Whitney Houston gestorben

    12. Februar 2012, 17:49

    Die US-Sängerin wurde in den 1980er-Jahren mit ihrem Soul-Pop zum Superstar - Zuletzt war sie jedoch meist mit Drogenproblemen in den Schlagzeilen

    Nun ist Houston 48-jährig gestorben.

    Los Angeles - Als sich in den 1980er-Jahren das Modell "Globaler Superstar" mit Michael Jackson, Prince oder Madonna im Popbusiness etablierte, war die Soul-Pop-Sängerin Whitney Houston vorne mit dabei. Sie besaß eine gute Stimme, war hübsch und von Musik umgeben aufgewachsen. Whitneys Mutter Cissy Houston gründete 1959 die Gospel-Truppe Sweet Inspirations, die in den 1960ern für Stars wie Aretha Franklin, Wilson Pickett, Dusty Springfield, Solomon Burke und später Elvis Presley als Backgroundsängerinnen aufnahm.

    Aretha Franklin wurde später Patentante von Whitney, und nachdem ihre Cousinen Dee Dee und Dionne Warwick ebenfalls 'erfolgreiche Karrieren betrieben, versuchte sich auch Whitney als Sängerin - und wurde erfolgreicher als alle anderen zusammen. Doch so steil nach oben sie ihr Höhenflug brachte, so tief war ihr Abstieg. Nachdem sie bereits zwei Jahrzehnte lang als drogensüchtig galt, gelangte sie in den letzten Jahren fast nur noch mit ihrer Sucht in die Schlagzeilen.

    Ihre Abhängigkeiten überschatteten neue Alben, sie führten zu desaströsen Auftritten, bei denen Houston Texte vergaß und verwirrt wirkte. Vergangenen Samstag ist sie nun in einem Hotelzimmer in Los Angeles tot aufgefunden worden. Die Todesursache war vorerst nicht bekannt gegeben worden, Fremdeinfluss wurde aber ausgeschlossen.

    Nach ersten Aufnahmen als Teenager als Backgroundsängerin für Musiker wie Chaka Khan oder Lou Rawls veröffentlichte die 1963 in Newark, New Jersey, Geborene mit 22 ihr Debüt. Gleich drei Nummer-eins-Hits waren darauf zu finden: Saving All My Love For You, How Will I Know und The Greatest Love Of All. Sie legten den Grundstein für eine der kommerziell erfolgreichsten Showbusinesskarrieren der letzten 25 Jahre. Gut 170 Millionen Alben und Singles soll Houston verkauft haben.

    Gelungen ist ihr das mit einer gefälligen Übertragung von ursprünglich schwarzer Musik in den weißen Mainstream. Dabei blieb von der Emotion des Soul nicht viel übrig, Houston überführte die letzten Reste echter Gefühligkeit in die Gefilde des hohlen Pathos. Der Erfolg gab ihr Recht, was Houston anfing, schien wie von selbst zu Gold zu werden. Folgewerke wie Whitney (1987) und I'm Your Baby Tonight (1990) setzten den eingeschlagenen Weg fort und festigten Houstons Status. Doch ihr größter Erfolg lag da noch zwei Jahre vor ihr.

    Die Oscar-Nominierung

    1992 gab Houston an der Seite von Kevin Costner ihr Filmdebüt, in The Bodyguard. Der Streifen entwickelte sich zu einem weiteren Welterfolg für Houston, sein Soundtrack verkaufte sich über vierzig Millionen Mal. Die musikalischen Zugpferde darauf sang Houston, vor allem I Will Always Love You, eine Schnulze epischen Ausmaßes, die bei Livekonzerten selbst Nichtraucher zum Konzertfeuerzeug greifen ließ. Neben Oscar-Nominierung für die Musik erhielt The Bodyguard indes auch eine Goldene Himbeere als schlechtester Film des Jahres.

    Ebenfalls 1992 heiratete sie Sänger Bobby Brown. Das Paar hat eine Tochter, doch die Ehe war überschattet vom Lebensstil Browns. Drogen und häusliche Gewalt gehörten zum Alltag und brachten ihm Gefängnisstrafen ein. Houston brauchte bis 2007, um sich von Brown zu lösen. Lange davor begannen ihre Drogenprobleme, war die Sängerin immer wieder in Entzugskliniken. Während dieser Zeit erschienen zeitgeistig beeinflusste Alben wie My Love Is Your Love (1998) sowie 2003 das eher verzweifelt wirkende One Wish: The Holiday Album mit Weihnachtsliedern. Vor drei Jahren erschien die CD I Look To You, mit der sie auf Welttournee ging. Vergangenes Wochenende war Houston wegen der Grammy-Verleihungen in Los Angeles. Am Nachmittag wurde Houston regungslos in ihrer Badewanne gefunden, Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Whitney Houston wurde 48 Jahre alt. (Karl Fluch, DER STANDARD - Printausgabe, 13. Februar 2012)

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      Whitney Houston, erfolgreiche Stimme des souligen Pop.

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