Scharfe Maßnahmen

Wie sich US-Vertreter vor chinesischer IT-Spionage schützen

12. Februar 2012, 13:42
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    grafik: gizmodo

Sicherheitsvorkehrungen wie im Agenten-Thriller - Separate Mobiltelefone, keine Passworteingabe

Was früher oftmals als "paranoid" abgetan worden wäre, ist längst zu einer Standard-Praxis  bei China-Reisen von US-Behörden und -Firmen geworden, zu diesem Schluss kommt die New York Times in einem aktuellen Bericht. Die Zahl der gezielten Computerattacken gegen Geheimnisträger habe über die Jahre dermaßen zugenommen, dass sich Regelungen etabliert haben, die direkt aus einem Agenten-Thriller stammen könnten.

Ablauf

Stellvertretend berichtet Kenneth G. Lieberthal, der bei der Non-Profit-Organisation Brookings-Institution mit China betreut ist, von seiner Reiseroutine: Er nehme niemals seinen eigenen elektronischen Geräte nach China mit, sondern immer nur ausgeborgte Devices, also vollkommen frisch installierte Laptops und Smartphones. Nach der Rückkehr würden diese zudem sofort vollständig gewipet, um die Verbreitung von eventuell zwischenzeitlich installierten Trojanern zu unterbinden.

Deaktiviert

Zudem schalte er auf all seinen Wegen durch China prinzipiell Bluetooth und WLAN aus, um die Angriffsfläche möglichst zu minimieren. Bei Treffen schalte er das Smartphone nicht nur aus, sondern entferne sogar den Akku, um eine Remote-Aktivierung des Mikrofons zu unterbinden. Passwörter würde er nie eintippen sondern von einem USB-Stick kopieren, da chinesische AngreiferInnen erfahrungsgemäß sehr rasch einen Keylogger installieren.

Abgeschottet

Auch andere Firmen und US-Institutionen sind längst zu ähnlichen Sicherheitsvorkehrungen übergangen. So ist es bei diversen Regierungsorganisationen mittlerweile Regel nur frische Geräte mitzunehmen, was einige davon dazu veranlasst hat, mittlerweile ganz ohne jeglichen elektronischen Geräte nach China zu reisen. Beim Sicherheitsdienstleister McAffee wiederum werden Geräte, die bei der Einreise von den chinesischen Behörden kontrolliert wurden, nie wieder ins eigene Firmennetzwerk gelassen.

Angriffe

Die Erfahrung zeige, dass de fakto jedes Gerät, dass für chinesische AngreiferInnen irgendwie von Interesse sein könnte, innerhalb kürzester Zeit gehackt werde, so Jacob Olcott, Sicherheitsexperte bei Good Harbor Consulting. Dies musst 2010 auch die United States Chamber of Commerce schmerzhaft zur Kenntnis nehmen, als man vom FBI darüber informiert wurde, dass alle der eigenen Asien-ExpertInnen seit Monaten auf elektronischem Wege ausspioniert würden. An sich sei über die Jahre praktisch jedes relevante Computernetzwerk der US-Regierung, Ziel eines - erfolgreichen - Angriffs geworden, pflichtet Mike McConnell, ehemaliger "Director of National Intelligence" in der US-Regierung, bei. (red, derStandard.at, 12.02.12)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 54
1 2
one of a kind
00
13.2.2012, 14:06

wie wär´s mit der oldschool-variante: block und bleistift?!

Voll in die Kaldaunen!
00
13.2.2012, 14:36

.. und dann noch im Voynich-Alphabet schreiben!

nukularteilchen
05
13.2.2012, 13:38

Bei einem bekannten deutsche Kraftfahrzeughersteller aus Deutschland gibt es Anweisungen keine Sensiblen Daten nach Amerika mit zu nehmen. Auch die USA betreiben sehr viel Wirtschaftspionage. Wir machens denen ja auch sehr einfach mit dem Kauf von Windows, Mac OSX, iPhone und Android.

momodeluxe
02
13.2.2012, 13:25

wenns nicht so traurig wär, wärs eh witzig, vor allem WER sich da beklagt:

denn auch bei einer einreise in die usa dürfen sämtliche elektronischen geräte "überprüft" und ggf auf unbestimmte zeit eingezogen werden.

wenns aber die bösen kummerln sind, darf man ruhig die propagandamaschine anwerfen...

momodeluxe
01
13.2.2012, 13:25

wenns nicht so traurig wär, wärs eh witzig, vor allem WER sich da beklagt:

denn auch bei einer einreise in die usa dürfen sämtliche elektronischen geräte "überprüft" und ggf auf unbestimmte zeit eingezogen werden.

wenns aber die bösen kummerln sind, darf man ruhig die propagandamaschine anwerfen...

Lichtfreak
02
13.2.2012, 12:53
Der gibt offen zu, dass das jedem von uns geschehen kann:

sondern entferne sogar den Akku, um eine Remote-Aktivierung des Mikrofons zu unterbinden

Mathias Steinlaus
 
03
13.2.2012, 13:31
wilde Sache ..

.. jetzt stellt man dazu die Information von letzter Woche, wo von Seitens von Microsoft vorgestellt wurde, wie in Zukunft alle Endkundengeräte dauernd im Internet hängen und auch mobil sein müssen.

Tja, da wird der Bürger dann wirklich auf Schritt und Tritt überwacht - und das noch zwangsweise!

(Bisher war das ja nur Smartphone-Usern vorbehalten, die das ganze ja freiwillig machen ... die Werbung verspricht eben so viel Vorzüge der kurzen Leine ...)

Drink Grog
01
13.2.2012, 11:27

Ich mach den Spionageexperten beim Standardforum.

Graph Bobby
50
13.2.2012, 10:56
Total laecherlich

Diese panikartigen Sicherheitsbedenken amuesieren mich immer wieder. Gegen die absurdesten Moeglichkeiten werden da mit groesster Ernsthaftigkeit Massnahmen ergriffen. Der Hund der Kellnerin in der Baeckereistube neben dem Zollamt am Flughafen koennte ja eventuell darauf trainiert sein, Spionagechips in USB-Maeuse einzuloeten.

Dafuer, die laengst bekannten Sicherheitsschwaechen aktueller Hard- und Software endlich mittels laengst bekannter Loesungen endgueltig zu beseitigen, interessiert sich in Wirklichkeit aber ueberhaupt niemand.

Lernresistenz und Profitgier wirken dagegen - deshalb kommt die Hardware aus China, und am PC vom Securityofficer laeuft Windows und Outlook, weil das AntiVirus wird schon helfen gegen die boesen Hacker...

Graph Bobby
00
14.2.2012, 11:04
Genau, vergebt noch ein paar rote Stricherl.

Dann noch viel Spass beim Virenscannen, Kreditkartendaten verlieren, und Angst-haben-vor-den-boesen-Chinesen (aber trotzdem Hardware dort kaufen, ist ja so billig).

Symantec und McAfee werden sich ueber den fortlaufenden Geldstrom aus euren Brieftaschen freuen, um jedes Jahr neue Varianten der selben Bedrohungen auf euren Windows-Outlook-Kisten zu suchen.

Ich hoffe, dass Viren, Wuermer und Trojaner moeglichst viel Schaden anrichten... das amuesiert mich immer koestlich... :)

grosser cooler Bär
00
13.2.2012, 10:34
Eine Eisenadler Schreibmaschine von 1938 ist unknackbar.

Leonardo Basil
01
13.2.2012, 18:13

Wirfst du das leere Farbband in den Hausmüll, oder verbrennst du es sachgemäß?

Die kritische Stimme
01
13.2.2012, 13:02
Geh...

Bei der ist ein Angriff vermutlich sogar mit Mikrophon möglich: Jeder Tastenanschlag hat sein spezielles Lautmuster.

peace & love
00
13.2.2012, 10:04
na und???

monoton
01
13.2.2012, 09:12

in den usa wirds auch nicht viel anders sein, denn da wird schon am zoll alle daten vom laptop copiert und wer weiß was installiert

adventurer
00
17.2.2012, 18:51
wo denn....

ich war zigmal in den USA und NIE ist mein Laptop kontrolliert worden. Hier haben wohl einige eine ausgeprägte US-Phobie.

Fritz Meyer
01
13.2.2012, 09:10
Die Chinesen sind bestimmt amüsiert darüber.

Solange sie weiter von den US-Grosskonzernen das Wissen frei Haus geliefert bekommen und in ihrem Land nahezu alles produziert wird.

andreas wreiser
 
02
13.2.2012, 08:02
Wichtig wäre auch, nackt nach China zu reisen!!!

Da auch die meiste Kleidung in China gefertigt wird,
und man ja nie weis,
was darin alles verarbeitet wurde. ;-)

der der es ist
030
12.2.2012, 18:16
"Bei Treffen schalte er ...

... das Smartphone nicht nur aus, sondern entferne sogar den Akku, um eine Remote-Aktivierung des Mikrofons zu unterbinden."

naja dann wird es das iphone wohl nie in den businessbereich schaffen xD

(sry musste sein) =)

joe doe
06
12.2.2012, 16:16
Leonovo hat die PC Sparte von IBM übernommen

da wirds schon mit dem BIOS mitgeliefert :-)

isaak mc cool
01
13.2.2012, 09:19
coole Idee :-)

werden nicht auch teile des Iphon´s in China zusammen geschraubt ?

vieleicht haben die sich schon hinein gehackt und dann können Sie auch noch die bewegungen der benutzer mit protokolieren das spart agenten zur beschattung :D

/dev/urandom
02
13.2.2012, 11:10
Gehackt?

Sicher nicht. Eher Backdoor in irgendeinem Chip.

hekwaves
02
12.2.2012, 15:47
Wen wundert's?

Überraschend ist hier keineswegs die Tatsache, dass gehackt, geloggt, gespooft usw. wird. Auch nicht, dass es die Chinesen tun. Die sind bekannterweise weniger die genialen Erfinder und Tech-Leader, aber umso gelehrigere Schüler und fleißige Umsetzer. Von wo die das wohl gelernt haben?

Beklemmend ist eher die Erkenntnis, wie still und spurenlos solche Angriffe offensichtlich durchgezogen werden. Auch da brauchen wir nicht annehmen, dass die Chinesen die absoluten Meister der getarnten IT-Spionage sind. Wäre auch bei uns ziemlich naiv anzunehmen, dass ein Laptop/Handy/PC wirklich 100% virenfrei ist, auch wenn der aktuellste Virenscanner nix findet.

~
12
12.2.2012, 15:27
chinareise => nie wieder ins Firmennetzwerk??

Es gibt noch Geräte die nicht zu 90% in China hergestellt wurden???

Keine Daten mitnehmen, kein Wlan, danach Daten löschen -- Warum dann überhaupt einen Laptop mitbringen?
Selbes mit USB-Stick: Wenn jemand einen Keylogger installieren kann, kann er dann nicht genauso einen USB-Stick lesen/stehlen, etc.??

Interview war wahrscheinlich an der Bar, Form in etwa:
"Sicherheitsexperte" 1: Unsere Sicherheitsvorkehrungen sind so streng, vor einer Reise ...
"Sicherheitsexperte" 2: Das ist noch gar nichts, wir ...
etc.etc.

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