Syrien-Treffen in Kairo - Peacekeeping-Truppe gefordert - Al-Kaida ruft zum Kampf gegen Assad
Kairo/Damaskus - Die Außenminister der arabischen Staaten haben am
Sonntag bei ihrem Treffen in Kairo zu raschem internationalem Handeln
aufgerufen, um die Gewalt in Syrien zu beenden. In einer am Abend
verabschiedeten Resolution riefen sie zu einer gemeinsamen
Peacekeeping-Mission der arabischen Staaten und der Uno auf, um weiteres
Blutvergießen zu verhindern. Die Beobachtermission der Arabischen Liga
in Syrien wurde beendet.
Weiters beschlossen die Minister, jegliche Zusammenarbeit mit dem Regime
von Machthaber Bashar al-Assad zu beenden und Kontakte zur syrischen
Opposition aufzubauen, um diese künftig zu unterstützen. Jordaniens
Ex-Außenminister Abulillah al-Khatib wurde zum Syrien-Sondergesandten
ernannt. Tunesien kündigte an, am 24. Februar das erste Treffen der
"Freunde von Syrien"-Kontaktgruppe auszurichten.
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Der Chef des Terrornetzes Al-Kaida, Ayman al-Zawahiri,
hat in einem Internetvideo die Revolte in Syrien unterstützt. In dem
Video mit dem Titel Vorwärts, Löwen von Syrien ruft der Ägypter alle
Muslime der Region auf, die Rebellion gegen das "antiislamische Regime"
in Damaskus zu unterstützen. An die Syrer appelliert er, den westlichen
und arabischen Regierungen nicht zu vertrauen, sie wollten ein
Marionettenregime in Damaskus.
US-Geheimdienste machen nach US-Medienberichten Al-Kaida für die
Terroranschläge in Damaskus und Aleppo verantwortlich, die von der
syrischen Opposition dem syrischen Regime zugeschrieben wurden. Die
Anschläge sollen vom irakischen Zweig der Al-Kaida ausgeführt und von
Zawahiri in Auftrag gegeben worden sein. Dass irakische Jihadisten nach
Syrien strömen bestätigen die irakischen Behörden.
In Kairo trat am Sonntag die Arabische Liga zu Syrien-Beratungen
zusammen, dabei wurde der Rücktritt des Leiters der Beobachter-Mission,
des sudanesischen Generals Mohammed Al-Dabi, akzeptiert und ein
Sondergesandter, Jordaniens Ex-Außenminister Abulillah al-Khatib,
ernannt. Eine gemeinsame Mission mit der Uno - die jedoch von Syrien
wohl abgelehnt werden würde - stand zur Diskussion. Saudi-Arabien
dementierte indes Berichte, es habe einen Entwurf einer
Syrien-Resolution in der Uno-Vollversammlung eingebracht.
Nach tagelangem Beschuss der syrischen Oppositionshochburg Homs sind die
Kämpfe in der Nacht zum Sonntag abgeflaut. Zuvor hatte die syrische
Armee noch mit aller Härte zugeschlagen.
Konfessionelle Kämpfe im Libanon
In Tripoli im Libanon ist es zu Kämpfen zwischen dem alawitischen
Stadtviertel Jabal Mohsen und dem sunnitischen Bezirk Baba a-Tabbaneh
gekommen. Sogar Granatwerfer waren im Einsatz. Die Regierung ließ die
Armee eingreifen. Die Sorge, dass der konfessionelle Konflikt von Syrien
auf den Libanon überschwappt, wächst. (guha, DER STANDARD-Printausgabe, 13.02.2012)