Willingen

Absturz der ÖSV-Adler

12. Februar 2012, 16:54

Kofler verpasste im Gelben Trikot das Finale - Koch als Achter bester Österreicher, Schlieren­zauer nur 18. - Norweger Bardal mit Sieg zur Weltcupführung

Willingen - Die österreichischen Skispringer haben am Wochenende bei der Team-Tour in Deutschland als Titelverteidiger einen Fehlstart fabriziert. Nach dem zweiten Rang hinter Norwegen im Teambewerb am Samstag waren die ÖSV-Athleten im Einzelbewerb am Sonntag deutlich von den Podestplätzen entfernt. Zudem musste Andreas Kofler die Weltcup-Gesamtführung an den norwegischen Tagessieger Anders Bardal abgeben. Bestplatzierter Österreicher war Martin Koch als Achter.

Bardal feierte in dem hochklassigen Wettkampf mit Flügen auf 145,5 und 148 Meter seinen vierten Weltcupsieg, den dritten der Saison, und übernahm erstmals das Gelbe Trikot. Der 29-jährige Schützling des Tiroler Trainers Alexander Stöckl führt 58 Punkte vor Gregor Schlierenzauer (131/134,5), der im ersten Durchgang ein Opfer der wechselnden Bedingungen war und über den 18. Platz nicht hinauskam.

Auch für die Kollegen Schlierenzauers lief es nicht nach Wunsch. Am besten schlug sich noch Koch, der sich nach mäßigen Sprüngen im Teambewerb vorgenommen hatte, die Scharte auszuwetzen. Das gelang dem Vorjahrs-Zweiten ganz gut, mit 139 und 147 Meter lag er immerhin vor Vorjahressieger Severin Freund (GER), nützte aber im 2. Durchgang sein Potenzial nicht ganz aus.

Thomas Morgenstern (141,5/139,5) musste sich mit dem 13. Platz begnügen. Nicht weniger als vier Österreicher - Manuel Fettner als 31., David Zauner als 41., Kofler als 45. und der am Vortag noch krank gewesene Wolfgang Loitzl als 49. - verpassten das Finale der besten 30. In der mit 100.000 Euro dotierten Team Tour liegt Österreich nach zwei von fünf Bewerben mehr als 55 Punkte hinter Norwegen nur an vierter Stelle.

ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner sprach daher auch klar von einer Niederlage. "Das ist aber kein Beinbruch, man muss die Situation mit Anstand respektieren. Wir haben das Skispringen aber hier in Willingen sicher nicht verlernt", erklärte der Coach und kündigte vor dem nächsten Bewerb am Dienstag in Klingenthal Analysen an. "Es ist sicher nicht die angenehmste Situation, aber es ist nicht alles nur negativ", sagte Pointner und verwies darauf, dass man derartige Situationen gut für eine Weiterentwicklung nützen könne. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 68
1 2
Der-Herr-Karl
00
25.2.2012, 01:34
Der Beginn der Wandlung der ÖSV Adler zu Suppenhühnern....

bayer48
02
13.2.2012, 17:30
Liebe Nachbarn, muß schon sagen...

ihr habt aber Sorgen !!! Einmal nicht Pl. 1-3, schon gehts los in den Medien!

neueboeing797
04
13.2.2012, 09:59
Sackgasse !!

War ja eigentlich eine gute Idee, dass mit den Wind und Gatepunkten, ABER, wir sehen, das hilft alles nichts. Es ist unfair !!

Wie schon ein Poster unten erwähnt hat, kann man offensichtlich nur mehr unter Laborbedingungen ein faires Springen veranstalten. Ein kleines Lüfterl vorne od hinten und alles ist anders. DESHALB RÜCKRÜSTEN - weg mit der blöden Stabbindung, Skier max. Länge , z.b. 2m20, Breite der Ski reduzieren, Anzüge ohne Luftdurchlass, etc. Die Aerodynamik weitestgehend reduzieren, dann ist wieder der Springer gefordert. So ist das eine Lotterie.

norik
50
13.2.2012, 09:30

aber sauber versagt

die adler sind also doch nur spatzen

1000 Kopfläuse können nicht irren
01
13.2.2012, 11:30
Pfeifen Sie das vom Dach...

... oder aus dem letzten Loch?

Jhonny Noname
 
10
13.2.2012, 09:01
ui ui ui ... (schwerer Fehler im vorletzten Absatz!!!)

wieso sollen diese 4 Österreicher NICHT unter den besten 50 gewesen sein?

die3lustigen4
00
13.2.2012, 09:10
und das traurige ist, der Fehler

wurde anscheinend von allen Zeitungen von einer APA Meldung übernommen. Wie traurig....

NONE
13
13.2.2012, 08:38

Hmm. Ich habe früher Skispringen etc.. sehr stark mitverfolgt.

Aber das neue System mit den Windpunkten interessiert mich einfach nicht.

Ich kann mich mit ihm nicht anfreunden.

Und somit hat sich auch mein Interesse verloren.

Stephen Morrissey
12
13.2.2012, 09:36

am schlimmsten find ich immer noch, dass springer, die durch den wind benachteiligt sind, zwar "windbonuspunkte" erhalten, im schnitt aber immer schlechtere haltungsnoten bekommen, also so erst recht wieder bestraft werden.

beispiel: springer x hat viel aufwind, segelt über den k-punkt (fürs beispiel: 135 m), bei gutem telemark 18.5-19.0. springer y hat rückenwind, kann nicht weiter als 120 m springen, erhält 17.5-18.0, also 1.5-4.5 haltungspunkte weniger. dadurch werden die windbonuspunkte erst recht ad absurdum geführt.

el gonYo
00
13.2.2012, 22:06
haltungsnoten:

dynamik des sprunges. !!!

ein sprung bei schlechten verhältnissen ist nicht so dynamisch. der springer kommt nicht so gut und hoch von der kante weg und hat demnach eine nicht so ansehnliche flugphase (-0,5). telemarklandung ist am hügel nicht so anspruchsvoll wie im radius (-0.5). ausfahrt wird gleich bewertet. von dem her absolut nachvollziehbar ...

es ist nur bei perfekten sprüngen (loitzl 1. sprung in b'hofen 2009) möglich in keinem der 3 sektoren (flugphase, landung, ausfahrt) etwas abzuziehen.

ein sprung an die hillsize wird bei schöner telemark-landung, dynamischer flugphase, sowie sauberer ausfahrt bis zur grünen linie mit etwa 19,0 bewertet.

landet man vorm k-punkt ist es also nur logisch, daß max. 17,5-18,0 drinnen sind.

Stephen Morrissey
00
14.2.2012, 11:49

aber damit bestätigen sie mich ja: diese haltungsabzüge wiegen die windbonuspunkte ja dann quasi fast auf, also was bringt's?

el gonYo
00
15.2.2012, 18:19

lol. ohne bonuspunkte wär der punkteunterschied noch größer. sie wollen also, daß zwischen schlechteren verhältnissen bei welchen eine geringere gesamtpunktzahl möglich ist, als bei sprüngen mit guten verhältnissen, ein größerer Punkteunterschied besteht ???

die windpunkte gleichen genau diese ungerechtigkeit besser aus, als dies vor einführung dieser regel der fall war. was ist also schlecht daran. mehr windpunkte hergeben ist nicht der richtige weg, dann wirds zur lotterie. skispringen findet nun mal draußen statt und auf dauer sind trotzdem die besten vorne.

marc13
00
16.2.2012, 08:05

früher starteten alle springer vom gleichen gate.

wenn schlechte bedingungen waren, musste man abwarten.

heute lässt man alle springer bei fast allen bedingungen hinunter, da die jury meint, die plus oder minuspunkte können das wieder ausgleichen.

das ist aber nur bedingt der fall und das können die pluspunkte teiweise nicht kompensieren.

dann kommt nach dazu, dass die jury dazu neigt, die anlauflänge unwillkürlich zu ändern, dass manch ein springer von luke 8 springt und der andere aus luke 1, dann dreht sich der wind, und der springer aus luke 1 hat mit rückenwind null chance auch nur annähernd auf eine weite zu kommen,trotz pluspunkte.
und das neue material-vorallem die bindung ist extrem anfällig u. reagiert auf den kleinsten hauch

jah fathead
00
13.2.2012, 11:12

Das hab ich mir auch schon gedacht.
Ich finde es auch unlogisch das die Haltungspunkte von der Sprungweite abhängen.

Der Springer bekommt ohnehin schon die Punkte für die Weite.
Daher sollte die Wertung unabhängig von der Weite bewertet werden.

Andereseits ist ein Telemark bei 149m (in Willingen) sicher schwerer ist, als bei 120m (obwohl man dann den Telemark länger durchfahren muß).

der lange
00
13.2.2012, 16:20
genauso iditisch finde ich die muspunkte

wenn einer unter dr k-punkt weite bleibt, da gibts ebenfalls abzüge? wozu bitte, kann mir das einer erklären?

el gonYo
00
13.2.2012, 21:54

naja irgendwie muß man schon punkte berechnen.

k-punkt = 60 pkt.
+/- 1m = +/- 1,8 pkt. (1,2 beim fliegen)

grund dafür:
in etwa 50:50 aufteilung zwischen haltung & weite, damit der zuschauer mitbekommt, daß es nicht nur um weite, sondern genauso um die haltung geht.

Iwan Diwan Zahriman
00
13.2.2012, 08:42
stimmt

auch bei den kommentatoren des orf wird gefühlte 90% über das wetter geredet. um einges besser sind ard, zdf oder eurosport. aber trotzdem - viel zu viel technisches drum herum = uninteressant.

el gonYo
00
13.2.2012, 22:15

weils nach ausreden suchen beim orf und die kommentatoren keine ahnung haben und maximal nachplappern, was armin kogler oder andi goldberger sagen. wobei goldberger da eh nicht so schlimm ist und zum teil sinnvoll analysiert.

eurosport hat nicht nur experte siegmund, sondern auch der offizielle kommentator dirk thiele ahnung vom springen. leider manchmal zu sehr durch die schwarz-rot-goldene brille, aber nicht so schlimm wie beim orf-kommentar …

die3lustigen4
01
13.2.2012, 09:15
vorallem die reden ja gar nicht mehr wirklich

von Wind! Was ist denn da Wind 0,3, 0,2 m/s. ??!!!
Und das arge ist beim jeztigen Springen (V-stil, Anzüge, etc..) das anscheinend der Unterschied von 0,1m/mehr Aufwind schon bis zu 10m ausmachen kann. Die sollten sich demnächst wieder was überlegen.

el gonYo
00
13.2.2012, 22:20

dickere anzüge mit geringerem luftwiderstand …

Da Chigurh Toni
00
14.2.2012, 08:56
... oder dickere springer

die3lustigen4
01
13.2.2012, 09:16
ach ja die neue Bindung hab ich

jetzt glatt unterschlagen. An der dürfte das ja hauptsächlich liegen.
Früher sind die bei 2-3 m/s ganz normal runtergesprungen.

el gonYo
00
13.2.2012, 22:19

du konntest schon immer bei 2-3 m/s oder mehr springen, solange konstante verhältnisse vorherrschen. theoretisch kannst bei 10 m/s springen, wenn der wind konstant bleibt. nur ist es unwahrscheinlich, daß es konstant mit 10 m/s weht und bei solchen windstärken keine böen vorkommen, die dann zu brutalen stürzen führen (und auch früher scho geführt haben …)

marc13
14
13.2.2012, 08:23

abemerkung am rande: vor zwei jahren hat ammann vor schlierenzauer den weltcup gewonnen. die anderen österreicher waren da auch nicht ganz vorne mit dabei.

ich kann mich nicht erinnern, dass damals so ein tamtam gemacht wurde oder von grossem versagen die rede war.

wüsste also nicht was heuer daran so schlimm wäre, wenn ein bardal wirklich gewinnen sollte.

und vielleicht ist es einigen entgangen, dass es in jeder saison auch sieger anderer nationen gegeben hat.

und letztes wochenende standen in zwei bewerben drei österreicher am stockerl, darunter einer ganz oben.

die erwartungshaltung der leute ist teilweise einfach nicht nachvollziehbar.

AlBundyFan
 
11
13.2.2012, 09:29
wenn der vorherige führende nur 45. wird und der zweite 18. wird

und dann der drittplatzierte norweger die weltcupführung übernimmt soll man nicht mit der überschrift "absturz der ösv-adler" einen artikel ins netz stellen?
sehr komische ansicht.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 68
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.