein
00
14.2.2012, 13:40
Ich glaube

Sie haben eine recht unrealistische Vorstellung von den Profitraten der Unternehmen. Nach Abzug der Unkosten sind die meisten Unternehmer froh, wenn Sie über 5% Rendite kommen. Die Fixkosten sinken übrigens nicht wenn die Umsätze geringer werden, sie verteilen sich nur auf weniger Produkte.

Kalypso
00
14.2.2012, 15:19
Mag sein, dass ich eine unrealistische Vorstellung

vom Gewinn der Geschäftsleute habe, aber aus der Not der Menschen zu profitieren, das würde MIR schwer fallen.
Fazit: Zum Geschäftsmann muss man geboren sein, ICH bin es nicht!

ramshackle
00
13.2.2012, 06:48

vergleichsweise nette überschrift für die katastrophen, die sich dort momentan scheinbar abspielen.

meisterroda
15
13.2.2012, 00:05
die toscana ist reif für die eisweinernte!

the_great_cornholio
11
12.2.2012, 23:42

boah, ich freu mich schon sooo sehr drauf, zu ostern zum wintersporteln nach mittelitalien zu fahren; oben meterweise schnee, unten 20°C; das wird ein traum!!!

alla riscossa
00
12.2.2012, 22:55
kurzfassung

der katastrophensituation, in allen details noch viel schlimmer!

el campesino
00
12.2.2012, 22:26
dass die mafia jetzt auch schon schneeketten verkauft...

alla riscossa
00
12.2.2012, 22:54
die verkauft alles, was geld bringt!

CEEIT
03
12.2.2012, 21:41
Uns kommen hier im 23. auch jede nacht die Füchse besuchen

und freuen sich über ein paar rausgestellte Reste.

oblomow II
01
13.2.2012, 10:47
so sehr ich Ihre tierliebe verstehe

so ist das doch nicht sehr gscheit, weil Sie die armen füchse anlocken und als folge davon irgendwelche angsthasen in Ihrer umgebung demnächst nach dem jäger greinen ...
Sie erziehen die armen zum selbstmord.

kakophobikerin
00
18.2.2012, 19:37
selbst im prater

hab ich schon rehe und füchse gesehen. ur lieb. :) wer sollt sich vor füchsen fürchten..? kann ich mir nicht vorstellen.. die sind ja total klein und herzig.

Zitronenbaum
00
13.2.2012, 13:23

Du wärst überrascht wie viele Wildtiere in Städten leben. So ein Fuchs ist da ganz normal. :)
Hier gibts auch zahlreiche Raubvögel, die gerne Tauben fressen.

oblomow II
00
14.2.2012, 12:43
ja

ich bin jäger, allerdings wohn ich irgendwo hinter den 7 bergen zwischen fuchs und hase.

auch mich besuchen winters füchse allerdings füttere ich sie mit wurmmittel versetztem katzenfutter, weil ich angst um meine entwurmten katzen und hunde habe.

und nein, in meinem revier wird kein raubzeug gejagt, was unter reviernachbarn für böses blut sorgt, aber das ist mir wurscht. ...

CEEIT
02
13.2.2012, 11:55
die werden nicht extra angelockt. Die sind schon seit jahren da

und sind jede Nacht hier auf Tour. Nur jetzt werden sie halt gefüttert.
In Mauer sind wir das gewohnt und niemand ruft hier nach dem Jäger.
Hier sehen Sie schon seit Jahren viele Tiere aus dem Wienerwald.
Vor 2 Jahren hatten die Füchse sogar einem Bau in unserem Garten.

der burli
06
12.2.2012, 18:04
wahnsinn. die leut in den schnee-ungewohnten regionen tun mir echt leid. die sind nicht ausgerüstet, hilflos...

so so ....
00
13.2.2012, 10:28

Italien ist überwiegend Berg- oder sogar Gebirgsland, auch wenn unsere Intuition uns etwas anderes suggeriert. Natürlich sind die Küstenstreifen etwas anders.

Aber gerade der Appenin in Mittel- und Süditalien bietet im Winter härteste Witterung. Problematisch ist derzeit die Dauer des Frostes, ganz wie bei uns und infolgedessen der Mangel an extremer Ausrüstung.

der burli
00
13.2.2012, 11:27

allein was die an geplatzten wasserleitungen haben müssen....

hirn mit zwei eiern
018
12.2.2012, 18:13

geh bitte...4 METER!!!!

ich war vor kurzem in obertauern, da waren keine 3 meter und es war das reinste chaos.

versuch dir mal auszumalen was in wien los ist wenn dort ein meter schnee liegt. und dann extrapolier das auf ein italienisches dorf wo es alle 10 jahre schnee gibt.

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