Akte KHG

Zu Besuch bei Karl-Heinz Grasser

Günther Oswald, 12. Februar 2012, 17:42
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    foto: apa/hochmuth

    Grasser- Anwalt Manfred Ainedter informierte am 26. Mai 2011 die wartenden Journalisten im Eingangsbereich einer Grasser-Firma. Dass diese über die Hausdurch- suchungen Bescheid wussten, wertet er als Amtsmissbrauch durch die Justiz.

Die Justiz sieht keinen Amtsmiss­brauch rund um die Hausdurch­suchungen, in frühzeitiger Medien­information aber eine "fehlerhafte" Einschätzung

Wien - Für die Justiz war der 26. Mai 2011 ein Großkampftag. An zehn Privat- und Firmenadressen in Wien, Kärnten und Tirol führte die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Finanzstrafverfahren gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser Hausdurchsuchungen durch.

Da Journalisten schon in den Morgenstunden, also noch während der Durchsuchungen, informiert wurden, brachte Grasser Klagen wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch gegen mehrere Justizvertreter ein, unter anderem den Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Wien. Er beklagte sich darüber, dass seine Wohnung in Wien durch Kameraleute, Journalisten und Fotografen belagert wurde und seine Haushälterin sowie sein Stiefsohn das Gebäude nicht mehr verlassen konnten, ohne fotografiert oder gefilmt zu werden. Der Antrag wurde nun von der Staatsanwaltschaft Innsbruck (an die das Verfahren übertragen wurde) abgelehnt, teilte Grassers Anwaltskanzlei Ainedter & Ainedter dem Standard mit.

Angesichts der Einstellungsbegründung hat man allerdings einen Fortführungsantrag eingebracht. Die Tatsache, dass die Medien bereits informiert wurden, als die Hausdurchsuchungen noch liefen, "ist retrospektiv betrachtet Ergebnis einer fehlerhaften Interessenabwägung im Anlassfall, da die Öffentlichkeit kein legitimes Interesse daran hat, laufenden Hausdurchsuchungen als Zuschauer beizuwohnen", schreibt die Innsbrucker Staatsanwaltschaft.

Für eine Anklage wegen Amtsmissbrauchs reicht das aus Sicht der Justiz aber nicht. Die Innsbrucker halten nämlich auch die Argumentation ihrer Wiener Kollegen für zulässig, die befürchteten, dass ohne Information der Öffentlichkeit "unsachliche mediale Spekulationen" entstanden seinen und außerdem die Hausdurchsuchungen ohnehin "nicht lange (genug) geheim" geblieben wären.

"Unter solchen Umständen ist es bei ermessensgemäßer Befugnisausübung vertretbar, schon während laufender Hausdurchsuchungen die Öffentlichkeit darüber zu informieren", so die Staatsanwaltschaft Innsbruck. Daher könne kein "wissentlicher Befugnismissbrauch" und auch kein Schädigungsvorsatz festgestellt werden.

Grassers Anwälte sprechen von einer "unrichtigen Gesetzesanwendung". Da objektiv der Tatbestand des Amtsmissbrauchs festgestellt worden sei, wird die Befragung weiterer Zeugen beantragt. Kritisiert wird von ihnen das Argument der Justiz, dass sich Hausdurchsuchungen nicht geheim halten ließen und eine Nichtinformation der Öffentlichkeit zu einer einseitigen Berichterstattung führen würde. "Diese Argumentation bedeutet - logisch zu Ende gedacht - die Kapitulation des Rechtsstaates", weil das Amtsgeheimnis ohnehin "erwartungsgemäß verletzt" werde, so die Kanzlei Ainedter. Nun ist die Justiz wieder am Zug. (Günther Oswald, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 13.2.2012)

Kommentar posten
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1 2
Cristoph Koch
00
17.3.2012, 12:24
Und das dem schönsten Arbeitslosen der Welt !

http://zwanzigtausendfrauen.at/wp-conten... ern_A3.pdf

;-)

blackie1
00
22.2.2012, 10:04

Der Sonnyboy gehört in U-Haft und zwar schnellstens,es besteht zumindestens Verdunkelungsgefahr!

1116er
04
13.2.2012, 15:08
das war behinderung!

denn durch die vielen medienvertreter rund ums haus, wurde der von khg selbst hinbestellte dominic heinzl an dreh eines adabei-bericht über die schönste perücke des landes gehindert!

karli will sehr wohl einen auftritt im orf um 19.40. aber in orf eins, verdammt nochmal!

Schanzentoni
22
13.2.2012, 12:08
Mich interessiert,

wer Staatsbedienstete von welchen Medien (Standard, Falter, etc.) wie viel Geld dafür bezahlt bekommen, damit ein Geheimnisverrat bzw. Amtsmissbrauch begangen wird.

Immerhin sind die Medien ja immer top informiert und den Beschuldigten einen Schritt voraus. Leider fehlt es aber allzuoft am juritischen Verständnis.

ta tü
00
14.2.2012, 09:48

so ist das, gell. da erdreisten sich die medien, über etwas zu berichten, obwohl journalistInnen gar keine juristInnen sind. ach gotterl...

Gerhard Grabner
11
13.2.2012, 11:46
Mein GOtt macht der ein Gejammer.....

...da kommen mir dioe Tränen!

ta tü
00
14.2.2012, 09:50

da der ainedter jetzt nicht mehr bei "wir sind kaiser" auftreten kann, muss er ja auf andere weise eine bühne finden.

uncle sam3
20
13.2.2012, 11:37
wenn die nicht

bald beweise finden, wird es peinlich für die justitz.

Kampfposter
10
13.2.2012, 10:34
Es gibt zwei Möglichkeiten einer Verurteilung!

Die rechtsstaatliche, mittels rechtskräftigem Urteil und die mediale. Ohne Urteil, ohne Berufungsmöglichkeit und außerhalb restsstaatlicher Grundsätze. KHG steht kurz vor letzterer! Obwohl mir der Typ persönlich wurscht ist, wir nur irgendwie!

ta tü
01
14.2.2012, 09:59

es gibt ja auch die politische verantwortung. wenn einer da so schlecht beurteilt wird wie khg, ist es für unsereins wurscht, ob der auch noch in den häfn geht oder nicht. traurig, dass schüssel & co bis zuletzt die feinen herren grasser, strasser, gorbach etc. in den himmel gelobt haben. wenigstens khol hatte ein fünkchen verstand.
hierzulande picken manche politiker sogar als vorbestrafte noch im parlament. von unserem steuergeld lebende sogenannte volksvertreter.

heri byrd
04
13.2.2012, 09:47

Goldene Zeiten für Ainedter & Ainedter.

blackie1
00
22.2.2012, 10:01
Vorbestrafte

Das gibts halt nur in Österreich, dass Vorbestrafte im Parlament sitzen. Es ist ja nicht zu fassen!!!!!

Gehoarg
29
13.2.2012, 09:18
interessant

dass die meisten postings genau 1 rotes Stricherl bekommen haben.
KHG ist offenbar schon munter.

ta tü
01
14.2.2012, 10:01

wenn der jetzt auch noch eine maushand kriegt, wird sein seitenblickeanwalt schmerzengeld von uns posterInnen verlangen.

Fritz Meyer
00
13.2.2012, 09:05
Der österreichische Journalismus wird ins tiefste Loch fallen...

wenn die KHG-Schlagzeilen eines Tages abreissen.

ta tü
00
14.2.2012, 10:03

na, das einlochen, in folge unter "lochgeschichten" abrufbar, wird aber schon auch ein bissl was hergeben.

verleih nix
05
13.2.2012, 09:45

viel schlimmer noch: die staatsanwaltschaft wird hunderte stellen abbauen müssen, wenn das alles abgeurteilt ist.

aber bis dahin gibts dann wieder die nächste schwarzblaue regierung...

einer123
00
13.2.2012, 09:37

da braucht man sich bei unsrer justiz aber keine sorge machen

Fritz Meyer
22
13.2.2012, 09:48
Doch!

Irgendwann ist alles verjährt. Darauf "arbeiten's" ja schon eifrig hin. ;)

HU
 
01
13.2.2012, 11:49
Zum millionsten Mal Verjährung gilt nicht

weil die Untersuchung schon läuft

realodox
00
13.2.2012, 11:27
ganz meyer, das posting. wenig Substanz, was wissen anbelangt.

Fritz Meyer
00
13.2.2012, 11:30
"realodox"

Da ist schon der Nick so fad und konfus wie das Posting.

realodox
00
13.2.2012, 11:33
göh, urfad göh.

Fritz Meyer
10
13.2.2012, 11:39
Du Ärmster.

Das Leben ist schon hart für euch ADS-Fälle.

HU
 
00
13.2.2012, 09:03
Also ich finde die Hausdurchsuchung wichtig

aber die Presserverständigung schon vorher total falsch - da will sich docho nur jemand ins Rampenlicht spielen, bringt für den Fall nichts, eher im Gegenteil

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