Lorbeer

Clemens Brentano Preis an Lyriker Alexander Gumz

12. Februar 2012, 17:14

Die Gedichte des Autors bezaubern laut Jury "durch eine rätselhafte Klarheit"

Heidelberg - Der mit 10.000 Euro dotierte Clemens Brentano Preis für Literatur der Stadt Heidelberg geht an Alexander Gumz. Er erhält den Preis für seinen Debüt-Lyrikband "ausrücken mit modellen" (kookbooks 2011), wie die Stadt am Freitagabend mitteilte. In der Begründung der Jury heißt es: "Die Gedichte von Alexander Gumz bezaubern durch eine rätselhafte Klarheit. Gekonnt changieren seine Verse zwischen Alltagselementen und einer imaginativen Fremde. Seine Gedichte klingen wie Songs aus der unmittelbaren Gegenwart."

Der 1974 in Berlin geborene Alexander Gumz studierte Germanistik und Philosophie. Er arbeitete als Redakteur und Literaturveranstalter beim Texttonlabel KOOK und für das "poesiefestival berlin". Außerdem ist er Mitbegründer des Festivals "LAN. Drei Tage junge Literatur und Musik in Berlin" sowie Mitherausgeber mehrerer internationaler Anthologien. Gumz veröffentlichte Gedichte und Nachdichtungen in mehreren Zeitschriften und Anthologien. Ausgewählte Gedichte wurden ins Englische, Polnische, Spanische, Persische und Slowakische übersetzt. Er erhielt unter anderem den Wiener Werkstattpreis für Lyrik 2002, war Stipendiat der Villa Decius in Krakau 2007 und des Berliner Senats 2010. "ausrücken mit modellen" ist sein erster Gedichtband.

Der Clemens Brentano Preis der Stadt Heidelberg wird seit 1993 jährlich im Wechsel in den Sparten Erzählung, Essay, Roman und Lyrik an deutschsprachige Autoren vergeben, die mit ihren Erstlingswerken die Aufmerksamkeit der Kritiker und des Lesepublikums auf sich gelenkt haben. Der Preis gilt deutschlandweit als einmalig, da die Jury sowohl mit professionellen Literaturkritikern, als auch mit Studierenden des Germanistischen Seminars der Universität Heidelberg besetzt ist. Der Preis wird am 22. Mai 2012 in Heidelberg überreicht. (APA)

Er, der über Floridsdorf wacht
02
12.2.2012, 19:35
Das Land der Dichter und Denker -

hat es gut: Es kann Dichter prämieren, die ein Gedicht, 'Eng umzäuntes Grün' genannt, so enden lassen:

hast du den herd in der küche angelassen
oder was ist das für ein geruch?

Man kann die Jury gut verstehen, wenn sie meint, so etwas 'bezaubert durch eine rätselhafte Klarheit' - wenn man bedenkt, dass sie offensichtlich sonst nur SMS-Gestammel liest.

Kommentar von Karl Kraus: 'Es ist schwer, keine Satire darüber zu schreiben.'

Weniger ist mehr.
00
13.2.2012, 14:33
Jetzt habe ich doch glatt versucht sei doppelzubrillantieren.

Allein schon zusätzlich wegen ihres Nicks.
Ich ändere meinen ja ständig, zwecks SecretTop.

cookieberlin
00
13.2.2012, 11:20

Ob die Klarheit immer rätselhafter oder die Rätselhaftigkeit immer klarer...die Begründung klingt ein wenig konstruiert.
Nun, die Provinz überschlägt sich gerne ein bißchen dabei, den poetischen Ausdünstungen eines Großstädters einen preiswürdigen Anstrich zu geben.
Wie auch immer, eine fünstellige Summe für Lyrik, davon hätte man in vergangenen Zeiten nur geträumt...schließlich läßt sich davon in Berlin schon ein Weilchen die Miete bezahlen.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.