Kälte in Europa

Zahl der Kältetoten auf mehr als 600 gestiegen

12. Februar 2012, 16:37

Zwei Tote in Österreich - Donau vollständig gesperrt

Wien - Die Zahl der Kältetoten in Europa ist am Wochenende auf mehr als 600 gestiegen. Allein in Polen wurden nach amtlichen Angaben 15 weitere Todesfälle durch Erfrieren oder defekte Heizungen registriert. Zwei weitere Kältetote gab es am Wochenende auch in Österreich.

In der steirischen Gemeinde Knittelfeld ist in der Nacht auf Samstag ein 80-jähriger Mann aus St. Michael in der Obersteiermark tot vor dem Krankenhaus aufgefunden worden. Er war nur mit einem Pyjama bekleidet, obwohl in der Nacht Temperaturen um minus zehn Grad herrschten. In Tirol wurde am Samstag ein 66-jähriger Obdachloser in Silz im Bezirk Imst in einem leerstehenden Haus tot aufgefunden. Der Mann dürfte erfroren sein. Polizeibeamte sahen in dem Haus nach, weil der 66-Jährige sein Sozialgeld nicht abgeholt hatte.

Minus 30 Grad in Polen

In Polen fielen die Temperaturen in der Nacht auf Sonntag vielerorts auf minus 30 Grad. Die Polizei zählte sechs Todesfälle durch Erfrieren. Nachdem durch Brände und Erstickungen infolge von defekten Heizungen neun Menschen ums Leben kamen und 26 verletzt wurden, sagte Feuerwehrsprecher Pawel Fratczak, dies sei die "tragischste" Episode seit dem Jahreswechsel.

Seit Beginn der Kältewelle Ende Jänner, die besonders hart Osteuropa und den Balkan trifft, wurden in Polen 82 Kälteopfer gezählt. In der Ukraine, wo allein 135 Kältetote registriert wurden, geben die Behörden seit vergangenem Dienstag keine neuen Zahlen mehr heraus. Die Zahl von mehr als 600 Todesopfern schließt die Angaben der Behörden in Russland mit ein.

Lawine im Kosovo

Bei einem Lawinenunglück im Kosovo kamen mindestens sieben Menschen ums Leben, anderslautende Quellen sprachen Sonntagnachmittag bereits von neun Toten. Die Schneemassen hatten am Samstag in dem Dorf Restelica südlich der Stadt Prizren ein Haus mit elf Personen verschüttet, wie Medien am Sonntag in Pristina unter Berufung auf die Rettungsmannschaften berichteten. Ein Mädchen sei aus den Schneemassen gerettet worden.

Im dem Dorf liegt der Schnee zweieinhalb Meter hoch und die Zufahrtswege waren unpassierbar. Die internationale Schutztruppe KFOR - mit der Beteiligung von 30 österreichischen Soldaten - und die EU-Rechtsstaatsmission (EULEX) hatten mit Hubschraubern Retter zur Unglücksstelle gebracht und mit schwerem Räumgerät Zugänge geschaffen.

Donau gesperrt

Behinderungen gab es auch im Schiffsverkehr; die Donau war ab Österreich stromabwärts vollständig gesperrt. In der Umgebung des Hafens Silistra, unweit der Mündung ins Schwarze Meer, fror die Donau auf einer Länge von elf Kilometern, was seit dem Winter 1984/85 nicht mehr der Fall war. In Tschechien, wo es bisher rund 30 Kältetote gab, wurde in der Ortschaft Kvilda ein Rekordtief von minus 36,5 Grad gemessen.

In Rumänien wurde eine Luftbrücke für Ortschaften eingerichtet, die nicht über den Landweg versorgt werden konnten. Mehr als tausend Soldaten waren im Einsatz. In den beiden ostrumänischen Provinzen Vrancea und Buzau waren nach Behördenangaben 30.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Ihnen drohten Nahrungsmittel und Trinkwasser auszugehen. Die rumänischen Behörden zählten bisher fast 70 Todesopfer.

Ausnahmezustand in Montenegro

Aber nicht nur die Kälte, auch Schneestürme machten auf dem Balkan und auch in Italien den Menschen zu schaffen. Die Behörden des Adriastaates Montenegro riefen am Samstag den Ausnahmezustand aus. Der Nationale Sicherheitsrat unter Führung von Staatspräsident Filip Vujanovic habe einen entsprechenden Beschluss gefasst, wie Medien berichteten. Mehrere tausend Menschen waren in vielen Dörfern von der Außenwelt abgeschnitten.

Das österreichische Bundesheer half nach schweren Schneefällen auch in Bosnien-Herzegowina bei der Versorgung der eingeschneiten Dörfer Kupres und Livno mit. Am Samstag waren im Rahmen der EU-Mission EUFOR-ALTHEA drei österreichische Hubschrauber und 20 Soldaten im Einsatz, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Bei den Flügen wurden Nahrungsmittel abgeworfen, hieß es.

Serbien: 50.000 Menschen eingeschneit

Zum Einsatz kamen die Bundesheer-Helikopter auch nach der Notlandung eines bosnisch-herzegowinischen Helikopters. Sie flogen dessen Besatzung aus und brachten Polizisten zum Unfallort, so das Ministerium in Wien. Bei der Notlandung gab es keine Verletzten. Die bosnischen Behörden hatten die EU-Mission um Hilfe ersucht.

In Serbien waren 50.000 Menschen eingeschneit, teilte der Leiter des Notfallstabes, Predrag Maric, am Samstag in Belgrad mit. Um Strom zu sparen, bestimmte die serbische Regierung die kommende Woche als arbeitsfrei.

In Österreich soll demnächst Schluss sein mit dem Dauerfrost: In der kommenden Woche wird es in Österreich etwas wärmer. Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) wird es zwar windig und unbeständig. Aber am Dienstag werden erste Plusgrade erwartet. In der Nacht auf Sonntag war es noch im gesamten Land bitterkalt, in lediglich zehn Orten war es "wärmer" als minus zehn Grad. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 63
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Schnappi
01
13.2.2012, 09:04
Obdachloser? in Silz/Tirol erfroren

Im Forum von dietiwag.org schreibt einer dass der Mann kein Obdachloser war, sondern in einer von der öffentlichen Hand finanzierten Sozialwohnung, einer baufälligen Bruchbude ohne Heizung erfroren ist.
Diese *Wohnung* würde zudem von einer Silzer
Gemeinderätin(Sozialausschuss) vermietet.
Wenn das so stimmt, von wem kommen dann diese Fehlinformtionen? (Obdachloser im leerstehenden Haus)
Link: http://www.dietiwag.org/phorum_2/... 0&t=110160

Bürgerüberwachungs- und Totengräberindustrie
01
13.2.2012, 08:49
Das derzeitige politversagen ist wirklich fatal:

http://www.theeuropean.de/stefan-ga... uropa#9866

J. Reichhart
88
13.2.2012, 07:03
tödlich, diese klimaerwärmung!

man darf sich auf weitere horrorwinter einstellen, wenn die klimaerwärmung so fortschreitet!

a grinch in the matrix
00
13.2.2012, 11:58

das abschmelzen der polaren eismassen bringt meeresströmungen und luftmassen durcheinander - das ist nicht mal dann schwer zu kapieren, wenn man lieber beschränkte sichtweisen wahren möchte.

seit einiger zeit wird darauf hingewiesen, dass europa vor allem durch eine abschwächung und strömungsänderung des golfstroms auf zeiten mit extremen wetterbedingungen zusteuert.

sie ebreiten sich besser auf viele winter mit olchen temepretauren vor. ach ja: und ihre kinder!

Petr Novotny
10
14.2.2012, 09:21
Wo strömt er denn g'rad wieder mal hin, der Golfstrom?

So ein Schlingel aber auch!

Der ewig überraschte Wen
11
13.2.2012, 09:14

Und schon wieder einer, der eine kurfristige(!) regionale(!) Wetterlage als Beweis gegen die seit Jahren voranschreitende weltweite Klimaerwärmung sieht.

Wirklich beunruhigend wie klein der individuelle Tellerrand des einzelnen Menschen ist.

Darwin läßt schon grüßen.

J. Reichhart
12
13.2.2012, 09:32
jaja, die herbeigeschriebene klimaerwärmung

findet vor allem in den köpfen von leuten statt, die ihre weisheit aus statistiken beziehen, die immer nur selektive, engst begrenzte und spekulative ausschitte der wirklichkeit darstellen.

die gemessenen wetterwerte (!) zusammen gelegt, ergeben noch lang kein klima und erlauben schon gar keine prognosen. klimaprognosen aufgrund von wetterdaten der letzten 40 jahre sind unseriös und genauso treffsicher wie kaffeesudleserei oder kristallkugelprophezeihungen.

was sagt schon ein - vorübergehendes - bissl mehr abschmelzen der polkappen, wenn gleichzeitig halb asien im winter zufriert und europa erstarrt?

die klimaerwärmung ist keine globale! sondern eine behauptete.

Der ewig überraschte Wen
00
13.2.2012, 11:57

Nun, wenns Sie ein seit Jahrzehnten stattfindendes immer stärker werdende abschmelzen der Polkappen und den daraus resultierenden steigenden Meeresspiegel und geänderten Meeresströmungen als ein "bissl" und "vorübergehend" betrachten, bestätigen Sie nur meine Meinung.

Der Tellerrand ist bei dem Thema für die meisten wirklich zu hoch - kaum ists mal für ein paar Wochen ungewöhnlich kalt (oder umgekehrt auch mal heiß) - zählt nur das eigene subjektive regional/zeitliche Empfinden.

"Vorübergehend" und ein "bissl" ist in diesem Zusammenhang allerdings tatsächlich nur das Einfrieren von halb Europa und Asien - wie Sie das nennen.

Wärs anders, müssten die Polkappen ja schon wieder im jährlichen Durchschnitt wachsen.

Kühnemund
11
13.2.2012, 08:04

Nicht zu vergessen die dann einzuführenden Zusatzökösteuern und Kälteabgaben...

asinus
00
13.2.2012, 01:38

Die Zahl 600 ist ein Wahnsinn.

tramezzino
11
13.2.2012, 09:21

400 davon alkoholbedingt (mindestens).

Petr Novotny
00
14.2.2012, 09:34
Genau! Wenn die Öl statt Schnaps gekauft hätten ...

... dann täten's jetzt noch leben.
Und auf die restlichen zweihundert (höchstens) kommt's auch nicht mehr an.

a grinch in the matrix
00
13.2.2012, 12:00

ich denke mal, wenn sie mitten in der nacht bei -10° ohne wohnung und mit ihren zeug in einem plastiksackerl auf einem bahnsteig sitzen und über ihr leben nachdenken, genehmigen sie sich auch den einen oder anderen schluck.

tramezzino
10
13.2.2012, 14:00

und dann erfriert man, wenn man besoffen ist...
das weiß man aber auch vorher.

dakakadu
59
12.2.2012, 22:19
wenn das "sparpaket" durchschlägt, dann hat österreich alleine

tausende kältetote, die wenn schon nicht an den temperaturen, an der sozialen kälte sterben werden.

Bürgerüberwachungs- und Totengräberindustrie
02
13.2.2012, 08:49
peter schmidt
 
24
12.2.2012, 22:56
Welchen konkreten Punkt des Sparpakets meinen Sie?

Schwingschnelle
18
13.2.2012, 05:52

Die Abschaffung der I -Pension für unter 50 jährige. Wenn man nicht kann, kann man nicht mehr, solche Leute auf´s AMS zu schicken ist echt der Hammer. Betroffene können sich nur mehr einen verständnissvollen Hausarzt suchen und im Dauerkrankenstand bleiben. Ich will jetzt keine Schwindler schützen, die gehören rausgesucht, aber ich hab jemanden im Bekanntenkreis der mit 33 beim besten Willen nicht mehr Gscheid gehen oder Sitzen kann, was soll der ab 2013 machen?

foxy herta
20
13.2.2012, 09:57

und denken kann er auch nicht mehr?

Chris Quast
21
13.2.2012, 09:30
ich hab einen ü50 jährigen bekannten, der ist k.A wie lange schon in pension, denke invaliditätspension. (hat einige jahre zusammenbebracht), hatte dann was mit dem herzen. ist aber so gut beisammen, dass man es ihm nicht ansehen würde.

also ich weiß nicht ob nicht eine tätigkeit halt nur 10-20 h zumutbar gewesen wären.
ich glaube bei diese maßnahme geht es wirklich eher darum, die leute nicht schnellst möglich abzustempeln. denn einmal in i-pension, ist auch die geistig verabschiedung vom arbeitsmarkt mehr oder weniger vollzogen.
der oder die richtet sein leben nach der i-pension aus. (quasi vorweggenommenes BGE mit krankheit). dies gilt halt für die weniger schweren fälle die du vielleicht mit "Schwindler" meinst.
dies wird dann anders laufen.

dakakadu
00
13.2.2012, 20:43
wo gibt es 10 - 20 stunden jobs ?

nirgends. glauben sie wirklich dass die unternehmer ehemalige iv-pensionisten einstellen ?

Chris Quast
00
13.2.2012, 09:22

?

tramezzino
00
13.2.2012, 09:21

sozialhilfe.

pepe123
00
13.2.2012, 07:12

Stimmt GENAU !

Stbo
 
03
12.2.2012, 21:11

Bitte, wenn man schon selbst in der warmen Stube hockt, gibt es da nichts anderes, als unken und sudern?
Für die betroffenen Menschen ist dieser Winter tödlich!
Vor allem die Schneeverwehungen.

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