Heeresbediensteten droht Gehaltsverlust von über fünf Prozent

12. Februar 2012, 13:24

Militärs kommen durch Sparmaßnahmen doppelt zum Handkuss - Zur Nulllohnrunde kommt noch Gehaltskürzung dazu

Wien - Das Sparpaket hat einen neuen großen Verlierer: Fast 14.000 Heeresbediensteten drohen zusätzlich zur Nulllohnrunde Gehaltsverluste von bis zu 5,5 Prozent. Im Sparpaket ist nämlich die Streichung des sogenannten verlängerten Dienstplans vorgesehen. Dabei handelt es sich um eine Pauschalvergütung für die 41-Stunden-Woche, die Soldaten haben. Je nach Gehaltsstufe bedeutet die Gehaltskürzung für die Bediensteten einen Verlust zwischen 300 und 1.163 Euro im Jahr, wie aus der APA vorliegenden Berechnungen der Gewerkschaft hervorgeht. Zusätzlich ist für Beamte 2013 eine Null-Lohnrunde und 2014 nur eine moderate Gehaltsanpassung geplant.

Die Zahlen im Detail: Chargen mit 1.492 Euro Bruttobezug im Monat verlieren 25 Euro, ein Unteroffizier mit 1.775 Euro Montagsbruttogehalt verliert 97 Euro und ein Offizier mit 2.492 Euro Gehalt verliert 119 Euro im Monat. Das sind Verluste zwischen 1,7 und 5,5 Prozent. Diese Gehaltskürzung soll im Jahr 16 Mio. Euro an Einsparung bringen. Die Gewerkschaft bezweifelt das, denn durch die Streichung dieser Pauschalvergütung würden Überstunden anfallen. Die Ersparnis würde sich unter dem Strich auf fünf bis sechs Mio. Euro belaufen.

Für die Personalvertretung ist diese Maßnahme eine "bodenlose Sauerei", wie der Vorsitzende der GÖD-Bundesheergewerkschaft, Wilhelm Waldner, sagte. Er vergleicht den Verlust für die Soldaten mit jenem für Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), der nach Eigenangaben durch das Sparpaket 3.000 Euro pro Jahr verliert. Wenn der Kanzler nicht nur ein Prozent, sondern auch fünf Prozent seines Gehalts verlieren würde, müsste er auf über 13.000 Euro verzichten und nicht nur auf 3.000, so Waldner.

"Unsinnige Pilotprojekte"

Er verlangte die Rücknahme dieser "unfairen, unsolidarischen und ungerechten Maßnahme". Waldner gibt außerdem zu bedenken, dass die "unsinnigen Pilotprojekte" von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) in Wirklichkeit an die 30 Millionen Euro und nicht wie behauptet 10 Millionen Euro kosten werden. Angesichts dessen "bekommt diese Bezugskürzung noch darüber hinaus eine eigene Dimension", so Waldner.

Die Gewerkschaft macht auch auf ein weiteres Problem aufmerksam: Wenn es wirklich zu einem absoluten Aufnahmestopp beim Heer kommt, würden Hunderte Unteroffiziere und Offiziere, die derzeit an den Militärakademien ausgebildet werden, ohne Job dastehen. Ein Aufnahmestopp sei "durchaus zu verstehen und nachvollziehbar", dürfe aber nicht nach der "Rasenmähermethode" durchgezogen werden, so Waldner. Die notwendigen Aufnahmen im Verteidigungsministerium nach erfolgreich absolvierten Ausbildungsgängen (Unteroffiziers- und Offiziersausbildung) sowie die erforderlichen Aufnahmen für die personelle Bedeckung der aktuellen Auslandseinsätze und für die Verwendungen in Kaderpräsenzeinheiten (KIOP/KPE) müssten ebenfalls dem von der Ausnahme erfassten Sicherheitsbereich zugerechnet werden, fordert Waldner. Für den Aufnahmestopp gelten ja Ausnahmen für den Unterrichts-, Justiz- und Sicherheitsbereich. (APA)

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17 Postings
Folgendes...
 
00
13.2.2012, 20:43
Cool...

"Dabei handelt es sich um eine Pauschalvergütung für die 41-Stunden-Woche, die Soldaten habe"
Die hatten also 41 Wochenstunden - und nun 40 bezahlte Stunden pro Woche.

Wird der Dienst dadurch kürzer - oder werden Einzelüberstunden (1 pro Woche) anfallen? Wenn letzteres: Wird das nicht teurer als bisher? Wenn ersteres: Wieso braucht man plötzlich - bei der professionelleren Armee, von der Norbsi spricht - _weniger_ Zeit?

Lt K.....
01
12.2.2012, 20:38

Es wäre halt schön, wenn Gehaltskürzungen von bis zu 5% auch bei anderen Berufsgruppen möglich wären.
Pensionisten, Lehrer und Magistratsbeamte lehnen sich ja schon auf, wenn es einmal eine Nulllohnrunde setzt. Aber bei Soldaten darf's man ja machen.

gb12
10
13.2.2012, 18:18
Eine Gruppe wird gegen die andere ausgespielt

Eine Gruppe wird gegen die andere ausgespielt nur um zu verschleiern-
das 62.100 Millionäre sich 185 Mrd unter den Nagel gerissen haben

Saurer Zivi
10
12.2.2012, 19:43
ganz mild ausgedrückt heute am sonntag: ewig schade, dass man sich wieder einmal nicht zu einem Entscheid bezüglich der "allgemeinen Wehrpflicht", auf die ja schon tausende Offiziere ihre alt eingesessen und wohl erworbenen Rechte geltend machen,

hat durchringen können.

Dieser Ball wird schon seit Jahren, ja Jahrzehnten - gerechnet ab Caspar Einem - von diversen Mistkäfern durch die Gegend gerollt.

)so(
11
12.2.2012, 19:06
Wenn Unteroffiziere für die gesamte Studiendauer freigestellt werden kann ...

... bei vollen Grundbezügen, so darf es nicht wundern, wenn sich jene, die das bezahlen müssen, einmal über solche Privilegien unterhalten wollen.

Ich_farschtej_nit
11
12.2.2012, 20:34
ah geh geh...

Dann seids Ehs woll auch ein Befürworter von Studiengebühren... oder etwa doch nicht, weil Ehs einfach Bundesheerhasser seids?

)so(
01
12.2.2012, 19:01
Wenn 13 von 43 Wiener Heeres-Ärzten "nebenbei" eine eigene Kassen-Praxis betreiben können ...

kann der Leistungsdruck nicht so hoch sein. Das Einsparungspotential dafür umso grösser, denn "ein Vergleich der Öffnungszeiten der Privatordinationen mit den im Heeresspital zu erbringenden Kernarbeitszeiten zeigte, dass sich diese teilweise überschnitten", wie die RH-Prüfer aufdeckten. Und eine Wiener Qualitätszeitung am 15. Jänner publizierte. Der RH zählte 2008 landesweit übrigens 177 Militärärzte plus 554 Sani-Unteroffiziere.

alla riscossa
33
12.2.2012, 15:55
in der armee

sitzen doch die unnötigsten beamten überhaupt. die haben nicht nur einen sicheren job, dessen eigentliche aufgaben sie auch niemals erfüllen müssen, nämlich in den krieg zu ziehen. von der ruhigen kugel träumen sogar die anderen ärmelschoner!

ocelote
27
12.2.2012, 15:04
Stunden- oder Gehaltskürzungen?

Wenn ich das richtig verstanden habe, werden bei dieser Maßnahme sinnbefreite Zwangsüberstunden gekürzt. Falls das so ist, dann würd ich bestenfalls einen Skandal darin sehen, dass die erst jetzt abgeschafft werden.

Lt K.....
11
12.2.2012, 20:35

Ihr habt nicht richtig verstanden...

didi111
20
12.2.2012, 13:42
Das Argmunent

"..würden Hunderte Unteroffiziere und Offiziere, die derzeit an den Militärakademien ausgebildet werden, ohne Job dastehen"

ist nicht nachvollziehbar.

Es muss möglich gemacht werden, daß unsere Soldaten bei internationalen Militäreinsätzen eingesetzt werden können.

Interessiert man sich für das Militär, dann müssen auch alle damit möglichen Einsätze im Bereich des Denkbaren einkalkuliert werden und sei es ein Einsatz in Afghanistan.

Wenn DAS möglich gemacht werden würde, könnten unsere Soldaten hier eingesetzt werden und würden sich dadurch ein lebenslanges Versauern in der Kantine ersparen.

FaymannsBoss
03
12.2.2012, 16:49
Warum nicht gleich?

Warum nicht gleich die Armee privatisieren und in eine gewinnorientierte AG umwandeln? Da schlagen wir gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe:
1) Wenn wir unsere Soldaten nur noch dort einsetzen, wo es etwas zu holen gibt (Gold aus Afrika, Öl aus dem Nahen Osten ...) kostet uns das ganze nix und hilft die Verluste der Bankster zu kompensieren.
2) Nachdem das etliche Soldaten nicht überleben werden sparen wir auch noch Pensionskosten, die wir dann bei den Politikerpensionen draufschlagen können.
3) Ein Privatsoldat wird nicht mehr auf die Verfassung und den Schutz der Allgemeinheit sondern auf den Gewinn der Shareholder vereidigt.
4) Falls das Sparprogramm noch härter wird kann man die Armee auch gegen revoltierende Wutbürger einsetzen.

master_of_disaster1
00
13.2.2012, 07:19
Ganz meine Rede!

Denn so hätten sie's wohl gerne - die Polit- und Finanzverbrecher unserer Zeit...

Der Busfahrer
05
12.2.2012, 15:12
wer sich 2012 zum hufschmied ausbilden lässt...

...muss damit rechnen, dass er seine erlernten fähigkeiten nicht einsetzen kann.
aut braucht kein bundesheer, solange es kein gesamteurop. verteidigungskonzept gibt.
katastropheneinsätze sind von techn. versierten profis zu bereinigen, der zivildienst muss nur menschnewürdig bezahlt werden und es finden sich sofort genug leute dafür.
"umzingelt" von eu-staaten ist die bewaffnete truppe das sinnloseste geldgrab der repuplik.
für die einzelnen, der sich in diesem verein gerade ausbilden lässt, tut mir das zwar sehr leid, aber sorry...der zug der zeit ist so oft über euch drübergefahren, dass ihr es langsam selbst wissen solltet.

stjohanner
00
12.2.2012, 15:01
Sie stehen ja nicht ohne Job da, sondern ...

... werden "über Stand" geführt, und werden Aufgaben von Rekruten wie Küchendienst und Ordonnanz im Speisesaal bzw. der Cafeteria übernehmen.

Hier der Link zum Artikel:
http://www.kleinezeitung.at/steiermar... uten.story

hirn mit zwei eiern
00
12.2.2012, 14:31

genau!
auf nach afghanistan satt versauern in der kantine.

herrlich!

Archi
01
12.2.2012, 14:27
das ginge meines wissens nach aber nur im rahmen des österreichischen bundesheeres,

sowit ich mich erinnere, ist österreichern die zugehörigkeit zu einer fremden armee bei verlust der staatsbürgerschaft untersagt, ist dass noch so?

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